Gott zwingt dich nicht zu leben

Shownotes

Darf ein Mensch selbst entscheiden, wann sein Leid enden soll? Und kann man das sogar christlich verantworten?
In dieser Folge spricht Margot Käßmann so offen wie selten über Krankheit, Sterbeprozess, Selbstbestimmung und Glauben. Sie sagt einen Satz, der viele berühren, andere provozieren wird:
„Der liebe Gott zwingt dich nicht zu leben.“
Ein Gespräch über persönliche Erfahrungen, ethische Grenzfragen und die vielleicht unbequemste Debatte unserer Zeit: Darf Sterbehilfe mit christlichen Werten vereinbar sein?
Diese Folge ist ehrlich, kontrovers und hochaktuell.

Margot Käßmann spricht aus, was sich viele nicht zu sagen trauen: Kann Sterbehilfe christlich verantwortbar sein?

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00:00:00: Aber wenn ein Mensch glasklar im Sterbeprozess ist, also wie gesagt ich hatte zweimal Brustkrebs und wenn es jetzt klar gewesen wäre.

00:00:08: Ich habe noch sechs Monate und dann ist die Frage, wie lang gehe ich diese Strecke?

00:00:14: Dass man ganz klar ist da ist ein Sterbeprozess vorhanden, dann finde ich darf der Mensch auch entscheiden diesen Prozess zu verkürzen.

00:00:20: das könnte ich auch christlich verantworten und sagen Also der liebe Gott zwingt dich nicht zu leben!

00:00:25: Der wünscht dir Leben aber er zwingte dich nicht.

00:00:28: Ich denke, dass das verantwortlich

00:00:30: ist.

00:00:47: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcasts.

00:00:50: Meine letzte Frage!

00:00:51: Der Podcast für ein selbstbestimmtes Sterben?

00:00:54: Während mein lieber Kollege und Mitgründer Dustin gerade sich mit einer Männerkrippe plagt ... auch umgangssprachlich Schnupfen genannt... sitze ich hier im etwas regnerischen Hannover in einem wunderschönen Arbeitszimmer und möchte heute ein bisschen über Gott und die Welt sprechen.

00:01:11: Und da habe ich mir einen ganz besonderen Gast für ausgesucht, darf sogar bei ihr im Bürozimmer sitzen – und zwar die liebe Theologin Frau Margot Keesmann!

00:01:20: Herzlich willkommen!

00:01:21: Ja schön, willkommen auch bei mir!

00:01:24: Danke!

00:01:25: Dankeschön Frau Käsemann, als Sie heute aufgestanden sind und vielleicht aus dem Fenster geschaut haben – obwohl da war es ein bisschen regnerisch oder den ersten Kaffee getrunken haben – gab's da schon einen Moment bei dem sie gelächelt haben?

00:01:38: Bei dem sie ein bisschen Frieden und Ruhe für sich finden konnten.

00:01:42: Also das finde ich im Moment morgens sehr weil in meinem Alter weißt du was für'n Berufsleben und Familienleben hinter dir liegt.

00:01:50: und so ein ganz ruhiges Frühstück, also ich muss sagen Das ist für mich sehr positiv besetzt.

00:01:56: Ja, und so ein Frühstück konnten Sie auch heute haben?

00:01:59: Das

00:01:59: hatte ich heute mit Zeitung und sogar mit gekochtem Ei ganz allein!

00:02:04: Und ja das habe ich genossen.

00:02:07: Es ist es für sie gerade besonders weil ich sage mal in der Welt passiert er so unfassbar viel.

00:02:12: Ist es eher schwieriger gerade so Frieden zu finden?

00:02:14: oder gibt's so Momente bei denen sie wirklich innehalten und sagen nein, dass jetzt Zeit für mich die Welt soll die Welt sein.

00:02:20: aber ich bin jetzt mit mir im Hier und Jetzt.

00:02:24: Ich will mal sagen, die Situation der Welt beschäftigt mich sehr.

00:02:27: Das ist doch gar keine Frage!

00:02:28: Ich hab gestern gepredigt im Dom in Stendal und habe auch noch einmal gesagt das macht uns ja alle fassungslos und unruhig.

00:02:36: Und trotzdem sag ich mal gibt es ja Vorbilder in meiner Familie auch.

00:02:43: also meine Eltern haben beide Krieg erlebt.

00:02:46: Meine Großmutter hat immer davon erzählt auch von diesem ganzen Entsetzen des Krieges Und trotzdem waren das hoffnungsfrohe Menschen.

00:02:55: Das hat auch der christliche Glaube für sie mit ausgemacht, also meine Großmutter hat wirklich alles verloren ihren Mann ihr Hab und Gut Alles in Hinterpommern und kam dann Mit ihrer Tochter und drei Kleinkindern In Hessen an bei ihrer Schwester und die Hat Trotzdem Am Gulasch Kochen gesungen du meine Seele singe ja.

00:03:12: Also das war so eine Glaubensfreude und Unverzagtheit, also das heißt auch in der Bibel.

00:03:18: Ich will ja nicht nur Bibel reden heute aber seid getrost und unverzahlt!

00:03:22: Und ich muss sagen, das gefällt mir gut.

00:03:24: Also unverzagt sein?

00:03:25: Das brauchen wir aus.

00:03:26: so ein trotziges Nein zu diesem ganzen Schrecken- und Chaos.

00:03:30: Einfach nach vorne blicken, auch wenn das alles...

00:03:34: Ja!

00:03:34: Also das ist für mich immer so eine Lebenshaltung auch gewesen.

00:03:37: Du lässt dich nicht unterkriegen, sondern du lebst das Leben nach vorne!

00:03:42: Das hat ja schon Soren Kürke gaut der Theologe mal gesagt.

00:03:46: also das Leben wird nur rückwärts verstanden aber es muss vorwärzt gelebt werden und ich denke dass habe ich schon mitbekommen.

00:03:52: das ist ja auch was was dich prägt als Kind schon.

00:03:55: Sind Sie dann auch gläubig aufgewachsen?

00:03:57: War da der Glaube auch schon ein großer Bestandteil im Leben?

00:04:02: und dass sie dann gesagt haben, Sie gehen in die Theologie weil es schon ein Bestandteil war oder wie sind Sie dazu gekommen?

00:04:07: Ja das ist natürlich für eine Frau in meinem Alter damals ganz merkwürdig gewesen.

00:04:11: Also ich bin in der Familie aufgewachsen, die normal christlich war.

00:04:13: also man ging sonntags zur Kirche.

00:04:15: muss sagen die Kirchengemeinde hat für mich ne sehr positive Rolle gespielt.

00:04:18: also wir hatten auch einen Jugendklub.

00:04:19: da durften wir Rolling Stones hören.

00:04:21: Das war bei uns zu Hause nicht erlaubt ja wir durften das Disco machen.

00:04:25: Also Kirche war mir für mich positiv besetzt.

00:04:28: Sechzehn Jahren, durch einen Zufall oder fünfzehnt war ich da noch ein Zettel ausgefüllt an der Schule.

00:04:34: Ich war Fahrstühlerin und dann saß man immer ewig rum und hat gewartet auf den Zug mit einem Stipendium in den USA.

00:04:41: Und mit sechzehnten habe ich dieses Stipedium gewonnen.

00:04:44: völlig überraschend kamen die USA ein Elite-Internat an der Ostküste.

00:04:49: dafür war ich nicht ausgerüstet so sah ich nicht raus.

00:04:52: ich war klein und pummelig ich war keine Sportskanone Und die anderen Stipendiaten waren alle schwarz und die Stipendiaten waren so ein bisschen abseits von den andern.

00:05:03: Die anderen Stippendiaten, also Afroamerikaner haben mich auf Martin Luther King aufmerksam gemacht.

00:05:09: Das ist dann meine Leidenschaft geworden.

00:05:10: ich habe meinen Abschlussarbeit über Martin Luther king geschrieben und auf einmal habe ich gemerkt du kannst fromm unpolitisch sein und seinen Engagement gegen Rassismus, gegen den Krieg in Vietnam damals.

00:05:21: das hat mich so motiviert dass ich gedacht hab ich will auch Theologie studieren.

00:05:25: Also war das Stipendium eigentlich, dass Ausschlaggebende was ihnen dann den Weg gezeigt hat?

00:05:29: Dass sie ihnen es gefällt.

00:05:31: Ja ich weiß als ich zurückkam nach Deutschland dann in die zwölfte Klasse und dann wurde gefragt was sind so ihre Berufswünsche habe ich gedacht Ich will Theologie studieren.

00:05:38: da haben alle gelacht haben gesagt Margot will eine Beetschwester werden.

00:05:41: ja das fanden sehr lustig.

00:05:43: damals gab's auch ich kannte keine Pfarrerinnen da gab's kaum Frauen in der Kirche die jedenfalls auf der Kanzel standen.

00:05:49: Und sie haben dann gesagt, das mache ich jetzt.

00:05:51: Ich versuch's mal und habe sich da nicht sagen Mal hochgearbeitete Studium gemacht.

00:05:55: Und als kleine Frau Durchsetzung stark gezeigt, dass die Größe keine Rolle spielt sozusagen!

00:06:00: Ja, das ist lustig.

00:06:02: Manchmal wenn ich an der Kirchentür nach dem Gottesdienst die Hände schüttel, dann sagen Leute, ach, dass Sie so klein sind hätte ich gar nicht gedacht.

00:06:10: Aber es hat ja damit nix zu tun.

00:06:11: aber... Es war sicher auch nicht so leicht.

00:06:15: Die Kirche ist doch... ganz stark männlich geprägt durch die Jahrtausende, kann man sagen.

00:06:21: Und nur in der evangelischen Kirche gibt es inzwischen überhaupt Frauen, die Pfarrerin werden können.

00:06:26: Katholische Kirche oder Dokste-Kirche lehnen das ab?

00:06:29: Es ist für sie auch so ... Ich sag mal, Sie sind ja aus dem aktiven alltäglichen Kirchenarbeitsalltag sehr heraus.

00:06:37: Sondern engagieren sich ja auch viel und halten trotzdem noch als Pastorin ihre Reden.

