Behind the Scenes - Allerlei Unwichtiges

Shownotes

In Folge 3 von „Meine letzte Frage – Der Podcast für ein selbstbestimmtes Sterben“ nehmen euch Julia und Dustin diesmal mit hinter die Kulissen von Linus. Zu Gast ist Carolin Hoppstock, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit bei Linus. Gemeinsam sprechen die drei über den Alltag im Linus-Büro, aktuelle Medienberichte und über Caros Aufgaben im digitalen Bereich – von Social Media über Online-Kommunikation bis hin zu diesem Podcast selbst. Dabei geht es auch um die großen Fragen: Wie schafft man es, über Sterbehilfe öffentlich zu sprechen, ohne zu polarisieren? Was wünschen wir uns für die Online-Wahrnehmung von Linus? Und wie viel Herzblut, Planung und manchmal auch Chaos steckt eigentlich hinter jedem Reel, Post oder Beitrag? Eine offene und ehrliche Folge – über Teamarbeit, Haltung und Kommunikation in einem sensiblen, aber unglaublich wichtigen Themenfeld.

Transkript anzeigen

00:00:03:

00:00:15: Wir kommen zu einer neuen Folge von Meine Letzte Frage, der Podcast für ein selbstbestimmtes Sterben.

00:00:21: Heute sprechen wir über die Wahrnehmung der Öffentlichkeit in Bezug auf die Sterbehilfe, im Vergleich zum tatsächlichen Alltag.

00:00:28: Zu diesem Thema haben wir, also Dustin und ich, unsere liebe Karolin zu Gast.

00:00:33: Sie unterstützt uns tagtäglich und tatkräftig, diese Differenzen auszuhebeln und möchte zeigen, was sich auch hinter den Kulissen abspielt.

00:00:41: Hallo Karolin, stelle dich doch mal vor.

00:00:43: Hi, danke, dass ich heute dabei sein darf.

00:00:47: Genau, wie du schon erwähnt hast.

00:00:49: Ich bin Karo, ich bin bei Linus Referentin für Öffentlichkeitsarbeit.

00:00:56: zuständig und kümmere mich um alle Themen rund um Social Media, um die Webseiten.

00:01:03: Schlussendlich war es damals so, als wir gewachsen sind und wir haben ja dann ein relativ schnelles und rasantes Wachstum erlebt, haben wir auch festgestellt, dass dieses Thema Sterbehilfe medial oft in einen Kontext gesetzt wird, der sehr polarisierend ist.

00:01:19: Also da wird es ja heute, denke ich, auch noch mal so ein bisschen drum gehen.

00:01:23: um die Berichterstattung der letzten Monate und der letzten eineinhalb Jahre.

00:01:28: Und da war für uns als Sterbehilfeorganisation, die sich seriös platzieren möchte in Deutschland, relativ schnell klar, dass wir jemanden brauchen werden, der unsere Anliegen, unsere Sorgen, unsere Ansichten, aber auch unsere Einstellung zu dem Thema Sterbehilfe.

00:01:45: Hilfe zu platzieren.

00:01:48: Es

00:01:48: war ja auch so, dass wir in der ersten Folge ja auch schon gesagt haben, als wir angefangen haben zu recherchieren, gab es ja noch gar nicht große Berichterstattung.

00:01:54: Also wir haben ja geschaut und es gab ja nicht viel.

00:01:56: Und das, was man jetzt findet, ist ja auch nicht so zum Begeisternd, würde ich sagen.

00:02:01: Also Sterbehilfe hat ja erst mal im politischen Kontext stattgefunden.

00:02:04: Da gab es ja einen Urteil eben, äh, zwei Tausendzwanzig.

00:02:07: Dann hat die Medienlandschaft eben über dieses Urteil berichtet.

00:02:11: Und schlussendlich war dann erst mal lange Funkstille so.

00:02:14: Dann haben die ersten Sterbehilfeorganisationen hier in Deutschland eben die Arbeit aufgenommen, also gerade die Vereine.

00:02:21: INUS gibt es ja erst seit zwanzig, dreinzwanzig, aber eben diese zeitliche Differenz dazwischen in den drei Jahren haben ja vor allem die Vereine viel Arbeit geleistet.

00:02:29: Da war es dann einfach so, da wurde nicht wirklich viel berichtet.

00:02:32: Und ich glaube erst mit zunehmender Nutzererfahrung durch Patienten, durch Angehörige, durch Menschen ganz generell, die sich in diesen Vereinen angemeldet haben, kam dann auch das Interesse, das Mediale.

00:02:45: Und man hat relativ schnell gemerkt, dass dann sehr polarisierender Graben gezogen wird.

00:02:50: So zwischen pro und kontra.

00:02:52: Wie halt bei den meistpolitischen Themen, muss man auch sagen.

00:02:55: Ein Thema, also Sterbhilfe ist ein Thema oder allgemein Sterben, haben wir ja auch schon öfter besprochen und werden wir auch noch öfter besprechen.

00:03:01: Das darüber wird ja nicht geredet.

00:03:02: Und alle Themen, über die auch nicht viel geredet wird.

00:03:05: Die polarisieren ja auch noch mal.

00:03:07: Na ja, die Frage ist halt für uns als Sterbehilfeorganisation auch immer so ein bisschen, wo setzen wir an mit der Aufklärungsarbeit und wo hören wir auf, weil wir jetzt Werbung machen würden für Sterbehilfe.

00:03:19: Also du willst ja quasi vermeiden, dass Menschen, die zu den vulnerablen Gruppen gehören, wir haben das ja in der letzten Folge schon besprochen und ich glaube auch in der ersten Folge mal angeschnitten, du willst ja vermeiden, dass Menschen, die jetzt sagen wir mal an psychischen Krankheiten erkrankt sind oder eben nicht.

00:03:35: Entscheidungen nicht urteilsfähig sind, Menschen, die sich in einer akuten depressiven Lebenssituation befinden, dass die sich an eine Sterbehilfeorganisation wenden, weil sie einfach... jetzt zumindest bei Linus dafür nicht in Frage kommen.

00:03:46: Auf der anderen Seite willst du natürlich aber auch aufklären, Menschen aufklären über ihr Selbstbestimmungsrecht.

00:03:51: Wir wissen aus der letzten Insaumfrage, dass immer noch, ich glaube, über neunzig Prozent, nee, es waren über achtzig Prozent.

00:03:58: Das war sehr viel auf jeden Fall.

