Sterben wir heute anders?

Shownotes

Über den Tod sprechen? Für viele noch immer ein Tabu. Gleichzeitig scheint eine jüngere Generation offener mit Sterben, Trauer und dem eigenen Lebensende umzugehen.
Nach der Sommerpause sind Dustin und Julia zurück und fragen sich: Hat sich unser Verhältnis zum Tod tatsächlich verändert – oder reden wir heute einfach nur sichtbarer darüber?
Es geht um die Unterschiede zwischen den Generationen, um Trauer auf Social Media, digitale Erinnerungen und die Frage, ob wir uns heute früher Gedanken darüber machen, wie wir einmal sterben möchten.
Und natürlich geht es auch um Selbstbestimmung am Lebensende. Wird Sterbehilfe gesellschaftlich weniger tabuisiert? Und wo verläuft die Grenze zwischen Enttabuisierung und Normalisierung?

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00:00:00: Das ist meine letzte Frage.

00:00:16: Herzlich willkommen zurück!

00:00:18: Es ist Mitte September, die Sommerferien sind vorbei.

00:00:22: D.h.,

00:00:23: es geht wieder los frisch gestärkt und hochgradig motiviert.

00:00:28: werden wir jetzt in das zweite Halbjahr starten.

00:00:37: Ja?

00:00:38: Ich habe es genossen, tatsächlich auch mal ein paar Wochen nichts zu tun.

00:00:42: Ein bisschen abzuschalten!

00:00:43: Wie hast du denn abgeschalten?

00:00:46: Mit ganz viel Wasser um mich herum

00:00:48: Also in der Badewanne zu Hause

00:00:50: So ähnlich.

00:00:51: Wir fahren grundsätzlich im Sommer ans Mittelmeer

00:00:55: Und wohin genau?

00:00:56: Ich finde ja auch, es gibt tatsächlich im Sommer wenig schöne Ecken auf dieser Welt oder weniger schönere Ecken als das Mittelmeer.

00:01:05: Wir haben in Europa wirklich so tolle Landschaften und so toller Küstenabschnitte, dass du selbst als junger Mensch nicht so das große Bedürfnis hast weit wegzufliegen im Sommer weil's halt einfach sehr schön ist.

00:01:17: Es ist sehr heiß, es ist sehr stickig.

00:01:19: Es ist viel los auf den Straßen und an den Flughäfen ... Aber ich finde das total schön!

00:01:24: Um deine Frage zu beantworten, wie war noch mal?

00:01:27: Wo

00:01:27: genau?

00:01:28: Ich war auf Mallorca unter anderem.

00:01:30: Ja.

00:01:30: Ich war aber auch am Atlantik Richtung Portugal.

00:01:34: Und bin da so ein bisschen rumgekurvt, hab die Hotels abgeklappert in die einzelnen Strandregionen und wieder festgestellt, wie sehr ich es vermisse, regelmäßig Urlaub zu machen.

00:01:47: Ja, es kommt zu kurz.

00:01:48: Es kommt echt zu

00:01:49: kurz.".

00:01:49: Manche können sich das immer gut einteilen und machen ein paar Wochen Urlaub, dann wieder arbeiten, aber irgendwie bei uns ist es dann so ... Blockweise sind wir mal weg?

00:01:58: Dann hat man blockweise nur noch Arbeit.

00:02:01: Der Punkt mit Arbeit überwiegt dem

00:02:03: Urlaub.

00:02:03: Das liegt auch daran, dass wir unsere Arbeit hier mit sehr großer Leidenschaft vollziehen.

00:02:07: Und dass wir viel Freude an unserer Arbeit haben und motiviert engagiert sind und man wirklich schnell in diesem Hamsterrad drin ist.

00:02:16: dass man selbst, wenn man dann die Möglichkeit hätte, Urlaub zu machen, sie nicht wahrnimmt.

00:02:21: Man merkt es auch erst zu spät irgendwie.

00:02:22: Man arbeitet halt und das macht einem ja auch Spaß.

00:02:25: Und dann ist irgendwann so ... Oh!

00:02:26: Wir haben August?

00:02:28: Was mir auch aufgefallen ist, je älter du wirst, desto mehr überwiegen dann irgendwann auch die Urlaubsroutinen oder Gewohnheiten.

00:02:36: Ich weiß nicht, ob es bei dir schon eingetreten ist, weil du bist ja wirklich ganz viel in der Welt unterwegs.

00:02:42: Aber ich zum Beispiel bin ja dann auch jemand, der wirklich eher an so festen Orten gerne ist.

00:02:48: Also ich bin zum Beispiel Frühling-Herbst, bin ich wahnsinnig gern in den Alpen... weil ich die Berge wirklich ganz toll finde und auch diese Ruhe unglaublich genieße.

00:02:58: Und auch so diese Einfachheit des Lebens, im Sommer bin ich einfach wahnsinnig gern in Südeuropa irgendwo am Strand.

00:03:04: Ich bin ja in Spanien aufgewachsen und hab dadurch natürlich einen sehr starken Bezug nach Spanier und zu den Menschen dort ... Also ich habe nicht dieses Bedürfnis jetzt noch mal Fernstrecke zu machen mit zwei kleinen Kindern sowieso schon nicht.

00:03:21: Aber ich finde halt irgendwie, ich hab dann so mein Hotel.

00:03:24: Ich habe meine Restaurants.

00:03:25: Ich hab dann ... keine Ahnung, meine Wäscherei, wo ich meine Sachen abgebe.

00:03:29: Weißt

00:03:29: du seit was du hast?

00:03:31: Ich kenne es noch von den Familienurlauben auch als ich noch kleiner war.

00:03:34: Da war's ja auch mit dem Campingplatz in Spanien jedes Jahr an die Costa Prava fahren zu fährt.

00:03:42: War auch schön!

00:03:44: Aber irgendwann war's dann halt dieses So- Ja okay jetzt machen wir da irgendwie sieben, acht Mal.

00:03:48: Jetzt braucht mal was anderes und deswegen Routinen langweilen mich dann eher.

00:03:53: Ich bin da schon, ich sag okay, ich möchte auch was erleben, ich möcht mir dort hin und mal dort hin.

00:03:57: Also ich brauch das schon

00:03:59: für alle die jetzt zuhören und zuschauen Und Julia noch nicht so gut kennen wie ich.

00:04:03: Julia ist alle paar Monate auf einem anderen Kontinent unterwegs.

00:04:07: Das finde ich auf der einen Seite immer sehr spannend weil Julia immer sehr viele Souvenirs mitbringt.

00:04:13: Manche würden sagen es ist auch sehr dekadent aber ich glaube Julia ist ein Mensch Die macht kein zweites Mal Urlaub am selben Ort oder?

00:04:23: Hm ... Disneyland.

00:04:24: Gut, du bist fast jedes Wochenende in Disneyland.

00:04:28: Das stimmt nicht.

00:04:30: Aber auch da, weil da auch Abwechslung ist.

00:04:32: Jeder Besuch ist nicht ähnlich wie der andere.

00:04:35: Aber tatsächlich so direkt... Es fällt mir schwer!

00:04:39: Also, es fällt mir schwer an den gleichen Orten noch mal zu kommen.

00:04:42: Und wenn dann muss ich aber was anderes erleben?

00:04:45: Als zum Beispiel in einer Großstadt, in der ich schon einmal war, will ich nicht die gleichen Sachen sehen oder will nur von mich her dümpeln sondern ich muss etwas erleben.

00:04:52: halt was anderes!

00:04:53: Also London ist quasi nichts für dich.

00:04:56: Ich weiß nicht, mit London bin ich nicht so richtig warm geworden.

00:04:59: Da war ich jetzt auch schon drei Mal aber irgendwie ...