00:06:43: Aber ist es für sie so dass ich ... inzwischen ihr Lebensmittelpunkt ein bisschen verändert hat.

00:06:49: Sie haben auch eine große Familie, haben sie ja auch vorhin ganz stolz, hat sie uns Bilder gezeigt von allen zusammen.

00:06:55: Also wie sieht bei Ihnen jetzt so der Alltag aus?

00:06:58: Es hat sich deutlich verändert.

00:06:59: Ich hab ja dann mit sechzig gesagt ich geh in Ruhestand meine vier Töchter sind alle, sag ich mal selbstständig und versorgt und deshalb konnte ich mir das dann auch leisten.

00:07:09: was ein großer Abschlag.

00:07:10: dann.

00:07:10: aber da habe ich gedacht ne ich will Diese Zeit, kostbare Zeit.

00:07:13: Darüber wollen wir auch reden und meine Zeit ist endlich.

00:07:15: Ich hatte zweimal eine Krebserkrankung.

00:07:17: dann hab ich gedacht mit sechzig nein du gehst in Ruhestand aber ich kann's ja nicht lassen.

00:07:22: Ja also ich halte Vorträge, schreibe Bücher, ich halde Predigten Aber es is ne ganz andere Selbstbestimmtheit jetzt Und ich habe eben viel Zeit.

00:07:29: sieben Enkelkinder Die wollte ich auch aufwachsen sehen und ich finde das auch ein Privileg.

00:07:34: Also dass ich... so leben kann.

00:07:38: Ich denke, meine Enkelkinder, der Jüngste kommt jetzt in die Schule in diesem Jahr ... Die werden sich an mich erinnern und dafür bin ich schon sehr dankbar, weil manche sagen auch, ich hab meinen Großeltern gar nicht erlebt.

00:07:50: Meine beiden Großväter sind im Krieg gestorben.

00:07:53: Die eine Großmutter starb als ich vier war.

00:07:55: Das heißt, ich habe nur eine Großmother erlebt.

00:07:57: Und ich find für die Enkelkindern toll, dich noch aktiv zu erleben.

00:08:01: Das macht natürlich auch Spaß und es macht doch ganz schön lebendig.

00:08:04: Dass ich nochmal Fußball kicke oder sowas ja.

00:08:07: Aber es ist für die Kinder auch wichtig, finde ich manchmal.

00:08:08: Neu sagt einer da auf der Schaukel, Omi du bist alt!

00:08:12: Hab ich gesagt ja, sag da ... Du wirst bald sterben.

00:08:16: Ja das sind aber Kinder, sind ja unbefangen.

00:08:17: und dann hab ich gesagt, jaa und meine Omi ist auch gestorben und meine Mutter, das war die Omi von deiner Mutter, die ist auchgestorben Und irgendwann bist du vielleicht auch mal ein OP.

00:08:26: Dann schaukelt er weiter und dann sagt er, ja Omi so is das Leben.

00:08:31: Das ist eine Unbefangheit Ja, das merken sie.

00:08:35: Das hab ich ja eben auch.

00:08:36: Die Fotos gezeigt darf ich natürlich nie öffentlich zeigen.

00:08:39: Da sind meine Kinder ganz streng aber... Also es macht mir auch Spaß!

00:08:44: Aber es ist auch schön.

00:08:44: also wie Sie sagen die Kinder so unbefangen einfach.

00:08:47: Die wissen tot gehört dazu.

00:08:49: Aber da kommen wir eigentlich schon direkt so ein bisschen in die Richtung.

00:08:52: Sie sind ja heute im Podcast.

00:08:53: Da geht's ja um selbstbestimmte Sterben medizinisch assistierte Suizid.

00:08:58: Kinder gehen dann mit der So locker um Die spielen dann auch manchmal tot.

00:09:02: Wenn die mitbekommen, dass jemand gestorben ist sitzen die in der Kindertagesstätte liegen sich plötzlich auf dem Boden.

00:09:07: und ich bin jetzt tot weil mein Oma oder Opa sonst irgendwer gestorbt ist.

00:09:13: aber irgendwann verläuft sich das ja so.

00:09:14: also ich sag mal umso älter man wird umso mehr wird das Thema irgendwie zurückgetränkt.

00:09:20: sterben das machen ja nur die anderen Klar, vielleicht sterben mal Großeltern.

00:09:24: Aber es ist nicht mehr so das Thema.

00:09:27: Haben Sie da für sich mal eine Erklärung gefunden?

00:09:29: Warum das im Alter sich verläuft?

00:09:32: Naja ich denke niemand denkt gerne über die eigene Endlichkeit nach... Und trotzdem fordere ich auch in Vorträgen und Gesprächen immer wieder dazu auf, weil wir werden alle sterben.

00:09:43: Es ist gut, wenn du vorbereitet

00:09:45: stirbst.".

00:09:46: Ich habe mit meinem Partner auch mal ... Da haben wir vier Stunden da gesessen und haben das alles durchgelesen, betreuungsvoll macht Patientenverfügung was muss.

00:09:54: Dann hab ich einen Brief an meine vier Töchter geschrieben, den sie nicht haben wollten.

00:09:57: Aber ich hab gesagt, ich will das doch regeln!

00:09:59: Weil als Pfarrerin weiß ich wie oft die Angehörigen sitzen.

00:10:03: Die sind traurig, die Mutter ist gestorben.

00:10:06: eine Sackbestattung, wollte die eine?

00:10:08: Uhrenbestattungen vielleicht?

00:10:09: Eine See-Bestattung.

00:10:11: Erben redet ihr noch miteinander oder erbt ihr schon her.

00:10:15: und sowas kannst du ja vorher regeln und ich finde es vorher zu regeln das ist auch sage ich mal ein liebevoller Akt gegenüber deinen Angehörigen und insofern habe ich versucht so viel wie möglich festzulegen und zu regelen und ich denke auch drüber zu sprechen.

00:10:32: Es ist eigentlich am Ende immer positiv, weil du doch dann sehr existenziell wirst.

00:10:38: Also ich weiß, wir hatten so einen Grillabendag auf Usedom an unserem Ferienhaus und dann habe ich mit einem Arzt der da war angefangen Über ein Todesfall.

00:10:46: Da kannten wir beide, die Personen zu sprechen und sagten, jetzt lasst das doch!

00:10:49: Und es ist auch unangenehm.

00:10:51: Meine Asche soll sowieso irgendwo versteuert werden.

00:10:53: Und dieselbe Frau, die gesagt hat, meine Asche sollte irgendwo verstreut werden, sagte dann aber ich bin mit meiner Schwester mal nach Russland gefahren mit der Aktion Söhnezeichen und habe das Grab meines da verschollenen Vaters gesucht.

00:11:05: Das heißt sie hatte ja auch einen Grab gesucht?

00:11:07: Ich hab gesagt du willst kein Grab wo jemand mal hingehen kann und sagen kann guck mal das war meine Tante Oma Mutter, Schwester?

00:11:15: Das ist absurd eigentlich.

00:11:17: Sie hat den Ort gesucht aber wie sie sagen sich selbst werden verstreut und nirgendwo sein.

00:11:21: sehr auch das viele... Also das Gefühl hab ich.

00:11:24: Ich war auch in der Bestattungsbranche, vierundhalb Jahre tätig und viele setzen sich gar nicht damit auseinander.

00:11:29: was ist rechtlich überhaupt im Orten?

00:11:31: Man darf ja nicht einfach auf seinem Grundstück Asche verstreuen!

00:11:34: Das ist ja manchmal wirklich irre weil wenn man sich damit nicht beschäftigt dann denken die Angehörigen regeln das ja irgendwie wie sie auch sagen, die sitzen da die Anhörigen und wissen gar nichts davon.

00:11:44: Also die wissen keine Wünsche oder auch bei Vorsorgung.

00:11:46: Es geht ja nicht mal um den Tod, es geht ja schon um Betreuung und Pflege.

00:11:50: Wenn da ja nicht vorgesorgt wird ist das wirklich schwierig.

00:11:53: Das heißt sie haben für sich vorgesorgt und haben, ich sag mal, das Wichtigste geregelt auch?

00:11:58: Was ist alles eigentlich?

00:11:59: Ja

00:11:59: also das finde ich ungeheuer wichtig.

00:12:01: meine Nordrhein-Westfalen hat jetzt diese Friedhofspflicht bestattungspflicht aufgehoben.

00:12:05: Und da frage ich mich auch was macht das mit Familien?

00:12:08: Wir waren drei Schwestern.

00:12:09: ein kleiner Bruder ist ganz früh auch gestorben.

00:12:12: Stell dich mal vor, mein Vater ist gestorben als ich sechzehn war.

00:12:15: Jetzt hätte die eine Schwester die Urne gehabt und dann sagt die andere Schwester irgendwann jetzt will ich aber mal den vater zuhause im Regal haben.

00:12:22: also Ich finde ein öffentlicher Friedhof wo jeder zum Grab gehen kann Das ist auch ein Kulturgut.

00:12:28: Also wie wir mit unseren Toten umgehen das sagt ja auch was was wir von Menschen halten.

00:12:34: Ich hab mit meinem Zahnarzt darüber mal diskutiert und ich weiß halt, meine Arche soll auch verstreut werden.

00:12:38: Aber ich war natürlich in einer schwierigen Situation beim Argumentieren, aber vielleicht will ich zum Friedhof gehen.

00:12:44: Seh ihren Grabstein und sag guck mal das war mein Zahnarz.

00:12:47: Das ist ja auch Erinnerungskultur.

00:12:51: also die Toten einfach verscharen... Nicht umsonst haben so viele die Gräber ihrer Toten dann gesucht.

00:12:57: Wo ist der Vater im Krieg eigentlich gefallen, verstorben?

00:13:00: Gibt's da noch Überreste?

00:13:01: Ich war mal in Verdun.

00:13:03: Da gibt es das Knochenhaus von Du Oumon Und da sind von hundertdreißigtausend jungen Männern, achtzehn, neun, zwanzig Jahre alt.

00:13:10: Die Knochen!