00:04:00: Der Bevölkerung in Deutschland gar nicht wissen, dass Sterbehilfe überhaupt legal ist auf deutschem Boden.

00:04:04: Also straffrei ist die Hinzuziehung eines Arztes für den eigenen Suizid.

00:04:08: Viele gehen immer noch davon aus, dass das eben ausschließlich in der Schweiz erlaubt ist.

00:04:13: Die Schweizer nehmen viele deutsche Patienten in der Zwischenzeit gar nicht mehr an, weil die eben einfach auch sagen, ihr habt euer eigenes System da drüben bei euch, kümmert euch, euren Sterbehilfeorganisationen um euer Selbstbestimmungsrecht.

00:04:25: Und ja, du gerätst dann relativ schnell unter die Räder.

00:04:30: eben auch von ganz vielen Journalisten, die sich da sehr, sehr schnell Kontrastärbehilfe positioniert haben.

00:04:36: Und was mir immer gefehlt hat in der Vergangenheit, bis wir das Thema dann selbst angegangen sind in der Öffentlichkeitsarbeit, das war so eine sachliche nüchterne neutrale Berichterstattung.

00:04:46: Also was ist erlaubt, was ist nicht erlaubt?

00:04:49: Das wird ja immer deklariert.

00:04:50: Das heißt ja immer neutrale Berichterstattung.

00:04:52: Aber im Endeffekt ist es ja auch schwierig, weil auch unsere Hörerinnen und Hörer, genau, die sitzen ja nicht bei uns im Büro.

00:04:59: Und das ist ja auch das Problem.

00:05:00: Die sitzen nicht bei uns im Büro, die kriegen das nicht mit.

00:05:02: Man schaut halt von außen, okay, was kommt, welche Berichterstattung und denkt dann, ah, eine neutrale Berichterstattung.

00:05:07: Und hinterher fragt das ja einfach im Endeffekt nicht so sehr.

00:05:11: Also, ich hab verschiedene Journalisten, die schon über uns berichtet hatten oder Sideways über uns berichtet hatten, die jetzt vielleicht über andere Sterbhilfevereine geschrieben haben.

00:05:21: Und das waren auch keine positiven Berichterstattungen.

00:05:24: Die hab ich angesprochen und auch gefragt, ob sie denn nicht Lust hätten, mal eine Woche oder zwei Wochen bei uns zu hospitieren in Stuttgart, um sich einfach mal diesen Verwaltungsalltag bei uns anzuschauen.

00:05:35: Und es kam ... nie etwas zurück.

00:05:38: Also es kam nie in irgendeiner Form, Mensch, das gucke ich mir mal an, bevor ich darüber berichte, sondern ich hatte auch bei vielen Interviews, die ich gegeben habe für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, immer das Gefühl, dass der Artikel und das Thema und auch schon so diese Tendenziosität schon vor Abfest stand.

00:05:54: Das heißt, eigentlich war es egal, was du gesagt hast und wurdest einfach höflicherweise noch gefragt zu deiner persönlichen Meinung, ob die dann eingeflossen ist in den Artikel oder nicht, hat aber ja aber keine Rolle gespielt.

00:06:04: Also vieles wurde immer so aus dem Kontext gezogen, dass es einfach auch sehr enttäuschend war.

00:06:08: Ich glaube, wenn Menschen mal so hinter die Kulissen einer Sterbhilfeorganisation wie Linus schauen würden, würden sie feststellen, wie strukturiert, nüchtern und sachlich das Ganze.

00:06:20: abgearbeitet wird, ohne große Aufregung, ohne große Emotionalität.

00:06:25: Dahingehend, dass wir einfach schauen, sind die rechtlichen Grundlagen erfüllt und was muss eben auch in der Entwicklung der Sterbehilfe in Deutschland noch geschehen, dass wir da einfach eine Einheitlichkeit reinbekommen und dieses Thema eben nicht mehr polarisiert, sondern als Option wahrgenommen wird.

00:06:41: Dann haben wir uns mit unseren Ärzten hingesetzt und überlegt, wie können wir Öffentlichkeitsarbeit in Deutschland fördern, ohne aber in die Werbung zu gehen für Sterbehilfe.

00:06:54: Und auch niemanden auf den Schluck zu treten.

00:06:57: Es geht ja auch darum bei der Öffentlichkeitsarbeit, wir wollen ja alle informieren, wir wollen ja die Ärzte informieren, Pflegekräfte, Bestatter, die Allgemeinheit, die Interessenten, die Kritiker, die Befürworter.

00:07:08: Also das ist ja auch schwierig zu sagen, wie weit geht man auch in den medizinischen Bereichen?

00:07:13: die Erklärung, wie viel bricht man runter?

00:07:16: Und ja, und dann haben wir uns ...

00:07:19: Du kannst es ja nicht allen recht machen.

00:07:20: Es funktioniert in Deutschland nicht.

00:07:21: Es funktioniert in keinem Land der Welt, aber in Deutschland ganz besonders nicht.

00:07:24: Du wirst immer diese Moralisierung eines Themas erfahren.

00:07:28: Du wirst immer die Emotionalisierung von bestimmten Themen haben, dass jetzt aus dem politischen Bereich ist, ob das aus dem juristischen Bereich kommt, ob das aus dem medizinischen Wesen stammt.

00:07:39: Du wirst immer irgendwo Menschen haben, die die Hände über den Kopf zusammenschlagen und rufen, oh Gott, wie können sie nur.

00:07:45: Aber nichtsdestotrotz sind wir ja trotzdem eine Sterbelhilfeorganisation und zwar keine Kleine.

00:07:51: Dahingehend war es für uns schon wichtig, dass wir jemanden finden, der Linus und den moralischen Kompass so positioniert, dass wir auf der einen Seite eben über das Selbstbestimmungsrecht der Menschen aufklären.

00:08:02: Also es liegt, denke ich, in der Natur der Sache, dass wir pro Sterbehilfe eben sind.

00:08:07: Wer komisch, wenn nicht.

00:08:09: Wer ist sehr, sehr merkwürdig.

00:08:10: Und

00:08:11: dann haben wir uns eben mit den Ärzten und auch mit unseren Freitodbegleitern und Freitodbegleiterinnen, aber auch eben mit anderen, die bei Linus schon tätig waren, hingesetzt.

00:08:21: wie muss so eine Stelle ausgefüllt werden?

00:08:23: Was muss so eine Person können?

00:08:25: Das Thema Online, Marketing, Social Media spielt eine ganz große Rolle heutzutage.