00:05:02: Weil da läufst du zum Beispiel eigentlich immer bloß die gleichen Plätze und Straßen ab?

00:05:06: Mit deinem Hop-on-Hop-Offbus bist du dann unterwegs und sie ist eigentlich auch nicht viel Neues ne?

00:05:10: Nee,

00:05:10: das ist deswegen was dann wiederum geht wenn man mit jemanden anderen der noch nicht an dem Ort war in einem Ort ist und ihm das zeigen kann.

00:05:17: Das macht mir Spaß wiederum!

00:05:23: Aber auch anstrengend, muss die ganzen Fakten auswendig sein.

00:05:25: Purgite

00:05:25: im Disneyland, das wär dein Ding?

00:05:28: Ja!

00:05:29: Falls ihr jemandem braucht, meldet euch.

00:05:32: Julia ist jedes zweite Wochenende in Disneyland.

00:05:34: Das stimmt

00:05:34: gar nicht.

00:05:34: nur so dreifel mal ein

00:05:35: Jahr.

00:05:35: In Australien den USA oder Asien unterwegs ist.

00:05:38: Was bist du denn im Sommer eigentlich eher für einen Urlaubstyp?

00:05:40: Berge-Strand?

00:05:42: Wo hat es dich hinverschlagen?

00:05:43: Er städte tatsächlich ...

00:05:45: Im Hochsommer.

00:05:46: Ah ja...

00:05:47: Also, so Berge ... Reizend

00:05:49: bei forty-fünf Grad.

00:05:51: Auf dem Rathausplatz?

00:05:52: Naja,

00:05:52: Berge ist nicht so meins.

00:05:53: aufgrund von meinem Heuschnupfen da leide ich immer sehr und tagelang am Meer liegen Langwald mich halt.

00:05:58: Was schön war auch in Portugal, da hab' ich mal ein Roadtrip an der Küste entlang gemacht.

00:06:03: Das is dann wiederum schön weil man da Picknick am Meer machen kann.

00:06:06: aber so ein kompletter Mehrtag langwalt mich einfach deswegen.

00:06:08: Das ist das was ich eigentlich gesagt hatte wenn du dann wo ich unterwegs war jetzt auf dem Festland zwischen Spanien Portugal und wieder zurück.

00:06:16: Ich fand das unglaublich schön, die Location zu wechseln und trotzdem irgendwie immer noch am gleichen Ort zu sein.

00:06:23: Und es kann man da halt wahnsinnig gut ...

00:06:25: Das ist so!

00:06:26: Die Menschen sind einfach auch unglaublich gastfreundlich, ne?

00:06:28: Ja.

00:06:29: So... Jetzt müssen wir aber mal den Bogen schlagen zum heutigen Thema und zu unserem heutigen Podcast und unsere Odövres hier beenden.

00:06:36: Was haben wir denn heute ja auf dem Pamphley?

00:06:38: Überschrift verändert eine neue Generation unseren Umgang mit dem Tod.

00:06:43: Ein spannendes Thema.

00:06:44: auf jeden Fall betrifft viele.

00:06:46: Wir werden sehen, was wir daraus machen.

00:06:49: Hast du oder Anders gefragt?

00:06:51: Wann hast Du das erste Mal darüber nachgedacht wie Du selbst einmal sterben wirst?

00:06:56: Hast Du darüber überhaupt schon mal nachgedachten, wie Du selber immer sterben möchtest?

00:06:59: Nee, nee!

00:07:01: Das ist nämlich der Unterschied in der Frage ... Zwischenwöchten

00:07:03: und Werden.

00:07:04: Nein, zwischen hat man sich schon... Also es fällt mir jetzt gerade auf.

00:07:09: Es ist ein Unterschied zwischen der Frage.

00:07:10: Hat man sich darüber Gedanken macht, wie man sterben möchte oder beerdigt werden möchte?

00:07:15: Das macht

00:07:17: doch nicht wieder so kompliziert.

00:07:18: Nein, aber es ist ja so.

00:07:20: Ich hab mir Gedanken gemacht, wie ich beerdet werden möchte später mal.

00:07:23: Aber

00:07:23: wir reden vom Sterben von

00:07:25: Beerdigung?

00:07:25: Genau und nämlich da drüber habe ich mir nicht wirklich Gedanken gemacht weil's kommt halt auf mich

00:07:30: zu.

00:07:30: Was interessiert mich meine Beerdigung?

00:07:32: wenn ich tot bin dann bin ich tot dann geht mein Verlässt meine Seele den Körper.

00:07:35: also ich bin ja tief verankert.

00:07:36: du glaubst das ja nicht?

00:07:39: Ich versuche Julia auch regelmäßig davon zu überzeugen, dass das so ist.

00:07:43: Also die Seele verlässt den Körper, schwebt dahin und kommt irgendwann eines Tages wieder zurück auf diese Erde.

00:07:49: Das ist mein fester Glauben.

00:07:50: Julia sagt ja wenn die Lichter ausgehen gehen die Lichte aus.

00:07:53: Meine Frage war aber wann du das erste Mal darüber nachgedacht hast wie du selbst einmal sterben möchtest oder ... Hast du dir mal vorgestellt, wie das so ist?

00:08:05: Jetzt

00:08:05: grade stell ich's mir zum ersten Mal vor.

00:08:07: Ich hab mir die Frage noch nie gestellt ... ernsthaft!

00:08:09: Weil es mir eigentlich egal ist.

00:08:11: Ich lass es auf mich zukommen, wie es is, ißes.

00:08:13: Ich sag mal, wenns einem schlecht gehen sollte natürlich wünsche ich mehr, dass ich nicht leiden muss.

00:08:19: Das wünsch ich mir, dass sich nicht leiten muss.

00:08:22: Aber ob das jetzt irgendwie in nem Krankenhaus ist bei der Familie, ich hab mir da noch nie drüber Gedanken gemacht weil... Für mich ist dieser Glaube, wenn's aus ist.

00:08:32: Der Weg dorthin wünsche ich mir, dass der nicht qualvoll ist ...

00:08:35: Das ist sehr unromantisch?

00:08:37: Total!

00:08:39: Du kannst die Frage zurückgeben.

00:08:41: Hast du dir darüber Gedanken gemacht?

00:08:43: Wenn du jetzt schon so fragst, dann müsste ich ja antworten.

00:08:47: Das erste Mal hab ich mir Gedanken gemacht, als ich angefangen habe, als Bestatter zu arbeiten.

00:08:53: Ich war lange beim Bund und habe danach eben verschiedene Mini-Jobs gehabt, während ich Abitur nachgeholt hab nach meiner Bundeswehrzeit.

00:09:04: Und dann bin ich bestatter geworden!

00:09:07: Ich habe diesen Job erstmal relativ... Profan als Handwerk erlebt.

00:09:13: Ist es ja auch.

00:09:14: Also noch gar nicht ... Kannst du mal aufhören, so unromantisch zu sein heute?

00:09:18: Das ist furchtbar mit dir!

00:09:20: Für weiter aus, deine romantische Seite aus.

00:09:23: In der Hoffnung, dass du auch noch ein bisschen deeper mit einsteigst.

00:09:27: Ich hab auf jeden Fall Back to the Topic dann als Bestatter angefangen.

00:09:32: Hatte das am Anfang eher als nüchternes Handwerk erlebt.

00:09:36: Hab dann aber irgendwann bin ich ein bisschen spirituell geworden.

00:09:41: Also tatsächlich, weil ich hab dann irgendwie Dinge gespürt, die ich vorher noch nicht gespürt habe.

00:09:46: Ich hab Dinge erlebt, die vorhin noch nicht erlebt hat.