00:13:11: Da liegen einfach nur die Knochern, weil man sie nicht mehr identifizieren konnte und das tut richtig weh finde ich.

00:13:16: Ja

00:13:16: oder wenn wir jetzt mal schaut ein Anderländer in Mexiko, die haben ja den Dia de los Muertos, mein spanisch verzeiht mir, die feiern ja auch den Tod.

00:13:24: Da gibt's ja einen Todestag, der geht mal auf den Friedhof, da picknickt man auch mal auf dem Friedhof... Der Ort, in dem man hingeht und das Leben auch feiert.

00:13:32: Das geht nicht nur um den Tod.

00:13:34: Weil der Tod hängt mit dem Leben zusammen.

00:13:36: Ohne gelebt zu haben kann man ja auch nicht sterben.

00:13:39: Also es ist so ... Ich sag mal ich glaub ein bisschen im Umbruch wie wir das gerade erleben was den Tod angeht einfach auf viel klar durch die ganze Corona-Situation wo der Tod dann doch näher gerückt ist an viele auch durch die Medien.

00:13:53: aber ich weiß nicht ob der Umbruchs so gut ist wie wir's grade haben weil Es ist nicht gut, es ist nicht schlecht.

00:14:00: Früher hat man drei Tage aufgebaut zu Hause und macht mehr auch nicht mehr ... Ich find der Tote schwierig geworden das Thema.

00:14:09: Finden Sie's wird einfacher so drüberzusprechen?

00:14:12: Nein, es wird nicht einfacher aber ich würd trotzdem dafür plädieren.

00:14:16: deshalb mach ich ja heute hier mit drüber zu sprechen.

00:14:19: Ich erinnere mich an die Trauerfeier für Nelson Mandela.

00:14:21: den hab ich sehr bewundert.

00:14:22: Das war auch so ein Held neben Martin Luther ging meiner Zeit jedenfalls Alle fanden den großartig, weil er nach sieben zwanzig Jahren Gefängnis da rauskommt und nicht verbittert ist.

00:14:35: Sondern die Welt anstrahlt voller Versöhnung!

00:14:37: Und dann stirbt der ... Ich hab die Übertragungen damals geguckt.

00:14:41: Das war dieses Stadion.

00:14:42: Tausende von Menschen in Südafrikaner haben getrommelt, getanzt im Bund.

00:14:47: Dann gab's so einen schwarzen Block.

00:14:49: Das waren die europäischen Staatsgäste.

00:14:51: Die konnten damit überhaupt nicht umgehen gehemmte Kultur haben, was das betrifft.

00:14:57: Also bei Beerdigungen habe ich auch immer gesagt bringt die Kinder mit.

00:15:00: ja die Kinder sollen da sein.

00:15:02: Die sollen das erleben dürfen und ich weiß als einer meiner besten Freunde gestorben ist fünfundvierzig Jahre alt den hab ich bestattet Und er hatte sich gewünscht dass seine frau das hellgrüne kostüm anzieht Dass sie bei ihrem letzten gemeinsamen urlaub gekauft haben und einen grünen sag.

00:15:18: Das hatte das Dorf noch nicht gesehen.

00:15:21: Die Leute waren empört, aber sie hatte ihr hellgrünes Konstymen an und als wir den Sarg gesucht haben, hab ich gesehen, es gibt's auch in Lila und deshalb hab ich gesagt Ich möchte den Lilanen-Sarg haben auf jeden Fall.

00:15:33: Und ich denke wenn ein alter Mensch stirbt wie Nelson Mandela oder wenn ich jetzt sterbe Wir haben unser Leben ja gelebt Da können wir ja das Leben feiern was wir leben durften.

00:15:43: Wenn natürlich ein Kind stirbt Ein jugendlicher ein junger mensch Dann betrauen wir natürlich auch das Leben, dass er oder sie nicht leben durften.

00:15:52: Und trotzdem... Also das erste Kind, das ich beerdigt habe war fünf.

00:15:57: Und die Kleine, das will ich nie vergessen.

00:15:58: Die Eltern haben sie aufgebahnt.

00:16:00: Das war Dorf-Tradition und sie hatte ihre Barbiepuppe in der einen Hand und ein Schneeglöckchenstrauß in den anderen.

00:16:06: Es war herzzerreißend, muss ich auch sagen schluckig heute noch.

00:16:09: Aber das ganze Dorf aus jedem Haus ist jemand mitgegangen zum Grab.

00:16:13: Sie sind alle vorbei an dem offenen Sarg und dann haben wir den Sarg zum Friedhof gebracht.

00:16:18: Und es hat mich angerührt weil's für die Eltern ja auch und für die Schwester so eine ... diese Beteiligung aller Das trägt ja auch.

00:16:27: Und deshalb sage ich immer, nicht ... Ich möchte keine Trauerbekundigung am Grab und dann wird gesagt, dieses Essen hinterher geht doch nicht doch, das gehört dazu.

00:16:38: Dann kommen die Lebenden zurück unter die Lebende.

00:16:41: Die Toten müssen wir begraben?

00:16:43: Ja.

00:16:43: Es ist jeder wie es emotional kann.

00:16:46: Wenn nicht drinsteht irgendwo mit keine Traurbekundigungen aber die nahen Angehörigen gehen nach Hause hat jeder Verständnis für.

00:16:54: oder viele haben Verständnis für.

00:16:56: Man muss auch nicht zwingen, wenn man das wirklich emotional ja nicht schafft.

00:16:59: Nein, zwingend finde ich auch nicht.

00:17:00: Aber ich weiß persönlich, dass es gut tut.

00:17:03: Meine Schwester ist vor kurzem gestorben die Älteste und es war für uns alle wirklich schlimm weil das war so eine ganz pitte Frau immer gesund agil und alles und dann kriegt ihr einen Hirntumor Und von der Diagnose bis zum Tod waren's zehn Tage und ich muss sagen, das hat mich auch ganz persönlich ... Das war meine große Schwester ja also auch wenn ich schon alt bin aber Die war halt ein Leben lang da, das sind ja auch die letzten Zeuginnen und Zeugen deiner Kindheit.

00:17:30: Und ich finde mein Schwager und seine Kinder und Enkel haben das gut gemacht ganz in der Kirche am Friedhof Trauerbekundigung.

00:17:38: Dann haben wir, ich glaube, hundert dreißig Menschen waren das dann zusammengesetzene Suppe gegessen.

00:17:43: Und dann fing es an dass man sich wieder unterhält uns auch hier Heiterkeit gibt.

00:17:48: und guck mal wie groß bist du geworden?

00:17:50: Das dachte ich genau der Leichenschmaus, der immer so ein bisschen suffisant gesehen wird.

00:17:58: Genauso ist das.

00:17:59: Da holst du die Lebenden wieder zurück in die Gemeinschaft?

00:18:03: Du betraust ... Ich hab auch geweint natürlich!

00:18:06: Du darfst auch weinen und traurig

00:18:07: sein.

00:18:08: Und die Kinder dürfen das auch sehen und ihre Enkelkinder haben auch geschlucht am Grab.

00:18:13: aber wir haben in Frieden, ich würde sagen in Friedens Abschied genommen und das ist wichtig dass du deinen Frieden damit finden kannst

00:18:19: auf jeden Fall, als besonders wenn es ja nur zehn Tage gewesen sind.

00:18:22: Das ist eigentlich nichts was eine Woche heutzutage also das...

00:18:26: Sie haben ja gefragt nach der Religion auch und muss sagen als dann klar war mein Schwager hat uns angerufen hat gesagt sie ist im Koma und sie wird nicht mehr aufwachen und sie hatte ne Patientenverfügung.

00:18:37: sie wollte dass die Geräte dann abgestellt werden.

00:18:39: da sind meine andere Schwester und ich hingefahren nach Kassel Und haben sie verabschiedet mit einem Gebet.

00:18:45: wir haben ein Gebet gesprochen Lied gesungen, befiel du deine Wege und haben sie ausgesegnet tatsächlich.

00:18:51: Und dann hat mein Schwager die Magen sonder entfernen lassen und ich glaube zwölf Stunden später ist er gestorben aber in Frieden und meine Schwester wollte das so.

00:18:59: es tut uns weh Aber in Friede oder ich habe das vorhin schon erzählt hier glaub ich weil ihr die Glocken geläutet haben Als meine Mutter gestorben ist, die hat das echt geschafft am Sonntagmorgen beim Glockenleuten zu sterben.

00:19:12: Und da hat meine mittlere Schwester bei der sie gewohnt hat und gesagt, dass unsere Mutter genau das geschafft hat, ja?

00:19:17: Beim GlockENleuten to sterben!

00:19:19: Da war dann auch ein bisschen Heiterkeit, die war einundneunzig ... Die wusste oder wollte das Leben dann auch loslassen.

00:19:27: Und das ist was anderes als bei einem Kind, bei einer Jugendlichen?

00:19:29: Absolut

00:19:29: klar!

00:19:29: Trauer gehört auch immer irgendwie dazu.

00:19:31: also auch wenn man weiß jemand stirbt und die Geräte werden ich sag mal absichtlich ausgeschalten weil es auch der Wunsch war oder wäre angerückt Gesicht dafür entscheiden Es tut ja trotzdem weh.

00:19:41: Ich will den Tod nicht schön reden.

00:19:43: Also Tod schmerzt und die eigene Sterblichkeit wenn du dir ins Gesicht guckst.

00:19:50: Heinz Zahnden, bekannte Theologe mal gesagt.

00:19:53: Wenn das allgemeine Wissen, dass der Mensch sterblich ist zu sehr persönlichen Botschaft wird, dann verändert das noch was.

00:19:59: Das ist doch klar!

00:20:00: Aber in Frieden sterben zu können heißt ja auch ... Dass ich sage, das war gut so und es war mein Leben.

00:20:06: Und das würde eigentlich allen wünschen, wenn ich so gerantige Alte sehe.

00:20:10: Es gibt immer über alles Meckern.

00:20:13: Dann denke ich auch, schau drauf, was gut war im Leben.

00:20:15: Ich glaube, das sieht ganz anders aus.