00:08:31: Es geht ja nichts mehr ohne das eigene Handy, das eigene Smartphone.

00:08:35: Das heißt, wenn Menschen sich informieren wollen, dann gehen sie ja nicht mehr wie früher in die Bibliothek.

00:08:39: Also ich weiß noch, bei uns in Berlin gab es früher so eine Stadtbibliothek, die war dann immer gefüllt nachmittags, wenn die Schule vorbei war oder wenn die Leute Feierabend hatten.

00:08:47: Dann sind sie in die Bibliothek gelaufen.

00:08:49: Andere haben sich die Bild-Zeitung gekauft und haben sich darüber informiert, aber heute zückt halt jeder Smartphone.

00:08:54: Das heißt, du musst einfach auf dem Smartphone der Menschen präsent sein, wenn du eine Information oder eine Botschaft hast.

00:09:00: Und

00:09:00: das ist ja auch unabhängig vom Alter.

00:09:01: Also wie oft ich es erlebe, dass ich von... Personen, achtzig, neunzig Jahre plus E-Mails bekommen.

00:09:08: Ich hab letztens auch mit dem Herrn telefoniert, dann hab ich gemeint, naja, er kann ja Dinge einreichen, er so fragt, hey, wie einreich nicht so.

00:09:15: Ja, bei der Bank einreichen.

00:09:16: Der Herr war zwei neunzig oder ist ein zwei neunzig Jahre alt und meint zu mir.

00:09:20: Hä?

00:09:20: Warum ich mache Online Banking?

00:09:22: Mit zweiundneinzig Jahren.

00:09:23: Ja, es kommt langsam.

00:09:24: Es

00:09:24: ist unfassbar.

00:09:25: Ja, wobei in der Generation muss ich sagen, da gibt es so schwarz und weiß.

00:09:28: Also du hast so diese U-Achzig-Generation, die sagt mit Technik hat sie nichts am Hut und sie wollen das alles per Post haben.

00:09:36: Oder du hast eben die andere Seite, die damit, wie du schon sagst, Online Banking, Smartphone und Co.

00:09:41: bestens aufgestellt ist und sich da informationstechnologisch bestens versorgen kann.

00:09:47: Aber wir wussten auf jeden Fall, wir brauchen jemanden, der im Social Media Bereich fit ist.

00:09:52: Wir brauchen jemanden, der sich mit Google und mit SEO auskennt, der die gesamte Strukturierung unseres Online-Daseins sozusagen in ein Fundament gießen kann.

00:10:03: Und jemand, der versteht, dass wir auf der einen Seite zwar schon auch Sterbehilfe vermitteln und durchführen, aber wir das jetzt nicht heroisieren, sondern dass wir eben einfach versuchen, denen, die uns brauchen.

00:10:18: und die auch die grundrechtlichen Aspekte erfüllen, dass wir denen einfach das Mindestmaß an Informationen zukommen lassen.

00:10:24: Boah, ich habe diese Stelle ausgeschrieben.

00:10:25: Ich weiß das noch an einem großen Online-Portal.

00:10:28: Ich will jetzt hier keine Schleichwerbung machen, deswegen werde ich es jetzt nicht nennen, aber es war schon ein sehr großes Jobportal.

00:10:32: Und ich glaube, wir haben in einer Woche über drei Hundert Bewerbungen gekriegt.

00:10:36: Es war unfassbar viel.

00:10:38: Also, es ist inzwischen ja auch so auf Bewerbungen bekommt man ja ... Antworten aus jedem Bereich.

00:10:44: Also jeder, der mal eine Facebook-Gruppe geleitet hat, hat sich gemeldet und gesagt, hey, ich mach Social Media, ich hab eine Facebook-Gruppe geleitet, als wir hatten wirklich auch Bewerber dabei, die damit geworben haben.

00:10:53: Wir auch gemeint haben, na ja, also ein bisschen mehr Expertise wäre schon ganz wichtig und ganz schön.

00:10:57: Ja, wir hatten viele Menschen aus vielen ... Berufsfeldern.

00:11:01: Ich weiß, es war ein Friseur dabei, der irgendwie die Facebook-Seite seines Friseursalons geleitet hat, der dann gemeint hat, Mensch, ich bin der Richtige für euch.

00:11:09: Wir hatten eine kranken Schwester dabei, die gemeint hat, sie hätte schon mal einen Text geschrieben für ein Flyer auf ihrer Palliativstation, ob sie denn nicht auch geeignet sei.

00:11:16: Und es war auf jeden Fall ein buntes Potpourri an Bewerbungen.

00:11:20: Und wir haben dann, ich glaube so etwa, etwa fünfundzwanzig Bewerber und Bewerberinnen in die engere Auswahl genommen.

00:11:26: Da waren schon wirklich sehr kreative Köpfe auch dabei.

00:11:29: Viele aus dem journalistischen Bereich auch dabei.

00:11:32: Und haben uns dann am Ende des Tages ...

00:11:36: Für unseren heutigen Gast entschieden.

00:11:37: Ablaus!

00:11:38: Here I am.

00:11:41: Here you are.

00:11:42: Karua gestern erzählt, dass sie fast bei einem Topfhersteller ... Nee, bei einem Hersteller für ... Aber

00:11:47: auch hier machen wir keine Werbung jetzt.

00:11:48: ... für Küchentöpfe

00:11:49: gelandet wäre.

00:11:50: Ich hab mir den Namen extra verkniffen.

00:11:52: Äh, es ist eine Firma, die Gus äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh

00:11:57: äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh

00:12:00: äh äh äh äh äh

00:12:00: äh

00:12:01: äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh

00:12:04: äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh

00:12:09: äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh

00:12:11: äh äh

00:12:12: äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh äh.

00:12:19: noch sehr unbekannt.

00:12:20: Meine Großeltern, die sind ... Väterlicherseits, beide verstorben

00:12:26: noch

00:12:26: vor.

00:12:27: Das heißt, bevor Sterbhilfe in Deutschland, ich sag mal, legal wurde.

00:12:32: Und als ich dann die Stellenausschreibung gelesen habe, war es so, dass ich mir viel darüber Gedanken gemacht habe, okay, wir hätten jetzt vielleicht auch meine Großeltern reagiert, hätten sie das in Anspruch genommen und bin dann recht schnell zu dem Entschluss gekommen, dass sie es gemacht hätten.

00:12:48: Und das ist wahrscheinlich für ihren ... Weg am Ende sehr hilfreich gewesen wäre.