00:09:49: Vielleicht kann man das in irgendeiner anderen Folge irgendwann mal erörtern und erläutern ... Aber jedes Medium würde mir recht geben, wenn ich einfach sage, ich hab gemerkt, da passiert was danach.

00:10:00: Und da hab ich angefangen mich mit meinem eigenen Tod zu beschäftigen.

00:10:03: Ich habe auch von Toten geträumt.

00:10:05: Also ich hab dann auch, grade in den ersten Monaten und ich würd sagen so im ersten halben Jahr als ich angefangen habe als Bestatter.

00:10:12: Schon auch ... Da sind mir auch schon diese Menschen die ich da bestattet haben oft begegnet im Traum.

00:10:19: Zwar aber nichts was mir Angst gemacht hat muss ich sagen.

00:10:22: Das war nichts was mich Angst gemacht hatte oder?

00:10:24: was eine gewisse Unruhe mir hervorgerufen hätte.

00:10:27: Es war einfach da, und ich hab mich damit dann halt beschäftigt.

00:10:30: Ich glaube wir haben am Ende des Tages ja alle diese Traumvorstellung davon, dass wir mal friedlich einschlafen.

00:10:37: Und es sind jene privilegiert die dann eben wenn wir jetzt vom Urteil des Bundesverfassungsgerichts ausgehen also die Grundlage unserer Arbeit heute, die dann entscheidungs- und urteilsfähig sind Ich nehme eben diese Sterbehilfe in Anspruch, wenn ich die Möglichkeit hab und auch die rechtlichen Parameter dazu erfülle.

00:10:56: Die dann einfach sagen sie schlafen ein.

00:10:59: Ganz bewusst ist mir das Thema dann noch mal geworden als mein Vater so schwer krank wurde weil ich gemerkt habe okay jetzt bin ich der Nächste an der Schwelle in der Familien-Hirarchie sozusagen.

00:11:11: also quasi kommt vor mir jetzt nichts mehr.

00:11:13: ja wenn man das so will auch wenn ich noch sehr jung bin.

00:11:17: Ich glaube, mir ist eigentlich nur wichtig, dass ich meine Dinge geregelt habe bis ich einschlafe.

00:11:23: Das ist mir das Wichtigste.

00:11:26: Dass die Art und Weise wie ich sterbe ... nachher für mich zweitrangig ist im Hinblick darauf, dass meine Kinder versorgt sind.

00:11:34: Ich glaub, es ist so für jeden Vater und jede Mutter das Wichtigste.

00:11:39: Ich hab auch mit vielen jungen terminalerkrankten Patienten von Linus gesprochen, die Sterbehilfe in Anspruch genommen.

00:11:45: Also wir haben ja immer wieder mal auch Menschen mit, sagen wir mal Anfang Mitte dreißig ... Ja.

00:11:49: Die dann auf einmal von einer schweren Erkrankung heimgesucht werden und die sagen auch immer für mich ist das jetzt okay?

00:11:56: Aber ich mach mir halt Sorgen um meine Kinder.

00:11:58: also da ist dass Sterben für einen persönlich wenn man dann Vater oder Mutter ist oft gar nicht mehr so.

00:12:05: im primären Fokus würde ich jetzt sagen Genau, und wie ich beerdigt werden will.

00:12:10: Ich weiß es

00:12:10: nicht.".

00:12:10: Ach doch!

00:12:11: Also meine Familie hat Anweisung mich im Meer zu verstreuen.

00:12:16: Ach

00:12:16: wirklich?

00:12:17: Im Mittelmeer dann auch?

00:12:18: Ja, im MittelmeER.

00:12:19: Und zwar möchte ich in einer Bucht vor Mallorca beigesetzt werden.

00:12:25: Die ist oben im Norden.

00:12:27: Die nennt sich Kapformentur.

00:12:29: Das steht ein schöner großer Leuchtturm.

00:12:32: Und genau da möchte ich verschüttet werden.

00:12:35: Okay aber das heißt trotzdem ... Wir sind wieder bei dem Punkt, hast du dir auch das Sterben vorgestellt.

00:12:41: Da sagst du ja inzwischen, denkst du einfach nur drüber nach was du bis dahin erreicht haben willst im Sinne von meiner Familie so versorgt sein?

00:12:48: Absolut ja!

00:12:49: Und es soll einfach, ich sage mal auch organisatorisch keine Problematik werden.

00:12:53: aber dieser Punkt wie du stirbst, sagst wir inzwischen auch eigentlich ist zweitrangig.

00:13:00: Ja weil ich glaube dass das noch sehr abstrakt ist in unserem Alter.

00:13:03: also Ich bin jetzt ein paar Jahre älter als du aber dennoch sind wir ja fast in einer Generation Und ich glaube für uns ist es insgesamt noch sehr abstrakt, weil wir einfach für uns jetzt wissen, dass das nicht so weit ist.

00:13:13: Vielleicht macht man sich dann darüber Gedanken, wenn man A älter wird oder B, wenn auch schwer krank werden würde – was toi-toi-toi noch nicht passiert?

00:13:21: Ich habe noch ein paar Dinge vor dem Leben aber es ist noch ein nebulöses Feld!

00:13:27: Ich kann's noch gar nicht zeichnen und skizzieren... Und ich finde, man sollte jetzt auch nicht jeden Tag den Tod in Gedanken vor sich her schieben oder das Sterben vor sich herschieben.

00:13:35: Weil dann hätte man ja keine Freude mehr am Leben, ne?

00:13:38: Insofern ... hab ich da noch ein bisschen Zeit drüber nachzudenken.

00:13:43: Also konnten wir die Frage quasi beide nicht beantworten.

00:13:46: Doch dass es für uns nicht die Hauptrolle spielt.

00:13:49: Oder so...

00:13:50: Das ist für uns nie die Haupt Rolle spielt zum jetzigen Zeitpunkt wie wir sterben, weil wir einfach andere Sachen noch priorisieren.

00:13:57: Aber damit kommen wir wieder zu unserem Hauptthema.

00:14:00: dieser Podcast-Folge, wie die Generationen damit umgehen.

00:14:03: Es gibt ja Generation unter uns und über uns.

00:14:07: Fangen wir doch mal von unten an.

00:14:08: Also jetzt nicht bei Kleinkindern?

00:14:11: Nee, ich würde ... fangen wir von bei den Jüngsten an, bei den jüngsten Personen.

00:14:15: Ja.

00:14:16: Die, ich sag jetzt mal Teenageralter haben, die auch in Social Media sind.

00:14:20: Und da ist ja auch... Ich hab's auch erlebt nach dem Urlaub, ich scroll Instagram durch.

00:14:24: Ich seh Urlaubsbilder und irgendwelche Videos ... Und immer mal wieder natürlich weil inzwischen ist es ja so mein Algorithmus da springt natürlich Sachen zum Thema Tod raus.

00:14:35: aber das ist dann so auf der einen Seite sieht man Strand und mehr auf der anderen Seite sieht wie jemand trauert weil der Lebensgefährte gestorben ist.

00:14:41: solche Videos werden wir vorgeschlagen je nachdem, in welchen Strudel man gerät.

00:14:46: Es ist ja auch schon bei Teenagern die vielleicht auch Liebeskummer haben oder sonst irgendwas angeklickt haben das dem Algorithmus ja auch das Thema Tod vielleicht immer wieder aufgespült bekommen.

00:14:56: Ich wollte gerade sagen ich glaube dass der Social Media Algorithmos den wir da präsentiert bekommen ihr aber letzten Endes auch was mit unserer Art und Weise zu tun hat wie wir leben wie wir konsumieren wie wir kommunizieren.

00:15:08: Das heißt, das was mich interessiert wird mir natürlich auch bei wie sie alle heißen Instagram und Facebook etc.