00:20:17: Haben Sie Angst vor dem Tod?

00:20:19: Oder ist für ihn eher was ... Für sie was Güthiges.

00:20:22: Ich find, den Gedanken ich persönlich finde, das ist irgendwas Güthiges.

00:20:26: Weil man weiß die Zeit, die man dann lebt hat doch viel mehr Wert.

00:20:31: Das für mich persönlich, wenn ich weiß irgendwann zu Ende.

00:20:33: Es ist wichtiger, dass ich dadurch den Moment jetzt schätze, weil ich weiß ja nicht, leb' ich in einer Stunde überhaupt noch?

00:20:38: Das ist diestypisch.

00:20:39: Ich kann über die Straße gehen und überfahren werden.

00:20:42: Ich natürlich auch berufsbedingt mach mir viele Gedanken um den Tod.

00:20:46: Aber ich hab da durch ... das Leben mehr wertschätzen gelernt.

00:20:49: Auch wenn schlechte Phasen sind, ich bin auch schon in der Depression mal in meinem Leben gewesen und da war der Tod eher was Güthiges weil ich wusste es ist nicht immer schlecht und irgendwann gibt's eine Ende.

00:21:01: Sei es ich werd wieder fröhlich oder vielleicht anderweitig.

00:21:05: aber ich weiß einfach der Tod ist was Gühtiges für mich persönlich.

00:21:08: Weils einfach so ein Abschluss ist.

00:21:10: Wie ist es denn bei Ihnen, wenn ich fragen darf?

00:21:12: Ja, da muss ich jetzt noch mal mit einer Bibel stelle kommen.

00:21:14: Gerne,

00:21:15: gerne!

00:21:15: Das

00:21:15: habe ich ja gefragt.

00:21:15: also... Im Psalm neunzig heißt das Lehre uns bedenken dass wir sterben müssen auf das wir klug werden und das finde ich einen guten Satz weil sie sind jetzt auch sehr jung.

00:21:25: aber wenn du trotzdem drüber nachdenkst wie endlich dein Leben ist dann wirst du klug weil dir sehr klar ist Heute könnte der letzte Tag deines Lebens sein und dann genieß es.

00:21:35: Es wird Frühling, es ist wunderbar.

00:21:37: Sonne kommt gerade raus.

00:21:38: Heutig!

00:21:38: Ja,

00:21:39: das merkt ihr auch grade.

00:21:41: Ich denke Menschen leben bewusster wenn ihnen klar ist dass das Leben endlich ist Und die die das einfach so wegstecken.

00:21:46: also ich meine Donald Trump nervt alle aber ich denke immer Dass der Achtzig wird und endlich ist das sieht ja überhaupt nicht.

00:21:54: oder?

00:21:55: ich sag mal Blatty mir put ihn wahrscheinlich auch nicht.

00:21:57: Ich denke, du würdest anders leben.

00:21:59: Mein Leben ist kostbar endlich und dann lebe ich

00:22:03: klug.".

00:22:04: Und so geht mir das auch.

00:22:05: Ich hab vor dem Tod selbst keine Angst, aber wie viele Menschen natürlich auch frage ich mich, wie werde ich sterben?

00:22:11: Alle in meinem Alter ... Ich werd jetzt altundsechzig, meine Freundinnen und Freunde sind siebzig, zwanzig, fünfundsiebzig!

00:22:17: Wir wissen alle nicht, wie es wird.

00:22:19: Das ist wie bei der Geburt, da denkst ja auch vorher, wie wird das?

00:22:23: Es wird immer anders als du planst.

00:22:25: Und beim Sterben sehe ich das genauso.

00:22:27: Und natürlich ist die Frage, wie gehe ich darauf zu?

00:22:31: Ich habe mit meiner ältesten Tochter neugisch gesprochen und gesagt ja wenn ich jetzt beschließe zu sterben... ...und ich wäre jetzt das letzte Mal hier, wie würdest du das sehen?

00:22:40: Hat sie gesagt, ich würde es nicht wissen wollen aber ich will ein Brief von dir, dass du das bewusst entschieden hast!

00:22:44: Und da habe ich gedacht aber wer ist nicht besser?

00:22:46: wir würden dann sagen heute ist das letzte mal, sagst du nein Mama, das würde ich nicht wissen Aber ich hätt gern ein Brief von dir, dass du ganz bewusst das letzte Mal hier warst.

00:22:54: Das fand ich auch interessant.

00:22:56: Spannend!

00:22:56: Man geht da vom Gegenteil aus... Also man denkt ja immer, das Schlimmste was man machen kann ist gehen und einen Brief hinterlassen?

00:23:00: Ja

00:23:00: aber das hat sie gesagt meine älste Tochter hat es ganz bewusst gesagt.

00:23:03: Hat gesagt, du solltest das dann so machen.

00:23:05: Habe ich auch überlegt, hm also du musst ja auch immer überlegen, was mutest du den anderen zu?

00:23:11: Ich hab nur hier ein Hospiz sehr begleitet seit über zwanzig Jahren Ulhornhospiz Und auch die Palliativstation im Friedrichenstift in Hannover.

00:23:20: Da weiß ich noch, als ich noch Bischofin war es ja ewig lange her alles.

00:23:23: aber da haben wir gekämpft für die ersten drei Palliativbetten mitspenden.

00:23:28: Ich weiß auch dass ich eine Pressekonferenz gegeben habe als die erste Krankenkasse in Deutschland sich entschieden hat palliativ betten tatsächlich zu finanzieren.

00:23:35: das ist gar nicht so lange her Alles.

00:23:39: und heute haben wir diese Hospize.

00:23:40: und mein mein Wunsch ist eigentlich wenn ich merke Das geht jetzt zu Ende.

00:23:44: Ich würde gerne ins Hospiz gehen, weil ich mag die Atmosphäre und die Menschen da kennen das Sterben.

00:23:50: Die sind nicht so aufgeregt!

00:23:51: Also wenn ich meine Vierdurchter alle um mich hätte und sie wollen noch lauter Sachen regeln, dann wäre mir zu viel am Ende.

00:23:58: Und ich weiß, dass Sie im Hospiz ... Ich hab ja auch viele andere Hospize besucht, nicht nur das Urlauenhospiz hier, dass sie dir Zeit geben.

00:24:05: Du kannst sagen, das würd ich jetzt gerne machen oder ich will meine Ruhe bitte geht doch mal raus.

00:24:11: Ich habe es auch oft erlebt, dass mir Leute dann gesagt haben, die Mutter ist gestorben.

00:24:14: Als ich gerade mal schnell duschen gegangen bin oder telefonieren gegangen.

00:24:17: Aber manche wollen dann auch sterben wenn keiner da ist und das ist kein Fehler von dir, die du grade nicht da warst Und das finde ich im Hospiz so angenehm Das auf die Wünsche der Sterbenden unaufgeregt, sag ich mal eingegangen wird.

00:24:34: Da ist ja auch einfach klar eigentlich man stirbt?

00:24:36: Ja du gehst dahin weil du sterben wirst und da musst du auch gar nicht diskutieren.

00:24:38: aber wir haben da auch Sommerfeste gefeiert wirklich schöne Sommerfester oder waren dann auch Angehörige von verstorbenen aber selbst Sterbende haben teilgenommen zum Teil im Rollstuhl.

00:24:48: also ich finde dass die Hospiz Bewegung da habe ich allergrößte Hochachtung ehrenamtlich.

00:24:54: Fast durchgehend, ehrenamtlich gegründet und durchgeführt wurde.

00:24:58: Cecily Sonders ist ja die Gründerin im Grunde dieser ganzen Idee.

00:25:03: also das finde ich großartig und ich finde auch gut dass heute die Palliativmedizin ganz klar ist dass du schmerzfrei in den Tod gehen kannst weil das war ja früher so... Ich habe ein Freund in der Schweiz der gestorben ist.

00:25:14: er hat mich mit dem Auto zum Flughafen gefahren hatte seine Morphiumflasche dabei und ich hab gesagt also erfühle ich mich sehr sicher im Auto aber es war in der schweiz möglich Und hier hat man oft gesagt, wir geben den Sterbenden doch kein Morphium.

00:25:25: Die könnten abhängig werden, hab ich auch gedacht.

00:25:27: Danke schön!

00:25:28: Wenn das schon im Sterbensprozess ist... Ja bitte.

00:25:30: ...was ist da eine Abhängigkeit für ein Problem?

00:25:32: Also bitte dann Morphiom und bei meiner Schwester habe ich eben auch erlebt als die Magensonde raus war, dass Morphim wurde eben hochgezogen.

00:25:38: Dann konnte sie ganz ruhig und schmerzfrei in den Tod gehen.

00:25:41: Ich möchte auch bitte Schmerz frei in den todgehen.

00:25:44: Es ist ja leider so auch Studien zufolge, dass nicht jeder Mensch ausreichend sediert werden kann.

00:25:49: Also das Morphium und andere Schmerzmittel nicht bei jedem... erfolgreich so eingesetzt werden können, dass man komplett schmerzfrei ist.

00:25:57: Bei manchen hilft es nur noch ein paar Stunden.

00:25:58: auch viele mit Krebserkrankungen die sagen ja super jetzt habe ich mal wieder zwei drei Stunden Ruhe aber dann fängt's wieder an.

00:26:04: also das ist ja auch im Hospiz ja auch manchmal das Problem dass man denkt okay ich gehe ins hospice ist alles unspannend aber dann im Endeffekt klappt es doch nicht so wie man sich das wünscht.

00:26:14: und da gibt es auch einige die sich dann auch wenn sie schon um hospice sind an uns wenden und sagen Hospiz ist zwar schön und gut, aber trotzdem wird mir das Sterben nicht so ermöglicht wie ich es mir eigentlich vorstelle.

00:26:26: Wir sind ja einfach eine Sterbehilfeorganisation und wir begleiten sozusagen den ärztlich assistierten Suizid.

00:26:32: Bedeutet als Ärzte von uns, die sind frei beruflich tätig, die widmen sich sterbewilligen Menschen?