00:12:54: Ja, meine Großeltern sind tatsächlich beide an Krebs verstorben.

00:12:59: Mein Opa auch an Bauchspeicheltrüsenkrebs.

00:13:02: Das hatten wir auch schon in der ersten Folge.

00:13:05: Meine Oma an Nierenkrebs.

00:13:08: Und ja, ich bin der Überzeugung, und ich habe auch mit meinen Eltern darüber gesprochen, und sie sind ebenfalls der Überzeugung, dass sie Sterbelhilfe in Anspruch genommen hätten.

00:13:18: wenn es eben vorher schon möglich gewesen wäre.

00:13:21: Ich sag mal, dieses emotionale Thema hat mich dann dazu gebracht, zu sagen, hey, ich schick die Bewerbung jetzt raus, schau, was passiert, schau, ob ich eine Rückmeldung bekomme.

00:13:31: Und tatsächlich hat sich Dustin innerhalb von drei Tagen zurückgemeldet.

00:13:35: Ich weiß noch, ich hab die Bewerbung an einem Dienstag rausgeschickt.

00:13:39: Und am Freitag war ich dann bei uns im Büro in Stuttgart.

00:13:43: Ich glaube, du hast ja irgendwie auch unter dem Tagesablauf bei einer Sterbehilfeorganisation Stichwort behind the scenes, spannere Themen vorgestellt, oder?

00:13:54: Ich glaube, du warst so ein bisschen erschüttert, wie langweilig und nüchtern das bei uns zugeht.

00:13:58: Franksläufigerweise nicht langweilig, auf gar keinen Fall eher das Gegenteil.

00:14:04: Ich komme ja ursprünglich aus dem Online-Marketing-Bereich und da ist eben ganz oft das Thema

00:14:11: Ads-Werbung.

00:14:12: Bewusstwerbung schalten.

00:14:15: Und hier bei Linus geht es darum bzw.

00:14:19: geht es mir und uns darum, in den sozialen Medien öffentlich online das Ganze so zu gestalten, dass Sterbehilfe kein Tabuthema ist, Aufklärung zu leisten und das Ganze würde voll ruhig rüberzubringen.

00:14:34: Und das war natürlich super konträr zu dem, was ich vorher gemacht habe.

00:14:41: Denn es geht ja jetzt vor allem darum, eben Dinge nicht mehr offensiv zu bewerben, so wie du das aus der Agentur kanntest.

00:14:49: Richtig, ja.

00:14:49: Sondern es geht ja letzten Endes darum, Menschen über ein Thema zu informieren, aber eben sicherzustellen, dass diese Informationen nicht von den falschen falsch wahrgenommen werden.

00:15:01: Oder kann man das nachvollziehen was ich erzählt habe zu

00:15:03: stülpen?

00:15:03: also auch das ist dafür nicht aufdringlich sein.

00:15:05: also es ist ja nicht sinn und

00:15:07: soll ja nicht aufdringlich sein.

00:15:08: Also selbst wenn es aufdringlich sein dürfte soll es ja nicht.

00:15:11: ja.

00:15:12: also es geht ja immer noch darum dass Firmen die zu irgendwelchen werbeagenturen laufen für die carolin vorher gearbeitet hat.

00:15:21: wollen, dass ihr Produkt, ihre Dienstleistung offensiv vermarktet wird.

00:15:25: So, das ist Aufgabe einer Werbeagentur, okay?

00:15:29: Im Rahmen der Zielgruppenanalyse festzustellen, an wen muss diese Information getragen werden.

00:15:33: So, jetzt hast du bei einer Sterbehilfeorganisation aber das Problem, wie machst du Menschen darauf aufmerksam, dass es dich gibt und dass auch ihr Recht oder ihr Recht auf ein selbstbestimmtes Lebensende da ist, ohne aber dazu offensiv zu werden?

00:15:49: Und auch halt zu zeigen, es gibt den Weg, aber es gibt auch andere Wege.

00:15:53: Also einfach zeigen, es ist eine Option aus dem ganzen Potbury von Wegen.

00:15:57: Absolut, absolut.

00:15:58: Ich glaube, eines der ersten Themen, als Carolin dann bei uns eingestiegen ist, war, dass sie mal so ein behind-the-scenes machen wollte.

00:16:04: Ja.

00:16:05: Und wir dachten schon, oh Gott, kommt Caro jetzt am nächsten Tag und läuft uns den ganzen Tag mit der Kamera hinterher?

00:16:09: Oder müssen wir es uns vorstellen?

00:16:11: Das hätte mir extrem viel Spaß gemacht.

00:16:12: Es war

00:16:13: viel schlimmer.

00:16:14: Sie kamen tatsächlich mit Struktur, Klemmbrett und Stift.

00:16:17: Und darauf waren wir gar nicht vorbereitet, weil wir uns dann das allererste Mal mit der Frage konfrontiert sahen, mit welchen Themen gehen wir jetzt eigentlich an die Öffentlichkeit.

00:16:27: Und da kommen wir jetzt wieder zum Anfang zurück.

00:16:31: Oder können wir an den Anfang wieder anschließen.

00:16:34: Du wirst ja, wenn du eine Presse-Anfrage bekommst und davon gibt es ja relativ häufig welche eigentlich jede Woche, ob das jetzt der Spiegel ist, der Stern ist, die ARD ist oder welche Verlage da auch immer dahinter stehen.

00:16:44: Du kriegst eine Anfrage und dann wird dir von den Journalisten oder von den Redakteuren, die dich anfragen, schon das Thema vorgegeben.

00:16:52: Ja,

00:16:52: es wird ja betitelt und ich schreibe jetzt ein Artikel.

00:16:55: Ich schreibe ein

00:16:56: Artikel über xy und wir würden gerne ihre Meinung dazu hören.

00:16:59: Erzählen Sie doch mal ein bisschen was.

00:17:00: Wann können wir uns zusammensetzen?

00:17:02: Wann haben Sie Zeit für ein Zoom-Meeting, für ein Telefonat etc.

00:17:04: Das heißt, dir wird es quasi vorgegeben, was du dann thematisch inhaltlich zum Besten geben darfst.

00:17:10: Und wenn du dann aber anfängst selber.

00:17:13: kreativ zu werden, dann bist du also so gegen mir jedenfalls voll überfordert, weil ich auch unseren Arbeitsalltag als absolut nicht spannend empfinde.