00:15:15: dann halt auch verstärkt angezeigt.

00:15:17: Und natürlich arbeiten wir in einer Sterbelhilfeorganisation.

00:15:22: Natürlich kommunizieren wir tagtäglich mindestens acht bis zehn Stunden über das Thema Tod.

00:15:26: Ich glaube da ist es normal.

00:15:28: Mich würde einfach mal interessieren Und vielleicht könnt ihr das ja mal auf Spotify, Apple Podcast oder Instagram unten in die Kommentare schreiben.

00:15:39: Ob ihr auch so viele Reels und Shorts zum Thema Tod- und Sterben angezeigt bekommt?

00:15:46: Das würde mich nämlich mal sehr interessieren.

00:15:49: Aber zurück zum Thema ... Ja!

00:15:52: Es mischt sich einfach dazwischen.

00:15:55: Ich glaube, generell dass unsere Generation und auch die Generation so in unserem Dunstkreis mittlerweile auch ein bisschen gelockert damit dem Thema umgeht.

00:16:03: also ich merke das ganz oft wenn ich jetzt zum Beispiel im Urlaub bin im Hotel du kommst ja ins Gespräch dann zwangsläufig mit anderen Menschen Und gerade wenn Du Kinder hast, kommst du mit anderen Eltern ins Gesprächen da kommt der natürlich dann auch immer zwangsläufig die Frage was macht ihr denn so beruflich?

00:16:22: dass dann so sage, also ich sag das jetzt nicht konkret was ich dann mache.

00:16:28: Dann schlüpft sich immer ein bisschen rum wenn man jemand erschrecken will.

00:16:30: Genau mal als ich im Slalom immer so ein bisschen durch.

00:16:33: aber wenn ich dann sage was ich beruflich tue, ... dann erfahre ich je nach Altersgruppe unterschiedliche aber immer einheitliche Reaktionen

00:16:43: und zwar...

00:16:44: Also ich muss sagen bei den Ganz Alten ist es eher so eine Befremdlichkeit.

00:16:50: Also ich würde sagen, bei alles was so U-Von-Achzig ist ... U-Achtzig, U-von-achzig ist das dann eher so ne ... Erst mal so ne leichte, wie sagt man denn?

00:16:58: So ner Irritation, die man dann warne.

00:17:00: Ja, das

00:17:01: trifft's ganz gut!

00:17:01: Und alles was unter eben dieser Generation ist, sagt immer ach, das find' ich ja toll... Und das gibt es auch in Deutschland schon.

00:17:09: Ich dachte, da muss man in die Schweiz reisen.

00:17:10: Das ist immer der Standardfall.

00:17:11: Den kann ich mit runterbeten, den ich dann kriege.

00:17:16: Aber grundsätzlich ist es etwas, was schon ein bisschen enttabuisiert in der Normalität ... der mittleren Generation angekommen ist, das Thema.

00:17:25: Nicht nur das Thema Sterbehilfe an sich, dass ich also die Möglichkeit hab mir mit einem Arzt ärztlich assistiert, das Leben zu nehmen, sondern ... vor allem eben das gesamte Spektrum dieses Thema tot.

00:17:38: Ich weiß nicht, warum das so ist?

00:17:40: Warum wir angefangen haben, dieses Thema besser in die Gesellschaft integriert zu bekommen?

00:17:49: Ob es was mit unseren Eltern zu tun hat oder ob es etwas mit unserem Umfeld zu tun hatte weil mein Vater zum Beispiel über den Tod auch nicht gesprochen Und der wäre jetzt, wie alt wäre der denn jetzt?

00:17:59: Der Simon-Sechtsiger Baujahr.

00:18:00: Ich glaub, Simon-Fünfzig, Achtendfünftig oder so was

00:18:02: ... Er war ja neunundfünfzig geworden.

00:18:04: Ja.

00:18:04: Ähm,

00:18:06: er hat da auch nicht drüber gesprochen und wollte darüber sprechen immer.

00:18:08: Aber war

00:18:09: das dieses Ablehende?

00:18:10: Also war es in meiner Familie, dass so Tod, man spricht da drüber nicht?

00:18:14: Die standard Antwort, wenn ich über den Tod sprechen wollte als Kind und Jugendlicher war immer, du hast ja noch so viel Zeit!

00:18:20: Echt?!

00:18:21: Das ist ... ganz anders zu nehmen, wie ich's erlebt hab.

00:18:24: Also bei mir ... Ich hab das Glück.

00:18:26: auch in meiner Familie sind wenige Personen verstorben.

00:18:29: Meine Oma aus Amerika ist verstorbend, da war ich, glaub ich, acht, neun Jahre alt und für mich war es immer meine verstorbene Oma Nikki, die ich aber irgendwie sehr liebe.

00:18:38: Ich hab die nur als Kleinkind mal kennengelernt in der USA, aber ich habe so eine Verbindung dazu und es war für mich immer die verstorbende Oma Nicky.

00:18:46: Aber zu der hab ich eine Liebe!

00:18:48: Es war nie so ein Thema, ich sag mal direkt das Thema Tod.

00:18:51: Oder auch als mein Opa gestorben ist, da war ich neun Jahre alt.

00:18:55: Das weiß ich noch im November.

00:18:56: Im Düsteren wurde er dann mit einer Urne beerdigt.

00:18:59: Da erinnere ich mich dran und es war einfach alles in Ordnung.

00:19:03: Aber es wurde kein Fass aufgemacht oder darüber redet man nicht, sondern da hat man das Grab vielleicht auch mal mit ein bisschen gepflanzt.

00:19:13: aber es war kein Tabuthema, aber auch kein Thema was auf den Tisch kam.

00:19:16: normal bei uns in der Familie.

00:19:18: Und ist es immer noch?

00:19:19: Also, er tot ist bei uns ein normales Thema.

00:19:22: Ich hab ja die ersten Jahre in Berlin gelebt nach meiner Geburt und ich erinnere mich noch an so meine frühkindliche Prägungsphase.

00:19:29: Wir hatten einen Friedhof in der Nähe.

00:19:31: Mhm.

00:19:32: Wenn du in die Innenstadt wolltest, musstest du auf eine Buslinie umsteigen ... Ja.

00:19:37: ... also wir hatten natürlich kein Auto früher.

00:19:40: Aber du musstest halt ... an diese Bushaltestelle zu kommen, musst du an diesem Friedhof vorbei.

00:19:48: Ich weiß noch, früher haben die Erwachsenen immer zu uns gesagt ... Kommen wir gehen außen rum?

00:19:53: Oder guckt da nicht hin, das sind Gräber oder so?

00:19:57: Das waren immer so Orte, weil du ja dann schon fragst was ist hier als kleiner Junge?

00:20:02: und dann heißt es ja, es ist ein Friedhof, es is'n Tote aber unheimlicher Ort, wir gehen Außenrum.

00:20:07: Dann hast du das als Kind automatisch auch gemieden Gerade so Thema Friedwald, Bestattung in der Natur und so weiter.

00:20:17: Sind das hier Orte, die eher tendenziell integriert werden?

00:20:20: In anderen Ländern kannst du ja mittlerweile deine Ohne auch schon im Park, im Stadtpark irgendwie verstreuen lassen ... in großen Städten.

00:20:29: Das heißt wir holen den Tod ja schon ein bisschen in die Mitte.

00:20:32: Und ich find das zum einen sehr gut!

00:20:33: Ich find das schön, weil natürlich sowohl den Verstorbenen errt als auch die Angehörigen entlastet.

00:20:42: Weil nichts ist ja schlimmer, als wenn du alte Menschen ... Das hab ich als Bestatter oft erlebt, so ein bisschen alleine ihrer Trauer überlässt und die dann meidest nach dem Motto, die trauert jetzt, egal was du sie fragst, sie erzählt von ihrem verstorbenem Ehemann oder seiner verstorbenden Ehefrau.