00:26:39: Wie stehen Sie dann zu dem Thema mit der Sterbehhilfe also mit dem ärzig assistierten suizid?

00:26:44: Wie stehen sie da persönlich dazu?

00:26:46: Sie wissen, dass das kirchlich hoch umstritten ist.

00:26:49: Ja!

00:26:49: Das ganze Thema.

00:26:50: aber ich muss immer sagen seit des Bundesverfassungsgerichtes im Jahr- und Jahr-und-Zwischen entschieden hat, dass es zur Autonomie des Menschen gehört auch sterben können zu wollen, dass in der Autonomien des Menschen steht erwarte Ich, dass Es endlich eine klare gesetzliche Regelung gibt.

00:27:07: und seit sechs Jahren steht die aus gab ja einen Versuch im Bundestag.

00:27:11: Ich finde, es sollte eine Regelung geben.

00:27:12: Das muss ich ganz klar sagen, das kann nicht akzeptieren, dass ein sechsundzwanzigjähriger junger Mensch mit Liebeskummer sich das Leben nimmt.

00:27:20: Das macht er vielleicht trotzdem, obwohl ich das traue.

00:27:22: Aber da ist der hypocratische Eid, für mich steht dem das entgegen und es gibt ja auch Fälle wo dann ein so junger Menschen über eine Therapie mit einer Depression auf wieder neuen Weg findet.

00:27:38: aber wenn ein Mensch Glas klar, im Sterbeprozess ist.

00:27:43: Also wie gesagt ich hatte zweimal Brustkrebs und wenn es jetzt klar gewesen wäre... Ich habe noch sechs Monate.

00:27:48: und dann ist die Frage Wie lang gehe ich diese Strecke?

00:27:53: Dass wenn ganz klar ist da ein Sterbepsprozess vorhanden Dann finde ich darf der Mensch auch entscheiden diesen Prozess zu verkürzen.

00:27:58: das könnte ich auch christlich verantworten und sagen also Der liebe Gott zwingt dich nicht zu leben der wünscht ihr Leben aber er zwingte sich nicht zu Leben Und ich denke dass das verantwortlich ist.

00:28:09: Allerdings eben, wenn es klar ist, dass ein Mensch aufs Sterben definitiv zugeht.

00:28:14: Also ich lehne's ab, das einfach jeder der jetzt keine Lust mehr hat zu leben, sich zuizidiert und bei den Kessler Zwillingen fand ich das ja so ein ganz empfohlebar auch

00:28:25: groß

00:28:26: diskutiertes Thema.

00:28:28: Hat mich das auch bedrückt?

00:28:30: Weil ich dachte sie ist das ein Foto gewesen weiß nicht gala bunte was man beim Friseur sieht, dass die beide noch kurz vorher bei so einem Empfang ganz positiv waren.

00:28:40: Ich finde es irritierend, weil die Bremse, die ich da habe ist.

00:28:44: Wenn wir dazu kommen zu sagen altes Leben ist nicht mehr lebenswert dann verändert das auch unsere Gesellschaft und würde mir jetzt auch sagen Joa Frau Kiesmann sind sie noch ganz fit Aber dann irgendwann belasten sie doch auch finanziell die Krankenversicherung, die Pflegeversicherung und ihre Mitbewohner.

00:29:02: Und was weiß ich?

00:29:03: Jetzt wird es noch langsam mal Zeit.

00:29:05: Das würde ich verhindern wollen indem ich sage wenn jemand aufs Sterben zugeht ja wie bei meiner Schwester auch das verkürzen.

00:29:12: Das war jetzt nicht ja doch verkürzt.

00:29:14: aber da würde ich auch sagen hat der Mensch an das Recht zu sagen Ich muss nicht die letzte Strecke ganz gehen.

00:29:20: in dem Fall würde ich das akzeptieren.

00:29:22: Sie haben ja das wirklich Klassikerbeispiel angebracht, dass wir auch gerne anführen.

00:29:26: Dieses typische Jemand hat Liebeskummer und möchte deswegen sterben ist in einer sogenannten Akutsituation vielleicht in seinem Leben Und es tatsächlich so des Bundesverfassungsgericht Urteil ist relativ Seitenreich muss man auch sagen.

00:29:40: Wenn man sich daran hält, was man auch machen sollte weil es ja nur dann straffrei ist das umzusetzen werden diese Sterbewilligen gar nicht dazu kommen eine Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen.

00:29:50: Weil es ist ja auch so etwas wie ein Konstanz des Wunsches muss da sein die Freiverantwortlichkeit in so einem Fall.

00:29:56: auf jeden Fall bräuchte man Fachärztliches Gutachten.

00:29:59: und ich sage mein Facharzt der solche Situation erkennt wird niemals sagen okay der wünscht zu einer Sterbehhilfe ist in dem Fall zu respektieren, dass man das auch umsetzt.

00:30:09: Also es sind immer so die Klassikerbeispiele oder auch andere Beispiele bei denen man sagt... Okay, ja sehen wir auch so.

00:30:15: Wir sagen zum Beispiel bei unserer Organisation unter achtzehn Jahren nehmen wir niemanden.

00:30:20: Auch wenn das rein vom Bundesverfassungsgericht möglich wäre und auch Umsetzung in Deutschland durch andere Vereine gemacht worden sind, sagen wir ah das ist jetzt unsere Grenze erst ab Volljährigkeit.

00:30:30: Und wie gesagt jemand mit Liebeskummer der würde gar nicht dazu kommen weil es gibt ja schon auch diese Prüfinstanzen dass man eben die Freiverantwortlichkeit Konstanz des Wohnensches unter anderem prüft.

00:30:39: Das heißt also dieser Liebeskommer Beispiele.

00:30:44: Deswegen machen wir auch so viel Aufklärung, dass das endlich mal so ein bisschen rauskommt aus der Gesellschaft und mehr gezeigt wird.

00:30:48: es geht gar nicht laut den aktuellen Bedingungen.

00:30:50: Das ist zwar noch kein Gesetz aber die Umsetzung geht nicht und wenn jemand so einen Fall umsetzen würde müsste er wirklich damit rechnen, dass die Staatsanwaltschaft das prüft und das vor Gericht landet.

00:31:00: definitiv finden wir auch zurecht weil so eine Situation sollte nicht ausgenutzt werden von weder von einem Arzt noch von einer Organisation oder sonst irgendjemandem.

00:31:09: wiederum sehe ich das mit dieser Lebenssad hat ein bisschen anders.

00:31:13: Wir haben auch einige, die sich an uns wenden.

00:31:16: Die sag mal um die, ... bis über hundert Jahre alt sind?

00:31:20: Vielleicht nur so'n paar ... mein nettes Multimorbide also viele Erkrankungen hat aber vielleicht jetzt nichts Lebensbetrohliches.

00:31:28: Vielleicht der Inkontinenz, die Sicht ist schlechter geworden und die sagen ah ich hab mein Leben gelebt!

00:31:33: Ich möchte nicht mehr.

00:31:35: Und warum sollte man das den Menschen Nicht vereinfachen, also wie ich es bei Ihnen rausgehört habe.

00:31:40: Sie haben Bauchschmerzen damit wenn jemand sagt Ich bin körperlich eigentlich fit in Anführungszeichen hab nix lebensbedrohliches aber ich möchte nicht mehr.

00:31:47: Also warum soll so eine Person nicht gehen dürfen?

00:31:51: Ja erst mal bin ich nicht.

00:31:53: die Verbietungsinstanz.

00:31:54: ja.

00:31:54: also ich verbiete das niemandem.

00:31:56: Aber ich finde es schwierig weil Du ja dann sagst, also wenn ich nicht topfit bin.

00:32:02: Wenn ich nicht mehr ganz agil bin in Kontinenz wäre für mich kein Grund mir das Leben zu nehmen.

00:32:10: Wie gehen wir denn eigentlich mit Menschen um die ständig mit Behinderung leben müssen?

00:32:14: Die ständig damit leben müssen dass sie nicht dem Bild der Influencerinnen und Influenzer aus Dubai jetzt mal entsprechen.

00:32:23: Also für viele Menschen ist das Leben ja belastet indem Sie Multiplasklerose leben müssen beispielsweise oder eben im Rollstuhl sitzen.

00:32:35: Ihr Leben sehr anstrengend ist allein sich selbst körperlich zu versorgen und das dann direkt defizitär zu sehen, da habe ich dann doch Probleme weil mein christliches Menschenbild mir natürlich sagt jedes Leben ist gleich viel wert.

00:32:48: also der erfolgreiche Geschäftsmann Ist nicht mehr wert, als dieser junge Mann im Rollstuhl der mit einer schweren Behinderung leben muss.

00:32:56: und das schöne Model da auf dem Laufsteg ist auch nicht mehr Wert.

00:32:59: Als dass kleine Mädchen das schwer erkrankt ist.

00:33:03: also die Wertigkeit des Lebens Die ist für unsere Gesellschaft glaube ich wichtig zu sagen es geht nicht nur um Leistung Schönheit und Geld Sondern jeder Mensch ist für mich Gottes eben Bild Und dem würde das widersprechen.

00:33:19: Wie gesagt, ich verurteile da niemanden und bin auch nicht die, die sagt verbieten.

00:33:22: Ich kann es sogar nachempfinden.

00:33:23: Ich werde ja auch älter und bin nicht mehr so leistungsfähig wie das sicher mal war.

00:33:29: aber trotzdem würde ich dafür plädieren zu sagen den Sterbeprozess verkürzen.

00:33:34: Das ist für mich keine Frage dass das positiv zu sehen ist.

00:33:37: Aber vielleicht ist dieser Mensch sehr einsam.

00:33:41: oder was ist eigentlich der Grund, warum das Leben nicht mehr lebenswert ist?

00:33:44: Das würde ich dann fragen.

00:33:45: Freust du dich nicht, dass jetzt Frühling wird und wir mal zusammen

00:33:48: rausgehen?".

00:33:48: Oder Einsamkeit ist glaube ich ganz oft ein ganz tiefes Empfinden, dass das Leben Nicht-Lebenswert isst?

00:33:56: Ja also stimmig auf jeden Fall.