00:17:22: Tatsächlich ist der mittlerweile so in den Alltag übergegangen, unser Arbeitsablauf, dass ich immer mich frage, warum das alle so bestaunen.

00:17:30: Also ich wurde auch von einer Redakteurin der ARD gefragt, was ich denn in meiner Eigenschaft als Geschäftsführer einer Sterbhilfeorganisation so den ganzen Tag tun würde.

00:17:39: Naja, also Däumchen drehen und dich im Stuhlkreis bewegen.

00:17:44: Also, es ist ja am Ende, wir gehen normal ins Büro, wir sitzen vor dem PC, wir telefonieren, wir haben auch mal Auswärtstermine, sowie in fast jedem anderen Job auch.

00:17:53: Also, wenn du dich jetzt zum Beispiel mal hinsetzt und dir überlegst, was hast du denn jetzt zum Beispiel, jetzt ist heute Mittwoch, was hast du die letzten drei Tage, was hast du seit dem Montag getan?

00:18:04: Wenn du das mal ganz sachlich zum Besten geben müsstest, was hast du seit Montag in deiner Eigenschaft als Prokuristin einer Sterbehilfeorganisation getan?

00:18:10: Telefonate

00:18:11: geführt, Unterlagen gesichtet und vorbereitet, Mails geschrieben.

00:18:17: Ja,

00:18:17: das.

00:18:18: Ich zum Beispiel, ich arbeite in Schubladen.

00:18:20: Ja, also bei mir ist es so, in meinem Kopf befindet sich so eine Kommode.

00:18:24: Und die hat verschiedene Schubladen.

00:18:26: Jede Schublade ist thematisch gefüllt.

00:18:28: Also ich hab eine Schublade mit Buchhaltung, eine Schublade mit Öffentlichkeitsarbeit, eine Schublade mit Personal, eine mit Patientenanfragen, natürlich nur mit Lob, ist ja klar, weil Kritikanregungen kommen natürlich keine.

00:18:42: Und ich bin im Wesentlichen den ganzen Tag damit beschäftigt, diese Schubladen auf und zu zu machen und dann halt immer damit zu jonglieren und zu gucken, dass ich innerhalb dieser acht, neun, zehn Stunden, die mir bleiben zum Arbeiten irgendwie klarkomme.

00:18:53: Das heißt, ich empfinde die Arbeit, die wir leisten, gar nicht als so sehr spektakulär.

00:18:57: Ich glaube, spektakulär ist es für die Leute, die keine Berührung haben mit dem Thema Sterbehilfe.

00:19:02: Und dann das erste Mal mit Menschen aus einer Sterbehilfeorganisation in Berührung kommen, die sagen, wow, ich wurde auch schon gefragt, ob sich Menschen bei uns im Büro dann auch suicidieren würden.

00:19:12: Ja, ich weiß dann auch immer nicht, was sich manche vorstellen, aber es ist noch nie jemand bei uns im Warteraum gegangen oder so.

00:19:18: oder auf dem Besprechungstisch eingeschlafen, weißt du, was ich meine?

00:19:21: Nee, das wäre auch merkwürdig.

00:19:22: Das wäre sehr merkwürdig.

00:19:23: Und dementsprechend ist es tatsächlich ein relativ simpler Büroalltag.

00:19:28: Das hat Karo recht schnell zu spüren gekriegt und musste dann kreativ werden.

00:19:32: Wie sah der Plan aus?

00:19:34: Der Plan sah so aus, dass ich mich ...

00:19:37: Plan was the plan.

00:19:40: Natürlich sah der Plan so aus, dass ich mich erst mal mit dem Thema Sterbehilfe ... Für mich selber, aber auch, wie es in der Öffentlichkeit wirkt auseinandersetzen.

00:19:51: wollte, habe mich dann mit vielen Personen auch in meinem persönlichen Umkreis ausgetauscht.

00:19:58: Wie wirkt denn Sterbehilfe auf euch?

00:20:01: Welche Gedanken habt ihr im Kopf?

00:20:03: Was wisst ihr schon über Sterbehilfe?

00:20:06: Um da einfach so ein bisschen Input auch zu bekommen, habe mich natürlich dann auch mit Dustin, mit Julia, mit den Freitodbegleiterinnen auseinandergesetzt und habe mir ja einfach mal ... Angehört, wie das denn alles abläuft.

00:20:20: Wie läuft eine Freitodbegleitung ab?

00:20:22: Hab dann wahrscheinlich am Anfang auch ein bisschen mir zu viel aufgetragen und wollte dann alles sofort schnell umsetzen, dass eben die Öffentlichkeit online vor allem ...

00:20:34: Bestmöglich informiert ist.

00:20:36: Bestmöglich

00:20:37: darüber informiert ist, dass es ... Kein Tabutschema ist.

00:20:40: Man muss auch dazu sagen, Karo liebt es auch Konzepte zu erstellen, Listen zu erstellen.

00:20:44: Und ganz am Anfang kam sie wirklich mit Listen, was sie alles vor hat, wie sie das machen möchte.

00:20:48: Und das musste sie erst mal bremsen und sagen, naja, die Woche hat auch nur so viele Tage und konzentriert dich jetzt doch erst mal auf den einen Punkt, bevor du jetzt fünfzehn weiterer anfängst.

00:20:57: Aber im ersten Moment dachten wir auch so, oh Gott, was hat Karo denn davor?

00:21:00: Was will sie denn alles machen?

00:21:01: Karolin

00:21:02: gehört zu dem Burnout gefährdeten Teil von Generation Z auf jeden Fall.

00:21:05: Also nicht zu dem Arbeitsfaulen.

00:21:07: auch der Grund, weshalb wir sie eingestellt haben, weil wir gesagt haben, wir wollen ja jemanden haben, der strukturiert und engagiert zutageschreitet.

00:21:14: Und es war dann tatsächlich so, dass wir ihren Ehrgeiz ein bisschen einbremsen mussten.

00:21:24: Aber es läuft ja auch gar nicht verkehrt.

00:21:27: Ja, ganz im Gegenteil, es läuft gut.

00:21:29: Für Caroline?

00:21:31: Für alle.

00:21:31: Also, ich hoffe für Caroline hoffe ich auch.

00:21:33: Für mich läuft es sehr gut.

00:21:37: Und dann ging es los mit den ersten Strategieplänen.

00:21:41: Wir haben angefangen mit Instagram, wir haben angefangen mit LinkedIn, wir haben mit dem Podcast angefangen, wo ich jetzt heute auch teilhaben darf.