00:21:03: Und ich glaube, da haben wir in unserer Generation zwar schon auch viele Kuriositäten mit hervorgebracht.

00:21:11: Im Hinblick auf die Wahrnehmung von Geschlechtern, der Rolle von Mann und Frau

00:21:17: usw.,

00:21:17: der Erfindung von neuen Geschlechtern ... Aber wir haben auch viele schöne Dinge hervoregebracht, nämlich grade so das Thema Achtsamkeit, was ja da auch noch mit rein ... fließt in dieses Thema.

00:21:28: Also, achtsam zu sein für die Gefühle anderer auch wenn die trauern das so ein bisschen anzunehmen und ich glaube dass hat den Zugang so ein Stück weit offener gemacht.

00:21:38: Ich glaub wir traueren inzwischen anders

00:21:40: auf jeden Fall

00:21:40: durch Social Media weil so viele die verstorben sind haben inzwischen Erinnerungseiten oder noch alte Accounts die noch da sind.

00:21:47: mal schreibt vielleicht noch alles gute zum Geburtstag.

00:21:49: du bist schon seit zwei Jahren nicht mehr da.

00:21:51: Die Trauer ist nicht mehr dieser abgeschlossene Komplex, den man früher hatte.

00:21:56: Da war ja auch ... Die Ehefrauen haben einen Trauerjahr manchmal eingehalten in manchen Generationen, haben ein Jahr lang nur Schwarz getragen und also die Trauer war so'n abgeschlossener Prozess.

00:22:06: Und ich hab das Gefühl, wenn ich mit Angehörigen spreche, die schon mal jemanden verloren haben, dass es irgendwann eben ist-

00:22:13: Du meinst hier bei Linus jetzt?

00:22:14: Ja, bei uns hier bei Linos.

00:22:16: Ähm... Wenn zum Beispiel schon der Vater gestorben ist und jetzt die Begleitung der Mutter als Beispiel, dann reden sie aber darüber auch wie der Vater ist.

00:22:25: Ich hab das Gefühl Trauer ist einfach nicht mehr so gesehen Anfang und Ende sondern es gibt den Anfang und dann geht's in den Alltag über.

00:22:34: Man hat andere Möglichkeiten zu trauern.

00:22:36: Nicht mal geht man auf einen Friedhof zum Trauern Je nachdem Social Media an oder Bilder, es ist nicht mehr so abgeschlossen.

00:22:43: Meist du wie ich meine?

00:22:44: Hab ich das Gefühl, dass wir anders auch trauern.

00:22:47: Du meinst, dass die Toten anders in unseren Alltag integrieren?

00:22:51: Ja,

00:22:51: mehr am Leben erhalten irgendwie.

00:22:55: Ich glaube jeder Trauer hat anders.

00:22:57: Punkt eins und ich glaube auch, dieser Gedanke und diese Wahrnehmung, dass Trauer ein Korsett ist, was irgendwo einen Anfang unten Ende hat, dass der Gedankel völlig falsch gedacht wurde über Jahrzehnte wenn ich sogar Jahrhunderte.

00:23:11: Gab ja, ich weiß nicht ob es das in Deutschland auch gibt aber gerade im südeuropäischen Raum wo ich ja viel dann war als Jugendlicher und als Kind aufgewachsen bin In Spanien gab's immer das Trauerjahr.

00:23:21: Ich weiß nicht, ob es hier in Deutschland noch gibt Es gab's

00:23:22: glaube ich früher nämlich auch

00:23:24: Da haben die Samen im Dorf, wenn sie dem verstorbenen Nahestand nur schwarz getragen

00:23:29: Die

00:23:29: Männer ja genauso.

00:23:30: Wenn jetzt die Frau gestorben ist Nur schwarz Getragen.

00:23:36: Da wurde dann ja mehr oder weniger auch wieder gesellschaftlich so einen Anfang und ein Ende vorgegeben.

00:23:40: Was macht jetzt aber die Frau, wenn sie noch ein halbes Jahr länger trauert?

00:23:43: Fühlt sich dann wieder ausgegrenzt?

00:23:44: oder der Mann?

00:23:46: Und da glaube ich ist das was wir heute erleben schon auch ein Stück weit deutlich mehr von Akzeptanz geprägt.

00:23:55: Und was mir auffällt in meiner Freizeit ... Ich bin ja auch in meiner freizeit viel unterwegs und es ist völlig egal ob ich bei meinem Sohn im Fußballverein unterwegs bin oder meine Tochter von der Schule, obwohl mich mit Eltern unterhalte.

00:24:07: Diese Wahrnehmung vom eigenen Lebensende, die ist viel präsenter als das früher war.

00:24:16: Ich war jetzt ... Keine Ahnung, ganz profan, ne?

00:24:18: Ich war nach dem Urlaub beim Friseur und die Ladeninhaberin.

00:24:23: Die ist ja total begeistert von dem was wir da tun!

00:24:27: Und die spricht mich wirklich jedes Mal drauf an, aber so laut als dass ihre Kundinnen hinten in der Frauen-Sektion natürlich dann auch gleich sofort mithören mit Rababa.

00:24:36: Natürlich!

00:24:38: Großen Ohren und ... Die

00:24:41: Farbe einwirkt?

00:24:42: Ja, und die zum Beispiel sagt dann immer ach also wenn ich sterbe, ich möchte mit meiner Ohne an den Baum, ich find das toll weil dann muss mein Sohn nicht auf den Friedhof und das Grab pflegen sowie wie ich es jetzt für um zwanzig Jahre tun musste bei meiner Mutter.

00:24:56: Das heißt so eine ganz offene Kommunikation.

00:24:59: Ich weiß nicht, wann diese Enttabuisierung eingesetzt hat, aber ich finde gerade in der Bestattersszene da bin ich jetzt ja nicht mehr vertreten und kriege das immer nur noch am Rande mit ... Da wird ja immer davon gesprochen, dass der Tod oft tabuisiert wird, dass Trauer oft tabuisiert wird.

00:25:15: Und ich finde, das ist nicht so!

00:25:16: Nee, irgendwie nicht mehr.

00:25:17: Also, da hatte ich auch damals noch gedacht um Bestattungswesen.

00:25:21: Aber ich hab auch das Gefühl es ist kein Tabu mehr.

00:25:24: Also, je nach Generation teilweise.

00:25:26: Je nach Glaube ...

00:25:27: Und je nach Region?

00:25:28: Das darf's halt auch nicht vergessen.

00:25:30: Obwohl, wenn man mal schaut... Es gibt auch Regionen da wird ja auch noch besonders im Dörflichen, wenn wir auch nach Bayern schaut der Tod oder danach ja auch nog zelebriert.

00:25:40: also es ist sehr unterschiedlich.

00:25:42: aber ich hab Auch das Gefühl, wie du am Anfang erzählt hast, wenn du auch mit jemanden drüber sprichst.

00:25:47: Auch Menschen die du neu kennenlernst, die sind da offen und interessiert.

00:25:50: Ich hab das schon total oft erlebt.

00:25:52: Es tut mir so leid, dass ich ein paar Fragen stell, aber es interessiert mich wirklich.

00:25:55: Jetzt sag doch Bescheid, wenn's dich nervt!

00:25:58: Und es ist im Endeffekt ja auch so, ich rede gerne über was wir machen.

00:26:02: Also es stört mich nicht, wenn ich Fragen gestellt bekomme.

00:26:04: Ich rede da wirklich gerne darüber.

00:26:06: Ich habe dann manchmal die Angst, ich erzähle zu viel darüber Aber irgendwie nicht, also es ist so ganz offen geworden.