00:33:58: zu viele sind einsam die dann sagen sie sind so genannt lebenssatt es haben's leben gelebt und möchten nicht mehr.

00:34:05: Es sind aber auch nicht alle einsamen sondern manche sagen einfach Ich bin jetzt und neunzig Jahre alt, ich mag einfach nicht mehr.

00:34:11: Und auch natürlich wenn jemand keine Erkrankungen hat auch dann gibt es eine gewisse Wartezeit.

00:34:16: also dann sagt man nicht innerhalb von einem bis zwei Wochen ja okay macht mir gar kein Problem sondern mal wartet schon und beobachtet und schaut bessert sich das Ganze oder holt sich noch weitere Atteste rein die einfach das bestätigen.

00:34:27: Aber das ist ja auch diese Selbstbestimmtheit wieder, dass man sagt okay ich hab jetzt mein Leben gelebt.

00:34:32: Und was auch sehr verschwiegen wird, ist ja das Thema Alterssuizide.

00:34:36: Ich habe in der Vorbereitung auf heute einen sehr interessanten Talk gesehen.

00:34:41: da haben Sie mit dem Verein Argos gesprochen die kümmern sich um Angehörige von Suiziden und da haben sie auch erwähnt, dass hauptsächlich Männer vor einem Zug springen.

00:34:52: Das ist selten wie Frauen sind es sind meistens die Männer.

00:34:56: Ich sag mal, solche Suizide sind schon mehr besprochen in der Gesellschaft.

00:35:01: Wenn jemand auch in einem mittleren Alter ist, ich sag mal um die dreißig bis Mitte fünfzig herum, wenn sich jemand suizidiert.

00:35:08: Aber diese Alterssuizide wie viele versuchen Handfenster im Pflegeheim zu kommen und rauszuspringen oder anderweitig was wir mal hatten ehepaar die Rohreiniger aus den Sechziger noch hatten und versucht haben es hat nicht funktioniert.

00:35:21: also es melden sich viele viele bei uns ja Versuche schon mal hinter sich hatten im Alter, weil sie gesagt haben ich mag nicht mehr.

00:35:27: Aber wissen gar nicht dass man vielleicht einen anderen Weg suchen kann.

00:35:32: und das ist ja schon, ich sag meine Art Hilfe Ruf aber Hilfe Ruff nach dem Tod den man sich auch wünscht.

00:35:38: also Deswegen finde ich es immer ein bisschen schwierig auch zu sagen, dass vielleicht man das von außen wieder gebogen bekommt.

00:35:43: Wenn jemand einsam ist, wenn manche möchten ja auch einsam sein also manche möchte gar nicht so sagen Ich gehe jetzt noch mit fünfundneunzig doch in die Kirche, weil man vielleicht damit nichts zu tun hat und vereine Also was ich damit sagen will Ja, es gibt manchmal Gründe die man sieht, die vielleicht zu diesem Wunsch das Leben zu beenden mit hineingehen.

00:36:02: Aber für viele ist auch einfach sie mögen nicht mehr.

00:36:06: Die haben ihr Leben gelebt und erwarten nichts vom Leben.

00:36:10: Ist es für Sie aus dem Christlichen heraus so, dass Sie sagen mal hat immer was vom Leben zu erwarten?

00:36:14: Oder kann das fast auch nicht einfach voll sein?

00:36:16: Dass man sagt ich erwarte nix mehr, habe alles gemacht und reicht doch!

00:36:22: Also wie gesagt ... Ich kann nachvollziehen, was Menschen da denken.

00:36:26: Da ich ja jetzt selber auch alt werde und dass sich vielleicht irgendwann sage Ich mag nicht mehr aber dann muss ich doch christlich obligieren das ich sagen würde Das Leben ist ein Geschenk Gottes Ja und dass du dich einfach wegwirfst.

00:36:38: Und Ja das wäre Leben wäre siebzig Jahre wenn es hoch kommt wird es achtzig Jahre das steht auch in der Bibel.

00:36:45: Aber Dann auch zu sagen Dass Alt sein und dass Defizitärer werden gehört Auch zum leben dazu.

00:36:53: ja also das das ist ja auch Teil des Lebens und ich habe nur viele Menschen auch wirklich sehr alt und wackelig werden sehen.

00:36:59: Ich nehme jetzt Marita Süßmut, als ich das letzte Mal erlebt hab gar nicht lange vor ihrem Tod da war sie wirklich eine sehr wackelige alte Frau aber

00:37:10: taf!

00:37:11: Und das müssen wir doch auch ein Stück... bewundern.

00:37:14: Ich finde, in anderen Kulturen wird das Alter viel mehr wertgeschätzt auch als in unserer Kultur.

00:37:18: Unsere Kultur ist fixiert auf jung sein, fit sein, agil sein und wenn es nicht mehr bist, denkst du dann selber auch mein Leben ist nicht mehr lebenswert.

00:37:26: also ich find das kulturell auch ehrlich gesagt schwierig.

00:37:29: so die Wertschätzung der Alten... wie gibt's bei uns eigentlich?

00:37:32: Die Alpen sind weg.

00:37:34: Zuck ins Heim!

00:37:34: Die Nerven erzählen immer dieselben Geschichten und es ist viel zu langweilig mit denen unterwegs zu sein Und dann fühlen sie sich selbst ja auch so.

00:37:42: Deshalb muss ich sagen, da bin ich relativ... Ich hab Respekt!

00:37:45: Das ist gar keine Frage.

00:37:46: Wie habe ich eben schon jetzt wiederhol' ich mich?

00:37:47: Ich verurteile das auch nicht aber ich plädiere dafür zu sagen es gibt eine Wertschätzung des Alters und deine eigenen Schwäche da musst du damit klarkommen.

00:37:55: Ja, dass ist nicht immer schön Aber so ist das Leben das gehört auch zum leben dazu.

00:38:00: als Kind möchtest du auch vieles was du noch nicht kannst und Als alte musste dann auch begreifen das kann ich nicht mehr ich schaff das nicht mehr.

00:38:08: Und trotzdem, ich sag mal ... Ich schätze das Leben.

00:38:10: Das Leben ist unheimlich kostbar und ich möchte das Leben nicht wegwerfen.

00:38:15: Wie gesagt, den Sterbeprozess verkürzen, dass respektiere ich vollkommen.

00:38:18: aber das andere würde ich immer plädieren sagen komm lass uns noch was machen!

00:38:22: Ich geh mit dir spazieren.

00:38:23: Ähm ... Das Leben is auch schön.

00:38:25: Aber gehen wir jetzt doch in dieses fiktive Beispiel rein.

00:38:28: Sie haben eine Nachbarin's, die sagt, ich mag eigentlich nicht mehr.

00:38:30: dann gehen sie raus mit ihr spaziern.

00:38:32: Das ist schön, sagt sie auch war schön.

00:38:34: Sagt aber ich mag trotzdem nicht mehr.

00:38:37: Ja, also ich werde ihr nicht sagen von mir aus geht auch sterben.

00:38:41: Sondern ich würde

00:38:41: sagen

00:38:42: komm her das gibt doch ganz andere Sachen.

00:38:44: wir geben Ich hol meine sieben Enkelkinder und die spielen mit dir Ball Da kannst du mal wieder lachen ja.

00:38:50: oder ich bring den schönen Blumenstrauß vorbei Die Schönheit des Lebens auch zu feiern.

00:38:56: Selbst wenn du schwach und tüttelig wirst, ich weiß die einen Nachbarin meiner Tochter, die sagt immer, ich warte nur noch auf den Tod.

00:39:01: Dann denke ich, Mann!

00:39:02: Du hast ein schönes Haus, du hast einen schönen Garten.

00:39:05: Du hast Kinder und Enkel ... Was ist das für eine Haltung gegenüber dem Leben?

00:39:12: Manchen ist er einfach nicht rauszubekommen.

00:39:14: Auch dieses Mal schaut von außen drauf und denkt ... Ich verstehe sie da auch absolut, dass man denkt... Guck mal, hat doch noch so viel.

00:39:21: Ist doch noch was Schönes oder die Sonne kommt doch jetzt raus?

00:39:24: Gut also

00:39:24: du kannst natürlich einen Menschen der sagt... Also ich sehe alles nur noch negativ den kannst du ja auch nicht weiß ich auch den kann ich nicht in Anführungsstrichen missionieren dazu.

00:39:32: das Leben ist schön aber trotzdem tut mir es richtig weh weil ich denke andere Menschen in anderen Ländern dieser Erde die kämpfen überhaupt leben zu können.

00:39:41: da siehst ihr dann Bilder von wirklich alten zahnlosen Frauen irgendwo im Jemen dass sie noch ein bisschen Leben haben.

00:39:50: Und da sind wir manchmal auch eine sehr lebenssatte Gesellschaft,

00:39:54: ja?

00:39:55: Also das stört mich auch!

00:39:56: Ja aber weiß halt nicht mehr.

00:39:57: was hat man zu erwarten?

00:39:58: also auch besonders wenn man jetzt vielleicht schon in einem Pflegeheim ist.

00:40:02: Da haben mir auch viele ich sag mal nicht unbedingt die Angst davor aber viele sagen einfach Sie möchten nicht ins Pflegeheim gehen weil das so die Endstation für viele ist dann erstmal dort kriegt sein Mittagessen kann vielleicht noch ein bißchen Fernsehen.

00:40:13: aber viele auch die dann im Pflege heim sind Das ist jetzt wieder anekdotische Evidenz von dem, was wir auch mitbekommen.

00:40:20: Ich auch mitbekomme haben auch nicht mehr so viel zu erwarten.

00:40:23: die sagen dann ja okay einmal die Woche bekomme ich vielleicht Besuch oder alle zwei Wochen und jetzt sitze ich eigentlich nur da und warte auf den Foto.

00:40:30: also wie ich auch sie verstehe sind Sie auch dafür dass einfach Gesellschaft da ein bisschen mehr macht?

00:40:38: bindet ich sag mal die ältere?

00:40:39: ja,

00:40:39: ich finde das auch wirklich muss sagen dieses abschieben weg im pflegeheim und nicht mehr dran denken und tschüss.