00:21:50: Ich weiß noch, Caroline hatte mich mal gefragt, wie läuft denn so ein Tag bei dir ab, so ein ganz normaler Tag in deinem Leben unter der Woche?

00:21:58: Und hatte dann schon so ihren Stift bereit und ihr Klemmbrett ready und, glaub ich, war dann auch schon so richtig drauf und dran zu überlegen, okay, was kann ich daraus bauen?

00:22:07: Und als ich dann so angefangen hab zu erzählen, da hast du dann so richtig gemerkt, wieso die halbe Gesichtshilfte einschläft, weil sie einfach völlig entsetzt war wie nüchtern und ja, unspektakulär so ein Tag aussieht.

00:22:20: Also es war jetzt nicht wirklich irgendwas Spektakuläres dabei.

00:22:23: Ich glaube, das ist auch das, was viele dann immer so ein bisschen wundert.

00:22:27: Wo ist jetzt der Haken an der Story?

00:22:29: Also ich erlebe das auch ganz oft in Interviews.

00:22:31: Gestern hatten wir ein Interview mit der Zeitung oder mit einer Redakteurin von der Zeitung.

00:22:36: Die hat auch tatsächlich immer wieder fragend geguckt, so nach dem Motto, wann kommt denn jetzt eigentlich der spannende Teil?

00:22:43: Weil ich sitze dann jetzt meine acht Stunden im Büro.

00:22:46: unterhalte mich mit Ärzten, mit Freitodbegleitern, mit Angehörigen von Patienten, mit Vertretern der Medien.

00:22:53: Dann ist es siebzehn, achtzehn Uhr.

00:22:55: Komm nach Hause.

00:22:56: Und dann siehst du das neue Real, was wir hochgeladen haben.

00:22:59: Und seht dann tatsächlich auf meinem Handy ... Das ist total in Ordnung, weil genau dafür haben wir ja diese Öffentlichkeitsarbeit einfach, um die Leute auf der einen Seite abzuholen und der Menschheit klar zu machen, dass das Selbstbestimmungsrecht existiert, auch gerade im Hinblick auf die Möglichkeit, Sterbhilfenanspruch zu nehmen, aber es auf der anderen Seite eben auch nicht so heiß gegessen wird, wie es gern medial gekocht wird.

00:23:31: Ich würde aber auch sagen, dass ihr zwei, aber auch die Freitodbegleitung, auch die Ärzte, die bei uns bei Linus arbeiten, da schon so eine gewisse emotionale Distanz auch entwickeln konnten.

00:23:45: Weil für viele, die das zum ersten Mal hören oder mit denen ich auch darüber reden, die haben da eben eine emotionale Nähe oder eine Emotionalität mit dabei.

00:23:57: Und du sagst jetzt, es ist sehr nüchtern.

00:24:01: im Büroalltag, würde ich aber tatsächlich nicht sagen, weil vor allem am Anfang, wo ich bin jetzt auch erst zwei Monate dabei, ist es eben nicht nüchtern.

00:24:10: Klar, ich bin hinter verschlossenen Türen, ich bewege mich nur im Onlinebereich, d.h.

00:24:14: ich bin jetzt bei den Freitodbegleitungen, war ich noch bei keiner dabei.

00:24:18: Aber wie ist denn bei euch diese Distanz bzw.

00:24:22: vielleicht auch diese Nähe und Distanz?

00:24:25: zu den Freitutbegleitungen oder bei den Freitutbegleitungen, weil ihr habt ja ...

00:24:30: Meinst du den Patienten?

00:24:32: Ja, genau.

00:24:32: Also es ist ja so, wenn man eben von außen drauf schaut, dann ist der Alltag langweilig.

00:24:37: Aber der Inhalt, die ganzen Telefonate, die Mails, die Öffentlichkeitsarbeit, das ist schon auch was Emotionales, weil jede ... Familiengeschichte, jede Patientengeschichte ist so individuell.

00:24:47: Es gibt Dinge, die kann man sich nicht ausmalen.

00:24:49: Krankheiten, die kann man sich nicht ausmalen, wo man auch sagt, Gott, Davon hat mir noch nie gehört.

00:24:53: Kann ein Körper so was überhaupt machen, gegen sich kämpfen.

00:24:57: Und natürlich gibt's auch auch bei Begleitungfälle, die nimmt man mit nach Hause.

00:25:01: Die nimmt man nicht nur einen Tag mit nach Hause, sondern die tragen einen mit in die Erfahrung.

00:25:05: Also die Emotionalität ist schon mit dabei und bei jeder Geschichte.

00:25:09: Aber man unterscheidet da für sich, also geht's mir auf jeden Fall so ein bisschen, Was mache ich im Büroalltag?

00:25:16: Was die Patienten auch weiterbringt?

00:25:20: Und was passiert bei einer Begleitung?

00:25:21: Also für mich sind das zwei komplette Paar Schuhe, ob ich jetzt im Büro sitze und mit jemandem telefoniere oder ob ich jetzt bei einer Begleitung bin und die Person vor mir habe und sie mir dann auch noch mal berichtet, was die Leinen sind.

00:25:33: Also Emotionalität ist da.

00:25:35: Aber bei mir persönlich würde ich jetzt acht, neun Stunden komplett emotional ... drin hängen in der Büroarbeit.

00:25:42: Das kann man nicht

00:25:43: über einen langen Teil machen.

00:25:44: Da hat sich einfach schon so eine gewisse Distanz.

00:25:46: Ja, es ist ja ein Unterschied, ob man nur eine Stimme hört oder auch ein Gesicht dazu sieht.

00:25:49: Das ist ja einfach so.

00:25:52: Ich kriege ja im Büro nicht viel mit von Patienten, wie wenn ich sie jetzt live vor mir habe in meiner Eigenschaft als Freitodbegleiter.

00:26:01: Also man muss ja dazu sagen, ich habe ja in der Anfangszeit in der Entstehungsphase von Linus, die meisten Freitodbegleitungen selbst gemacht.

00:26:06: Das heißt, ich bin durch Deutschland gereist.

00:26:08: Mit meinem Infusionsständer werden damals auch plus einen Arzt.

00:26:12: Dann kam eine weitere Ärztin hinzu und dann hast du natürlich auch eine ganz andere Nähe zu den Menschen gehabt, die wenn du sie jetzt sagen wir mal fallweise auf dem Schreibtisch vor dir zu sehen hast als Patientenakte.