00:26:15: Ich hab noch niemand erlebt, der zu mir gesagt hat ... Oh nee, tot!

00:26:20: Da will ich nicht drüber reden.

00:26:22: Weiß nicht?

00:26:23: Das habe ich dann erlebt, wenn ich sehr religiös geprägte ältere Menschen getroffen habe.

00:26:30: Den war das eher unangenehm darüber zu sprechen oder Menschen getroffen haben die durch ein traumatisches Erlebnis in der Vergangenheit massiv getroffen worden sind und das nie aufgearbeitet haben.

00:26:42: Ich hab zum Beispiel auch oft gemerkt, damals noch als Bestatter ... dass grade Menschen die in ihrer Kindheit vielleicht zur Abschiednahme auf den Friedhof gezwungen worden sind bei der Oma beim Opa grad in der Generation vor uns, dass die sozusagen dann ein Problem mit dem Sterben oder mit dem Tod hatten?

00:27:03: Die haben Angst.

00:27:04: Die auch gesagt haben Wenn ich als Bestatter gefragt hab, wünschen sie eine offene Aufbarung am Sack.

00:27:10: Das läuft heute ganz anders ab!

00:27:12: Bei den meisten Bestattern sind Trauerhallen vorhanden oder Abschiedsräume vorhandenen.

00:27:16: das ist dann immer wie so ein Wohnzimmer mit viel Pflanzen und Kerzen sehr hell also auch sehr schön und pietätvoll eingerichtet was da viele bestatter deutschlandweit gemacht haben.

00:27:26: Und das läuft heute natürlich anders.

00:27:28: Früher lief es meistens gerade in den ländlichen Regionen dunkelgrauen, runtergekommenen Friedhofskapelle ab.

00:27:37: Dann hat es vielleicht noch geregnet ... Es war kalt im Winter und dann musstest du da als fünf-, sechsjähriges Kind damit, wo das damit gezerrt, weil der Anstand erfordert hat gegenüber der Dorfgemeinschaft?

00:27:47: Man hat nicht aufgeklärt, wo geht man hin?

00:27:50: Genau

00:27:50: richtig!

00:27:51: Man wird einfach kommentalos mitgezerrt.

00:27:54: Das ist ein Tabuthema und reist dich gefälligst zusammen.

00:27:56: Dieses Reißdichgefälligs-Zusammen hat ja auch wahnsinnig viel kaputt gemacht.

00:28:01: Und dann erlebst du eben genau bei diesen Menschen, die dann heute irgendwo

00:28:04: ü.v.,

00:28:05: u.f.,

00:28:06: u-sechzig sind also die das in ihrer Kindheit selber erlebt haben dass sie damit geschliffen worden sind.

00:28:11: Erlebst Du denn einfach auch ganz oft, dass die gesagt haben um Gottes Wille nein ich will keine Abschiednahme und wenn ich dann gefragt habe warum denn nicht?

00:28:19: Dann hieß es eben als kind musste Ich da hin und xy.

00:28:23: Und wenn ich denen dann aber gesagt habe, glauben Sie mir?

00:28:25: Vertrauen Sie es läuft anders.

00:28:26: Wir machen das gemeinsam.

00:28:27: Dann haben die sich da schon zittrig reingetraut.

00:28:29: Aber am Ende waren sie halt super happy über das was sie da leben durften.

00:28:32: Weil sie

00:28:33: aber aufgeklärt worden

00:28:34: sind.

00:28:34: Sie wurden aufgeklärt und in ihrem Tempo an den offenen Sack gelassen.

00:28:38: Ich bin dann teilweise daneben geschnappt und gesagt wollen wir wieder rausgehen.

00:28:40: Also wir haben uns dann teilweise echt über fünfzehn-zwanzig Minuten diesem Sack genährt.

00:28:45: Das war surreal auf der einen Seite für uns als Bestatter weil's ja etwas Normales war.

00:28:49: Aber auch verständlich für den Menschen, der das schlechte Erfahrung gemacht hat.

00:28:52: Ich glaube, so zieht sich das auch bis nach vorne durch mit dem Sterben.

00:28:57: Das heißt, wenn ich traumatische Erlebnisse hatte ... Mit Sterbenden bin ich vielleicht tendenziell auch eher geneigt zu sagen für mich ist Sterbehilfe sowieso die einzig logische Lösung weil ich möchte nicht ... Du hörst ja dann ganz oft zur profane Aussage wie ich möchte Nicht ersticken und so weiter.

00:29:14: Ich möchte da nicht ewig vor mich hinröcheln.

00:29:16: Das war im Übrigen eine Aussage, die mein Vater dazu bewegt hat ein Sterbehhilfeverein anzurufen und sich da anzumelden.

00:29:25: Weil er gesagt hat, er möchte nicht da räuchelnd irgendwie ersticken.

00:29:29: vielleicht wäre ja gar nicht röcheln dastickt das weiß

00:29:31: man ja nicht.

00:29:32: die palliativmediziner

00:29:33: tolle möglichkeiten auch aus pizza haben tolle Möglichkeiten heute Menschen zu unterstützen.

00:29:38: also sterbe ist ja nicht dass so one and only thing.

00:29:40: ich glaube da geht es ein bisschen einfach auch a um die prägung die man selber mitgekriegt hat und wenn wir mal so zwei Generationen weiter vorwärts schauen, dann war einfach wahnsinnig viel tabuisiert.

00:29:49: Und auch wahnsinn nicht viel nicht schick was wir heute aber in unserer jungen oder jüngeren generationeinfach als selbstverständlich achten.

00:29:57: Ich glaube das ist auch ein Unterschied.

00:29:59: die Selbstfürsorge weil ich glaube die Generationen davor hatten mehr dieses, ich kümmer mich nicht so viel um mich.

00:30:07: Ich kümmere mich um Familie ...

00:30:09: Ich muss funktionieren?

00:30:10: Genau!

00:30:10: Oder auch hier am Schwäbischen scharfe Häusle-Bauer.

00:30:13: Man hat das Konstrukt, man arbeitet, man hat Familie und man gibt sich vielleicht als Elternteil oder Großeltern auch für diese Familie.

00:30:22: Weil wir oft, bei Begleitungen höre ich von den Eltern, dass sie gesagt haben, das erste Mal geht's jetzt auch um

00:30:29: mich.".

00:30:30: Und ich glaub, das ist auch dieser Wandel.

00:30:32: Ich sag mal in der jungen Generationen ist es ... Mental health bubble also Gesundheits-Pürsorge sozusagen.

00:30:41: Sharing

00:30:41: and caring.

00:30:42: Also es gibt ja einige Begriffe dafür.

00:30:43: aber am Ende ist es die Selbstfürsorge und ich glaube, die war noch nie so da wie jetzt dass die Menschen auf sich achten und die Menschen auch sagen hey meine Freiheit besteht darin, dass ich was für mich tue.

00:30:57: Meine Freiheit besteht nicht drum, das ich es allen recht mache, sondern auch eben, dass sich etwas für mich tu.

00:31:02: Und das ist glaub' ich auch dieser Unterschied bei der Tod gehört ja auch mit dazu, dass man diesen's ... Nicht aus der Hand gibt!

00:31:09: Dass man sagt, nicht jemand anderes entscheidet für mich, sondern

00:31:11: Selbstbestimmtheit.".

00:31:13: Die sozialen Medien?

00:31:14: Das hattest du ja gerade anfangs angesprochen.

00:31:16: Die soziale Medien tragen ja auch so ein Stück weit zur Selbsteilung.

00:31:20: Sie sind ja nicht nur destruktiv, sondern ich erfahre ja über soziale Medien.