00:40:45: Das finde ich auch traurig in unserer gesellschaft.

00:40:47: also wir haben nicht mehr diese groß familien.

00:40:49: wir haben jetzt multilokale Großfamilien aber in der großen familie bei uns war es doch immer so.

00:40:54: natürlich hat sie da die oma Die hat auch alle genervt oft mit ihren geschichten und dass ist zu langsam gegessen hat.

00:41:00: und sonst was gibt er?

00:41:00: diese schöne geschichte dass ein Junge eine Schüssel schnitzt, ich krieg's nicht mehr ganz zusammen und aus Holz und den Eltern gibt.

00:41:09: Dann sag ich was soll das?

00:41:10: Wenn ihr so alt werdet dann müsst ihr so aus der Schüssel essen wie der Opa jetzt.

00:41:14: also Wie gehen wir mit den Alten um?

00:41:16: Das ist doch ne Frage der Gesellschaft Und die haben auf nichts mehr zu warten als auf den Tod.

00:41:20: Ja das könnte ich auch schon sagen Ich bin nicht mehr berufstätig, da warte ich nur noch auf dem Tod Da kann ich mich auch umbringen.

00:41:26: Also Was is lebenswertes Leben?

00:41:29: Also da bin ich schon ein bisschen kämpferisch und sage, dass Leben ist lebenswert auch wenn es defizitär wird.

00:41:35: Und wenn du sagst das jetzt langweilig, weil ich nur noch aufs Mittagessen warte... also was is lebenswertes Leben?

00:41:42: Ich finde das Leben ist schon auch ein Geschenk, das wir leben sollten.

00:41:47: Wenn wir alt werden sind hier alles junge Leute, auch das Kamerateam oder Technikteam aber ihr werdet halt.

00:41:55: Da ist es dann nicht mehr lebens wert, weil wir alt sind Ja, nicht mehr agil sind.

00:42:01: Also ich hab extra eine Wohnung gesucht als ich jetzt im Alt werde, als ich wieder zurück nach Hannover gezogen bin die barrierefrei ist.

00:42:09: also hier kann man beim Rollstuhl rein oder beim Roulator auch die Dusche ist so dass ich mit dem Roulador in die dusche könnte.

00:42:15: also wenn ich nicht dement werde dann müsste ich natürlich in der heim gehen.

00:42:18: da kann ich ja gut gepflegt werden und ich finde das ist wichtiger dass ich mich vorbereite und frage wie will ich alt werden?

00:42:23: Ich würde gerne hier alt werden Wenn ich nicht mehr mobil bin Und ich weiß, dass hier rundherum sind einige Pflegerstationen, mobile.

00:42:31: Ich könnte hier gepflegt werden bis zum Ende und dann gehe ich die letzten zehn Tage ins Hospizus.

00:42:35: Stelle ich mir das vor?

00:42:36: Ich weiß nicht ob es so kommt müssen wir mal gucken.

00:42:38: Der

00:42:38: wünschenswert auf jeden Fall!

00:42:40: Das wäre für mich wünschenzwert und ich würde auch sagen, ich geh die Strecke aber natürlich kann ich in die Autonomie und das hat auch das Bundesverfassungsgericht gesagt, des Menschen da nicht eingreifen.

00:42:48: Aber ich würd immer dafür plädieren sagen wenn du kannst leben und wie viele Menschen auf dieser Welt würden gerne leben.

00:42:54: Aber das ist ja auch wieder so.

00:42:56: dieses Was ist lebenswert?

00:42:57: Das ist ja eh die Frage, weil es empfindet jeder anders.

00:43:00: Und würde nicht vielleicht auch ein Gesetz, welches das Ganze enger, spannend und mehr Vorgaben gibt?

00:43:07: wird da nicht wieder außen die Gesellschaft entscheiden was jemand als Lebenswert empfinden muss?

00:43:12: Weil es empfindet jeder anders, was ist lebenswert.

00:43:14: Manche finden auch ein Pflegeheim-Lebenswert und sagen, ich krieg noch mal einen Mittagessen, sehen das gar nicht so schlimm?

00:43:18: Da kümmert sich jemand, da wäscht mich jemand ... Das finden man total super unlebenswert!

00:43:22: Es gibt auch Dementes, ich hab Dementsheime besucht.

00:43:25: Ich weiß nur eins, weil ich's nie vergessen, war eine Kindergartengruppe.

00:43:29: Eine alte Dame hat da Paar'n-Achzig mit einem kleinen jungen Ball gespielt.

00:43:32: Das hat immer Sophia, du schaffst das.

00:43:35: Die Angehörigen fanden es wahrscheinlich furchtbar, dass sie so dement ist aber die waren in dem Moment glaub ich mit ihrem Leben ganz glücklich.

00:43:41: Das hat ja die Frau von ... Na, jetzt in Tübingen helfen sie mir.

00:43:47: Der Freund von Hans Künk.

00:43:49: Walter Jens gesagt, als er ganz bei Sinnen war wollte er sterben wenn der Dement wird.

00:43:54: Als er Dement war, wollte er leben und das kannst du... Ich glaube, dass ist für uns Alte alle so ein bisschen schwierig.

00:44:00: wir wissen nicht wie es wird.

00:44:02: Und das kannst Du vorher gar nicht so genau einschätzen.

00:44:07: Das treibt schon, hab ich ja eben gesagt in meinem Bekanntenkreis viele um.

00:44:10: Wie wird das sein?

00:44:11: Wie wird es gehen?

00:44:12: Aber mein Plädoyer ist eben... Geht darauf zu!

00:44:17: Lasst euch drauf ein.

00:44:18: und ein Gesetz finde ich sollte kein Verbietungsgesetz sein.

00:44:23: Ich habe mir die Gesetzentwürfe damals auch angeschaut.

00:44:25: Du kannst jetzt nicht sagen Es gibt drei Beratungen im Abstand von jeweils im halben Jahr.

00:44:29: Also nein

00:44:29: Das haben viele ja gar nicht.

00:44:30: Das

00:44:30: geht gar nicht.

00:44:31: Nein das sehe ich auch so.

00:44:32: aber das ist trotzdem eine Beratung gibt.

00:44:36: Das finde ich wichtig.

00:44:37: Dass es ein Gespräch darüber gibt und dass dann zwei Ärzte, Ärztinnen tatsächlich zu zweit entscheiden.

00:44:44: Also das fände ich in einem Gesetz, dass es hoffentlich irgendwann gibt, wenn das Gesundheitsministerium immer in die Puschen kommt.

00:44:50: Ich find', das sollte es geben ... Das sollte im Sinne der Menschen sein, also sollte nicht eine Verbietungsform sein aber eine Beratungsform geben.

00:44:57: Ich bin beispielsweise auch beim Schwangerschaftsabbruch dafür, dass Brauen entscheiden können.

00:45:01: Aber für eine Pflichtberatung, weil ich glaube du musst einmal einen Schritt zurücktreten Und dich beraten lassen und dann nochmal drei Tage überlegen, bevor du eine spontane, zuspontane Entscheidung triffst aus dem Moment heraus oder aus dem Gefühl heraus.

00:45:14: Also insofern... Wir müssen sehen, wie es dafür ein Gesetz kommt.

00:45:18: Aber ich wäre für eine Beratungspflicht nicht mit so X Monaten.

00:45:21: Das ist Unsinn!

00:45:22: Also Beratungspflicht ohne Wartezeit verbunden?

00:45:25: Ja, aber

00:45:25: eine Berätung, sagen wir mal drei Tage oder eine Woche.

00:45:28: Weil das ist eine Entscheidung, die ist fürs ganze Leben in der Tat.

00:45:32: Da sollten Menschen schon beraten werden und auch Arzt- Ärztin sollen sich die Situation des Menschen genau anschauen.

00:45:40: Ich meine da ist der hypochratische Eid davor, dass da bin ich überzeugt, dass Medizinerinnen und Medizine irgendwie spontan und unüberlegt handeln.

00:45:48: das glaube ich nicht.

00:45:49: vermute ich auch.

00:45:51: also da gibt es sicher Ausnahmen, die gibt es überall im beruf.

00:45:53: aber ich denke erst mal überlegst du dir das sehr gut?

00:45:56: wenn mir jemand sagt habe ich jetzt gerade einen bekannten.

00:45:58: Also wenn ich Demand werde dann will ich dass mich jemanden zuizidiert sei.

00:46:00: so einfach ist das auch nicht.

00:46:02: Ich bringe dich nicht um!

00:46:03: Das mache ich nicht persönlich verantwortlich regeln.

00:46:08: Ja,

00:46:09: das ist ja auch dieser Unterschied zwischen aktiver Sterbehilfe und passiver Sterbehilfe.

00:46:13: Weil wie Sie sagen, solche Fälle sagt zwar jetzt im Leben, man möchte später sterben wenn man Dement ist dann ist mal Dement und es dann plötzlich total wieder glücklich.

00:46:20: da gab's in Österreich oder in der Schweiz war ein Fall mit einer Ärztin und da wurde die demente Dame um die es ging festgehalten damit sie

00:46:28: ... Das geht

00:46:30: nicht!

00:46:30: Das ist für

00:46:30: mich auch inakzeptabel.

00:46:31: also du kannst...das ist dann im Grunde Mord jemandem gegen seinen Willen selbst wenn er Dement ist, suizidieren.

00:46:38: Also das ist inakzeptabel und gleichzeitig ... Ich hab ja damals für Robert Enke die Trauerfeier gehalten hier in Hannover.

00:46:44: Das ist vielleicht so lange her, aber im Jahr two-tausend neun war der Nationaltorhüter.

00:46:49: Und das war in Hannova, der war unwahrscheinlich beliebt.

00:46:53: Der junge Mann hier, aber auch ganz Deutschland hat alle berührt.

00:46:58: Da hat seine Frau Theresa bei der Pressekonferenz sehr anruhend gesagt ich dachte unsere Liebe kann ihn retten!

00:47:05: Aber das konnte sie am Ende nicht.