00:26:25: Da ist ein Name, da ist ein Geburtsdatum, da steht eine Story dahinter, da steht ein ärztlicher Befund dahinter.

00:26:31: Und den gehst du mit den Ärzten gemeinsam durch.

00:26:33: Und man muss ja dazu sagen, Julia verwaltet ja bei uns den gesamten Bestandspatientenapparat.

00:26:38: Ich bin ja eher für die Entwicklung bei Linus zuständig und für neue Patienten und habe ja mit der Story der Patienten eben nicht mehr so viel zu tun.

00:26:46: Aber als ich noch Freitodbegleitungen durchgeführt habe, als die Zeit das noch zugelassen hatte, da habe ich natürlich auch diese Schicksale und diese Stallluft von den Menschen zu Hause natürlich auch noch mitgenommen auf dem Weg nach Hause.

00:26:58: Und da waren Fälle, die gingen mir sehr, sehr nahe.

00:27:01: Und da waren eben Fälle, die gingen mir eben nicht so nahe.

00:27:05: Und ich glaube, das ist normal, wenn man in einem helfenden Beruf arbeitet, ob das jetzt in einer Klinik ist, im Altenheim.

00:27:11: Ich habe ja auch in der Altenpflege gearbeitet früher.

00:27:14: Oder ob das als Bestatter war oder ob das jetzt vielleicht auch Kriminalbeamte sind, die hinzugezogen werden nach so einer Freitodbegleitung, mit denen unterhält man sich ja auch.

00:27:23: Diese helfenden Berufe haben alle eins gemeinsam, es gibt Fälle, die nehmen sie mit und es gibt Fälle, die nehmen sie einfach nicht mit.

00:27:29: Und ich glaube, das ist menschlich.

00:27:31: Und was ich mir angewöhnt habe ist, und das ist ja auch ein reife Prozess und auch ein Heutungsprozess, der da stattfindet, dann entwickelt sich als Mensch ja weiter, wenn man eben mit den Extremen des Lebens zu tun hat und ich würde sagen der Tod und das Sterben ist eine Extreme im Leben, dann fängt man an sich sinnvoll abzugrenzen.

00:27:50: und sinnvoll zu distanzieren.

00:27:52: und das ist das was ich gelernt habe in den letzten jahren in meiner eigenschaft hier als geschäftsführer bei linus dass ich einfach angefangen habe zu versuchen diesen fall nicht zu nah an mich rankommen zu lassen weil sonst wäre ich ja wirklich nach dem vierten fünften fall wäre ich wahrscheinlich selbst in der klapse gelandet ja und hätte das seelöcher nicht mehr durchgestanden.

00:28:13: also man muss dann schon schauen wo nimmt man sich der Sache emotional an und wo zieht man dann eben einfach eine Grenze.

00:28:23: Aber diese persönliche Motivation, Linus zu gründen, um es eben anders zu machen als die Vereine, das war ja letzten Endes auch immer sehr hilfreich auf meinem Weg von der Gründung bis hierhin.

00:28:38: Und ich erlebe das bei vielen Freitodbegleitern und Begleiterinnen auch in der Supervision, dass sie dann schon auch erzählen, Mensch, das ging mir nahe, weil ich da irgendwie bei der älteren Dame, die da vor mir starb, meine eigene Großmutter gesehen habe oder meinen eigenen Großvater vor mir gesehen habe oder so, ne?

00:28:54: Das ist ja menschlich.

00:28:55: Ich glaube, wichtig ist nur, dass man darüber anständig spricht, dass man es nicht in sich reinfrisst.

00:28:59: Und dass man einfach immer wieder selbst reflektiert, wie stehe ich zu der Situation, was löst es in mir aus, was macht es mit mir?

00:29:05: Also, man muss schon so eine gesunde Portion Erwachsensein mitbringen, um den Job dauerhaft auch machen zu können.

00:29:12: Wir sind auch wirklich ein super Team, also sowohl mit den Ärzten als auch den Begleitern.

00:29:16: Wir reden drüber.

00:29:17: Also, wenn ein Fall besonders anstrengend war oder besonders emotional oder auch, wenn man Fall wirklich bilderbuchmäßig abgelaufen ist nach Schema F. Sozusagen, wir reden miteinander und das bringt so viel, dass man das nicht einfach mit sich nach Hause nimmt, sondern einfach sagt, hey, das und das hat mir heute passiert, das und das war am Telefonat.

00:29:37: Ich

00:29:38: glaube, das ist auch das, was Linus einfach von anderen Stabilverorganisationen so ein bisschen, nicht nur ein bisschen, sondern sehr abhebt.

00:29:48: Das ist da einfach so eine gewisse... emotionale Komponente, eine gewisse Nähe, aber auch eine gewisse Distanz mit rein spielt.

00:29:56: Der Punkt ist, wir haben ja keine thirty, forty, fifty tausend Mitglieder.

00:30:00: Wir haben gar keine Mitglieder, weil wir es gar nicht mit Mitgliedschaften machen.

00:30:04: Also es ist so, wir haben keine Mitgliedschaften zu verteilen.

00:30:10: Wir sind kein klassischer Sterbehilfeverein und daraus resultierend nehmen wir ja nur Menschen bei uns in die Datenbank auf, die wir auch tatsächlich begleiten werden.

00:30:18: Das ist natürlich viel überschaubarer in der zahl als jetzt so ein klassischer sterbhilfeverein der dreißig fünf und dreißig tausend menschenbeherbergt wo du eine mittlitznummer bekommst und ich dann wenn du ein anliegen hast mit dieser mittlitznummer dort melden kannst.

00:30:34: Und ihr dann irgendein Telefon operator halt dann eben gemäß seinem Standard Leitfaden erklärt, wie es dann weitergeht.

00:30:41: So das ist ja bei uns nicht der Fall.

00:30:42: Das heißt, wir kommen ja schon sehr individuell und sehr großflächig mit den Menschen in Kontakt.

00:30:48: Und das ist ganz wichtig, dass du einfach eine gewisse emotionale Distanz bei aller Nähe.

00:30:56: Ähm, war es, damit du da nicht reingezogen wirst in den Strohle, weil du kannst einfach nicht mit vier, fünf, sechshundert Menschen im Jahr mittrauern.

00:31:04: Und wir sind auch keine Wunderheiler, das vergessen auch viele.

00:31:07: Wir bieten, wir klären auf und bieten eine Option, aber wir sind keine Wunderheiler.