00:31:23: Also nicht ich persönlich aber derjenige, der vielleicht das Bild von seinem verstorbenen Großvater, von seinen verstorbenden Familienmitgliedern da reinstellt oder Videos von sich postet und dann drunter schreibt irgendwie vermisse dich jetzt ist es schon ein Jahr her Der erfährt natürlich auch per Kommentarfunktion eine gewisse Fürsorge Und ich glaube dass das vielleicht auch ein Mitgrund ist warum Menschen so was reinstellen.

00:31:47: daraus entsteht dann wieder so eine Situation, in der man sich dann halt einfach auch geborgen und gesehen fühlt.

00:31:53: Generationen vor uns auch in der Form nicht.

00:31:56: Nein!

00:31:56: Da hast du dann irgendwie eine Woche lang, haben sie Trauerkarten erhalten noch?

00:31:59: Ja ... Von den Angehörigen von den Freunden und dann war's das.

00:32:04: Genau,

00:32:04: sind da Schublade gelandet...

00:32:05: Das landet dann genau an der Vitrine und dann holt man das nie wieder vor.

00:32:08: Dann sieht man sich mal zum Spazieren gehen irgendwo zufällig irgendwann und spricht vielleicht nochmal zwei drei Worte drüber aber es ist einfach weniger

00:32:16: Und so kannst Du festhalten dass Unsere Generation heute vielleicht auch nicht so alleine ist mit der Trauer und dem letzten Weg.

00:32:23: Wie viele Millionen Profile gibt es weltweit auf Instagram, TikTok, Facebook?

00:32:29: Und wie das alles heißt von Sterbenden, jungen Menschen auch.

00:32:33: Von Menschen die andere wiederum an ihrer Krankheit und am letzten Weg teilhaben lassen.

00:32:40: Ich finde das auf der einen Seite immer inspirierend was sie dann auch aus ihrer wirklich teilweise miesen Lebenssituation machen, wie stark die sind.

00:32:49: Aber ich find's auch ganz toll ... Was die dann auch an Mitgefühl erfahren?

00:32:54: Es ist ja so dieser Widerspruch an sich, dass man sagt okay, man hat immer weniger Freundschaften, tiefe enge Freundschafte und es gibt mehr Single-Haushalte als andere Haushalte.

00:33:07: Und es wird ja immer mehr sozusagen gesagt, für sich alleine lebt, nicht mehr die Gemeinschaft da ist.

00:33:13: Aber eben durch Social Media ist ja die Gemeinheit da in solchen Momenten und man unterstützt sich und hat auch dieses Gefühl für andere.

00:33:23: Zum Beispiel vor dem Sommer ist auch ein Künstler verstorben Oliver Tree.

00:33:27: der hatte einen sehr schweren Helikopterunfall und ich mochte den Künstlern sehr gerne Die Tage danach, ich war immer noch am Boden zerstört.

00:33:35: Ich kannte den nicht persönlich.

00:33:36: Ich fand seine Kunstwerke, seine Musik inspirierend, seine Interviews.

00:33:40: Tagelang habe ich mir abends seine alten Interviews angehört weil ich ihn inspirieren fand und ich hab mitgetraut, ich kannte diesen Menschen nicht.

00:33:48: Ohne Social Media hätte ich ein Zeitungsartikel vielleicht irgendwann mal gelesen dass es passiert ist.

00:33:54: aber sind halt auch Gefühle die inzwischen in einem geweckt werden die auch wieder Gemeinschaft bringen.

00:34:02: Ich weiß von Menschen, die gestorben sind bei uns und deren ... also das ist Jahre her.

00:34:06: Und deren Instagram-Account oder Profil ist immer noch

00:34:10: aktiv?

00:34:11: Ja,

00:34:11: kenne ich auch.

00:34:12: Das existiert noch, weil's keiner gelöscht hat.

00:34:14: Kenne ich aus dem alten Bekanntenplatz.

00:34:15: Da gibt

00:34:15: es in der Bestattungsvorsorge Anleitungen zum löschen digitaler Inhalte.

00:34:21: Ich find das gar nicht schlimm, wenn's da weiterhin existiert.

00:34:25: Ja, also ich hab die Telefonnummer von meinem Vater und den WhatsApp-Verlauf immer noch im Telefon.

00:34:29: Ich weiß gar nicht, die Nummer wird mittlerweile jemand anderen gehören aber ich hab dir einfach immer noch eingespeichert weil warum willst du denn etwas tilgen was dir gut tut?

00:34:37: Und ich glaube diese Wahrnehmung dass Trauer kein Anfang oder auch kein Ende haben muss oder kein zeitlich limitiertes Ende haben das verstorbene immer noch existent sein dürfen.

00:34:52: Das sind ja auch alles Errungenschaften, die wir eben auch durch psychologische Aufklärungen, durch Trauerbegleitung insgesamt jetzt in der modernen Trauer-Begleitung ein Stück weit gelernt haben und die wir sozusagen dann unseren Kindern wieder weitergeben.

00:35:08: Also ich meine gut, meine Kinder sind ja im Wesentlichen erst im Bestattungshaus groß geworden.

00:35:14: Dann habe ich das nach dem Tod abgegeben zum Großteil.

00:35:19: Jetzt sind sie in der Sterbehilfeorganisation oft im Büro und sehen ja viele Schicksale auch.

00:35:24: Und nehmen das aber für sich ganz anders auf, also ich weiß für meine große Tochter ist er tot und auch dass Sterben überhaupt nichts Besonderes.

00:35:34: Also im negativen Kontext jetzt nicht!

00:35:37: Die guckt natürlich auch große Augen wenn sie so das ein oder andere dann erfährt, aber ... Für die ist das Thema Tod genauso ... Hat einen genauso hohen Stellenwert wie das Leben?

00:35:47: Und die weiß auch, da wo etwas endet, beginnt etwas Neues.

00:35:50: Auch wenn das jetzt nicht Juliens eine Auffassung entspricht aber grundsätzlich wachsen sie einfach anders auf und

00:35:59: ... Aber der Tod ist bei mir nichts Schlechtes ganz im Gegenteil.

00:36:02: also nur weil ich nicht dran denke an diese romantische Vorstellung dass danach was daraus entsteht wie ein neues Leben direkt finde ich nichts Negatives am Tod.

00:36:12: Die Frage

00:36:14: Die Frage ist ja, verändert Social Media jetzt nur die Form der Trauer oder auch unseren Umgang mit dem Tod selbst?

00:36:23: Ich glaub beides.

00:36:25: Das ist im Wesentlichen das, worüber wir gerade gesprochen haben,

00:36:27: ne?

00:36:27: Deswegen ich glaube beides es verändert alles darin.

00:36:30: also man kann es nicht mehr vergleichen wird früher.

00:36:32: Ja ich glaube auch dass die Möglichkeiten a zu sterben bedingt durch eine ganze Palette an Auswahlmöglichkeiten heutzutage sich verändert hat.

00:36:47: Und daraus entstehen natürlich auch so eine ganz neue Denke für, wie gestalte ich mein Lebensende?

00:36:54: Wir werden da zum Ende des Jahres noch mal genauer drauf eingehen.

00:37:00: aber auch die Art und Weise, wie ich beerdigt werden will.

00:37:03: Erinnere dich mal, als wir noch früher im Bestattungshaus gearbeitet haben und du hattest gerade so in ländlichen Regionen teilweise Friedhöfe mit riesigen Steinformationen.

00:37:13: Da war dann sozusagen diese Größe und die Breite des Grabsteins ausschlaggebend maßgeblich optisch dafür wie reich oder wie arm so eine Familie war.

00:37:22: also da haben diese Generationen auch wahnsinnig viel Wert drauf gelegt im Rahmen dieser bestattungspforsorgegespräche oft dass sie eben beim Steinmetzen besonders großen, breiten, leuchtenden, aufhältnendem Stein haben wollten.