00:47:06: Und ... Das sind Fälle, die sind dann auch herzzerreißend und da hab ich mit den Lokomotivführern eine Tagung mal mitbegleitet, die gesagt haben wie furchtbar es für sie ist wenn so ein junger Mann dasteht.

00:47:18: Das sind wirklich junge Männer, die dastehen und dem Lokführer in die Augen schauen wie so einer Duell-Situation.

00:47:25: Das ist für alle auch eine entsetzlich belastende Situation, das will kein Mensch.

00:47:30: Ja, ja, also furchttbar!

00:47:32: wenn jemand aufgefunden wird, weil er sich suizidiert.

00:47:35: Deswegen sagen wir auch, medizinisch assistierte Suizid ist nicht der Weg für alle.

00:47:40: Definitiv nicht!

00:47:41: Viele möchten zu Hause in Ruhe sterben oder im Hospiz oder im Krankenhaus oder sonst irgendwie.

00:47:46: Das ist definitiv nicht der weg für alle.

00:47:48: aber deswegen finde ich das so spannend was ihre Tochter gesagt hat.

00:47:51: mit diesem hinterlassen wir ein Brief.

00:47:53: Hinterlassen wir einen Brief?

00:47:53: Sag es war selbstbestimmt aber hinterlassen mir einen Brief bis grade eben davon ausgegangen bin, dass ist das Schlimmste was man hinten antun kann.

00:48:02: Einfach nur was zu hinterlassen.

00:48:04: und so surreal ist es wiederum.

00:48:07: Das merke ich auch bei jeder Begleitung wie ich selbst mitmache, dass jemand seinen Todestermin hat.

00:48:12: Man fragt sich ja oftmals im Leben zum Beispiel jetzt Sie Frau Käsemann wenn sie entscheiden dürften, Sie wissen jetzt wann sie sterben?

00:48:19: Wollen Sie das wissen?

00:48:20: Ist das Datum doch surreal?

00:48:24: Also ich fand es von meiner Tochter auch interessant.

00:48:26: Ich glaube, die anderen drei Töchter würden das anders sehen?

00:48:28: Ja also mit denen noch mal sprechen.

00:48:30: wir haben halt einen langen Spaziergang gemacht und da ging's darum dass ich jetzt auch alt werde usw.. Also das habe ich immer gesagt würde ich denn wohl... Ich hatte jetzt wie gesagt zweimal Brustkrebs.

00:48:41: hätte ich dann wissen wollen mit zwanzig, dass sich eine Disposition für Brust Krebs habe.

00:48:44: Das hätte ich auch nicht haben wollen.

00:48:46: Also ich möchte auch nicht den Sterbezeitpunkt wissen, aber ich finde das Leben im Moment sehr spannend.

00:48:50: Ich lebe gerne!

00:48:51: Ich bin agil und hab Spaß am Leben, ich lebe wirklich gerne, ich bin noch dankbar dass ich leben darf.

00:48:57: Ich möchte den Zeitpunkt nicht wissen.

00:48:59: Und ich finde...

00:49:00: Das ist doch

00:49:00: super alles zu wissen?

00:49:01: Ja, aber das ist doch auch... also jeden Tag so leben als wäre es der letzte deines Lebens, das kannst du auch nicht.

00:49:09: Also, wir können auch nicht... Ich rede gerne über Sterben.

00:49:11: Weil ich das wichtig finde.

00:49:13: Entschuldigung!

00:49:13: Aber ich muss immer mit den Händen sorgen.

00:49:18: Also, ich find es wichtig drüber zu sprechen aber auch nicht andauernd.

00:49:21: also ich will jetzt auch nicht jeden Tag beim Frühstück denken jetzt sterbe ich heute oder sterbe morgen oder übermorgen.

00:49:26: Also dazu ist das Leben auch zu lebenswert.

00:49:31: Aber mal drüber nachdenken und mit deinen Angehörigen drüber sprechen.

00:49:35: Also das finde ich wichtig.

00:49:36: Ich möchte den Todeszeitpunkt nicht wissen.

00:49:38: Das kann ja jetzt heute passieren, oder in zehn Jahren.

00:49:40: Was weiß ich denn?

00:49:41: Aber vorbereitet sein möchte schon und das denke ich ... Das Wichtigste was zu regeln ist, habe ich alles geregelt.

00:49:47: Und ich möchte zum Beispiel auch nicht jahrelang an der Maschine hängen.

00:49:51: also das hab' ich auch gereglt.

00:49:53: Also wenn du in den ersten paar Monaten nicht aufwachst dann wachst du wahrscheinlich nicht mehr auf oder mit schweren Behinderungen.

00:49:57: Das kann man hier regeln!

00:49:58: Ja... Und die meisten Leute regeln aber nichts und sagen dann Ich will aber nicht an Maschinen hängen.

00:50:04: Da würde ich sagen also dann regel.

00:50:06: Die meisten wissen ja auch gar nicht, dass man schon ab achtzehn Jahren eine Vorsorge machen sollte.

00:50:10: Also sowas wie Betreuungsverfügung, Generalvollmachten ... Dass es nicht automatisch so ist, dass die Eltern oder der Ehepartner später die Kinder für einen Scheiden eröffnen.

00:50:19: Sondern wenn man achtzehnt ist, sollte man eigentlich schon Bogen, so grüchel, wie's klingt, aber ein Bogen bekommen, wo drin steht.

00:50:26: Hier, regelt das mal!

00:50:27: Kreuzt das völlig an?

00:50:28: Erneuer das, erneuert das nicht, wie auch immer.

00:50:30: Aber regel das wenigstens einmal für dich im Leben und ...

00:50:33: Der Staat schreibt jetzt alle jungen Männer oder junge Frauen ja auch an, ob sie den Kriegsdienst leisten wollen.

00:50:39: Aber die könnten auch mal anschreiben und sagen, regel mal was zu regeln ist.

00:50:42: Und das finde ich auch... Ich habe das auch erlebt eben dass auf einmal andere, die nicht zur Familie gehören, die Betreuung zugesprochen bekommen und dann wird es wirklich schwierig.

00:50:52: Also ich finde es jetzt auch nicht so schwer.

00:50:54: also das schafft das schafft schon jeder und jede.

00:50:57: Es

00:50:57: gibt ja auch viele Vorlagen, also es ist jetzt nicht so als müssten wir von null anfangen.

00:51:01: oder man kann auch mal mit seinem Arzt ja auch darüber reden okay wenn mein vielleicht die und die Krankheiten schon hat was können mir später passieren?

00:51:08: einfach mal so ins Gespräch gehen mit der Familie ins Gespräche gehen?

00:51:11: Also da ist ja Aufklärung fehlt ja auch schon an dem Punkt.

00:51:15: Also ich weiß, als der zweite Mal Brustkrebs hatte die eine Ärztin gesagt jetzt lassen sie auch gleich die Eierstöcke entfernen.

00:51:20: Sonst kriegen noch Eierstockkrebs.

00:51:21: und da hat der andere Arzt gesagt Frau Käsemann dass Sie Eier-Stockkrebs bekommen ist so wahrscheinlich das im Morgen vom Auto überfahren werden.

00:51:27: ja also man muss auch aufpassen dass man dann nicht in Panik gerät.

00:51:32: Ja und dass wir

00:51:33: mal.

00:51:34: Ich weiß ich habe mit Hans Künmer beim Frühstück darüber diskutiert und er hat dann Ich weiß den Kennen Sie wahrscheinlich nicht, es ist ein bekannter berühmt gewesener katholischer Theologe Projekt Weltethos.

00:51:44: und dann hat er beim Frühstück diskutiert.

00:51:46: Und hat gesagt Frau Käsemann ich habe die Pillen da wenn ich dement werde dann nehme ich mir sofort das Leben und dann erzählte mit dreimal hintereinander seine gesammelten Zweiundzwanzig Werke auf oder dachte naja So ein leichte Demenz hatte er da schon.

00:52:02: Und dann habe ich zu seinem neunzigsten Geburtstag den Festvortrag der Universität Hübingen gehalten und dann war er ziemlich klapprig, ganz schön dement aber der war so stolz.

00:52:13: als er reingeführt wurde gab es dann Standing Ovation für ihn.

00:52:16: Ich glaube das war für ihn ein großartiger Tag den er nicht erlebt hätte wenn er sich sofort beim ersten Anzeichen von Dements das Leben genommen hätte.

00:52:24: also insofern Das Leben birgt auch noch Überraschungen.

00:52:27: warte mal ab.

00:52:28: Das ist auf jeden Fall ein schönes Schlusswort auch.

00:52:32: Noch eine kurze Frage einfach so zum Schluss, der Podcast heißt ja meine letzte Frage.

00:52:37: Gibt es eine Frage die Sie sich selbst stellen in Bezug auf irgendetwas?

00:52:44: Irgendeine Frage die sie ich sage mal Gott manchmal auch stellen wo sie wissen sie kriegen vielleicht keine Antwort aber das ist okay für sie.

00:52:50: In einer Bibel steht ja auch so schön Gott wird eines Tages unter uns wohnen Und das finde ich so interessant, weil in der Ewigkeit haben wir dann Ewigzeit.

00:52:59: Dann kann auch ich mal vorbeigehen und ich werde gerne fragen also... Warum konntest du das ganze Leid auf der Welt schon diese furchtbaren Kriege nicht einfach beenden?

00:53:11: Das ist eine schöne

00:53:12: Frage!

00:53:12: Vielen lieben Dank für die Einladung.

00:53:14: vielen lieben dank dass sie sich Zeit genommen haben wenn ihr auch Fragen habt die wir mal stellen sollen an andere berühmte Person, aber auch an unserer Team.

00:53:23: Dann meldet euch gerne, schreibt uns gerne und ich bedanke mich.

00:53:27: vielen Dank, Frau Käsemann.

00:53:28: Danke für den schönen Tag!

00:53:30: Sehr gerne.

00:53:33: Sterbehilfe

00:53:35: heißt diskutiert oft verschwiegen.

00:53:37: wir reden drüber ohne Floskeln und ohne Filter.

00:53:40: das ist meine letzte Frage.

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