00:37:38: Und das hat sich ja komplett gewandelt!

00:37:42: Sicherlich nicht bei allen und sicher ist das Geschmackssache.

00:37:46: aber wie viele Menschen gibt es heute die sagen, Sie brauchen diesen ganzen Zenober nicht mehr weil sie ihn auch nicht mehr wollen?

00:37:51: Sie wollen niemanden an ihr Grab zwingen zur Grabpflege?

00:37:57: dazu nötigen, auf den Friedhof kommen zu müssen.

00:38:01: Wenn der oder diejenige nicht will im Hinterbliebenenkreis?

00:38:04: Das heißt es hat sich ja dann sowohl beim Thema Sterben als auch beim Thema Beerdigen ... hat sich da vieles getan.

00:38:14: Ja und am Endeffekt, ich sag mal wir sind eingestiegen hier an dem Podcast mit dem Grundthema Generation im Wandel?

00:38:21: ist das überhaupt im Wandel?

00:38:23: also von dem was wir so besprochen haben?

00:38:25: Ich würde sagen ja Es ist im Wanderl Es hat sich sehr, sehr gewandelt.

00:38:29: Aber es ist ja auch kein starres Konstrukt und ich denke so wie wir's jetzt haben in ein paar Generationen wirds wahrscheinlich auch wieder anders sein.

00:38:39: Was mir ein bisschen Sorge dabei macht wenn ich jetzt gerade mal zurückblickend überlege und ich so ein bisschen schaue worüber wir gesprochen haben die letzte halbe dreiviertel Stunde Wenn wir jetzt davon ausgehen, dass das ja auf der einen Seite eine positive Entwicklung ist.

00:38:54: Dass wir trauer, schwere Krankheiten, Trauerbegleitung auch von Trauern.

00:39:01: Und dass wir den Tod eben in die Mitte holen bedingt durch Social Media und was uns da begegnet im WhatsApp-Status eines Bekannten von nebenan.

00:39:10: Der gerade ein Bild von sich und seiner toten Mutter postet, die vor einem Jahr gestorben ist

00:39:14: etc.,

00:39:14: Weißt du, was mir da auch so ein bisschen Sorge macht?

00:39:17: Was denn.

00:39:17: Dass es alltäglich werden könnte und alles, was alltäglich wird fällt dann auch wieder hinten runter.

00:39:22: Das heißt ... Es entsteht dann so einen Umkehreffekt von dem, was wir eigentlich jetzt noch gut finden.

00:39:28: Weißt Du, was ich meine?

00:39:29: Am Anfang sind die Themen und die Dinge neu.

00:39:32: Und dann unterstützen wir sie oder lehnen Sie ab.

00:39:35: Aber ich glaube beim Thema Krankheit ... Begleitung von Schwerstkranken.

00:39:40: beim Thema Trauer, trauer Begleitungen von Angehörigen sind wir uns alle einig ist das ja eine schöne Sache.

00:39:44: Wenn der oder diejenige nicht alleine trauern muss gar keine Frage.

00:39:48: aber wenn das alltäglicher wird je öfter es konsumiert wird optisch akustisch inhaltlich dann laufen wir auch stückweit Gefahr dass es ja irgendwann In so einen Alltag übergeht und wie uns dann auch wiederum nicht mehr dafür interessieren weil wir einfach zu oft damit in Berührung kommen.

00:40:07: Oder meinst du, dass das Thema sterben und Tod doch immer noch so speziell ist?

00:40:12: Dass das eben nicht passieren kann.

00:40:15: Ich glaube, es ist immer noch sehr speziell ... Woran ich gerade denken muss, wenn's normaler wird, Mexiko, Dia de los Muertos, da ist der Tod ja auch ganz normal!

00:40:28: Und die machen einmal im Jahr eine Feier sozusagen daraus.

00:40:32: Und ich weiß nicht wie lange es diesen Feiertag schon gibt aber den wirds ja auch schon... Ewig geben, über Jahrzehnte geben.

00:40:39: Ist das nicht mit der Beweis, dass es nichts Verkehrtes ist?

00:40:43: Wir

00:40:43: hatten ja angefangen damals, bevor wir dann Linus gegründet haben und bevor wir sozusagen raus sind aus der operativen Führung und auch aus dem operativer Geschäft im Bestattungshaus ... Ich weiß nicht, ob du dich noch erinnern kannst, aber da gab's schon die ersten Ansätze, nicht mehr Trauerfeier zu nennen, sondern Lebensfeier!

00:41:01: Ich

00:41:01: glaube, du hast das Wort auch oft verwendet dann schon.

00:41:04: Das war gerade zu der Übergang zu Linus als wir dann raus sind und ich glaube dass ist auch so ein bisschen was sich den Angehörigen damals immer gesagt hat im Bestattungshaus Wir wollen ja während der Trauerfeier nicht des Todeswillen feiern sondern wir wollen ja freudig an das Leben zurück erinnern.

00:41:26: wohlglaubend, also für meine Wenigkeit, dass es danach wieder weitergeht.

00:41:31: Ja?

00:41:32: Und ich glaube auch zu sehen und zu lesen, zu hören, dass immer mehr Bestatter in Deutschland dann eben dazu übergehen, wieder mehr das Leben in den Vordergrund zu stellen als den Tod an sich... ...und mit Hilfe von Naturbestattungen sei es dann auf der Ostsee, auf der Nordsee.

00:41:53: Du kannst die Asche mittlerweile auch im Mittelmeer verstreuen?

00:41:55: Man kann's in Weltraum schießen sogar.

00:41:58: Kannst du alles mit der Asche machen ... im weitesten Sinne.

00:42:03: und ich glaube, dass du damit auch wieder Orte schaffst, die du dir in die Mitte zurückholst, weißt du?

00:42:10: dass das auch förderlich ist für die Gesamtdebatte.

00:42:13: Und wir dann erleben, dass Menschen sich vielleicht ein Stück weit nicht mehr so alleine fühlen müssen, weil sie gesehen und gehört werden.

00:42:21: So!

00:42:21: Wir

00:42:22: wissen nicht, wo es hingeht?

00:42:23: Aber es wird spannend ...

00:42:25: Wir wissen NICHT, wo's hingeht.

00:42:30: Ja.

00:42:30: Was haben wir denn noch auf unserem Pamphlet für heute?

00:42:31: Eigentlich nicht viel.

00:42:33: Wir kriegen relativ viele Kommentare unter unseren Podcasts Ob es dann bei Apple Podcast ist, ob das in den Snippets ist bei Social Media oder Spotify.

00:42:45: Wenn ihr Themen habt oder Punkte habt die ihr mal besprechen wollt, die ihr einmal in den Redaktionsplan aufgenommen wissen wollt wir sind demokratisch verfügbar?

00:42:55: Oder auch wenn ihr Gäste habt die vorschlagen wollt wo ihr sagt der oder jenige wollt ihr unbedingt mal hören bei uns.

00:43:02: Wir können mal Serda Summung schon wieder einladen.

00:43:03: Ja, er ist doch auf Tour ... keine Werbung!

00:43:06: Aber er ist auf Tour im Herbst wieder.

00:43:08: Mieh!

00:43:09: Also

00:43:11: wir werden heute die Folge mit dem Generationengedöns abschließen.

00:43:16: Genau.

00:43:16: Wir

00:43:17: werden jetzt weiterarbeiten und sehen uns dann in zwei Wochen wieder.

00:43:21: Bis dahin.

00:43:22: Ciao.

00:43:22: Tschüss.

00:43:26: Sterbehilfe heißt diskutiert oft verschwiegen.

00:43:33: Das ist meine letzte Frage.

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