00:31:11: Und auch wenn man uns erzählt, was für Leiden einfach da sind, und das ist auch persönlich immer schlimm, aber... Wir können trotzdem nur die Option anbieten und wir können nicht hexen, wir können nicht mit den Fingern schnipsen und sagen, ja okay, jetzt sind sie erlöst in nächsten Momenten.

00:31:25: Das wird halt auch oft vergessen und da müssen wir immer wieder darauf hinweisen, wir verstehen das Leid, aber wir müssen trotzdem die rechtlichen Aspekte einhalten und in dem Konstrukt versuchen wir zu helfen.

00:31:35: Aber heilen, nein, wir geben keine Heilversprechen.

00:31:38: Ja.

00:31:39: Das wäre für eine Sterbehilfeorganisation auch sehr abstrakt.

00:31:42: Ja, aber wird ja manchmal über

00:31:43: Heilung

00:31:43: sprechen.

00:31:44: Also ich glaube, dass was du ansprichst, ist eben so ein Problem, dass viele nicht einsehen, dass es rechtliche Grundlagen gibt, die wir einhalten müssen.

00:31:51: Es gibt Menschen, die leiden und das kann man sich als gesunder Mensch kaum vorstellen, aber es gibt Menschen, die leiden wirklich sehr körperlich, haben starke Schmerzen, haben vielleicht Medikamenten Unverträglichkeiten.

00:32:01: Das heißt, man kann denen einfach auch nicht akut mal eben kurzfristig helfen.

00:32:05: Und die bewerben sich bei uns und die sagen, Mensch, ihr müsst sofort machen.

00:32:10: Jetzt sofort, ich brauche Hilfe, ich kann nicht mehr.

00:32:13: Sie haben doch meine Adresse.

00:32:14: Warum kommt denn niemand in der nächsten Stunde?

00:32:16: So, genau.

00:32:17: Und denen klar zu machen, dass sie einfach einen Bewerbungsprozess durchlaufen müssen.

00:32:22: Das ist einfach wahnsinnig schwierig menschlich, weil du auf der einen Seite natürlich helfen möchtest, keiner so leiden.

00:32:27: Aber auf der anderen Seite musst du natürlich irgendwo auch deinen rechtlichen Leitfaden aufrecht erhalten.

00:32:33: Sonst gibt es Chaos oder es gibt irgendwelche Zeitungsartikel oder Artikel über Freitodbegleitungen, die wieder völlig daneben.

00:32:44: waren, weil die Sterbehilfeorganisation X irgendwie Patienten Y auf eine Art und Weise begleitet hat, wie es einfach nicht hätte sein sollen.

00:32:53: Das war ja auch so ein Mitgrund, weshalb wir dann eben jemanden eingestellt haben für die Öffentlichkeitsarbeit, weil wir eben gesagt haben, wir möchten unser Schicksal in der öffentlichen Wahrnehmung ganz gern selbst ein Stück weit mitgestalten, weil ich dann einfach festgestellt habe, bis Fingern an so im Ja, vierundzwanzig.

00:33:13: Ja, das war letztes Jahr, das war letztes Jahr.

00:33:15: Ja,

00:33:15: das war letztes Jahr.

00:33:16: Die Zeit war rennend.

00:33:16: Dreiundzwanzig haben wir gegründet.

00:33:17: Vierundzwanzig

00:33:18: ist bald rum.

00:33:19: Also, wir haben, pass mal auf, wir haben irgendwann im Herbst, vierundzwanzig, ging es, glaube ich, los, so mit der Berichterstattung über Sterbehilfe in Deutschland, wo dann auch die ersten konkreten Fälle dann auch in den Fokus gerückt sind und wo dann einfach die Medien auch angefangen haben, sich auf bestimmte Fälle zu beziehen.

00:33:39: Und was mich dabei immer ganz oft gestört hat, war gar nicht so sehr, dass berichtet wurde über Fälle, die vielleicht nicht so betreut worden sind, wie man sich das wünschen würde, sondern dass da immer alle in einen Topf geworfen worden sind, weißt du?

00:33:53: Ja, es wurde immer gesagt, alle arbeiten so.

00:33:56: Und die und die Fehler werden in der Sterbehilfe gemacht.

00:33:59: Und nicht die und die Fehler sind da und da passiert, sondern einfach so grundlegend.

00:34:03: Die Sterbehilfe, die machen Fehler.

00:34:05: Es ist so ein bisschen wie mit dem Ärztepforschen Krankenhäusern.

00:34:08: Wenn du dann irgendwie davon liest, dass ein Arzt irgendwie jemanden während der OP umgelegt hat, weil irgendwelche hygienischen Vorschriften nicht eingehalten worden sind oder oder oder.

00:34:18: Ja, dann ist das ganze Krankenhaus schlecht.

00:34:20: Dann ist das ganze Krankenhaus und das gesamte Collegium halt einfach schlecht und das stimmt halt einfach nicht, weißt du.

00:34:24: Und das war halt auch so ein Punkt, weshalb wir dann gesagt haben, wir wollen unsere Öffentlichkeitsarbeit so ein bisschen mitgestalten, weil wir es nicht mehr einsehen, ständig irgendwo beiläufig.

00:34:35: als Fastlane-Unternehmen für Sterbehilfe präsentiert zu werden.

00:34:40: Das war ja so die Wahrnehmung.

00:34:41: Und uns auch nicht den Fragen unterzuordnen, die gestellt werden.

00:34:44: Weil das war ja immer der Bericht, XY hat die und die Frage.

00:34:48: Und das waren ja Fragen, die nicht mal unbedingt greifbar sind, die wir nach außen so publizieren wollten.

00:34:53: Also wir wollten unsere eigenen Fragen stellen.

00:34:55: Deswegen ja auch der Podcast, meine letzte Frage.

00:34:58: Darf ich tatsächlich eine letzte Frage?

00:35:02: Eine vorletzte.

00:35:03: Eine vorletzte Frage.

00:35:05: Was ihr euch für Linus vor allem online wünscht, beziehungsweise wie die Berichterstattung besser rüberkommen kann?

00:35:16: Indem in alle Bereiche erstattet, also Berichterstattet werden, in die guten, in die schlechten und neutral ist schwierig, weil jeder Autor, deren Bericht schreibt, der ist da einfach mit seiner Meinung mit drin.

00:35:27: Das ist menschlich, das geht gar nicht anders.

00:35:29: Da müssten viele zusammen etwas schreiben und jeder muss drüber schauen, dann muss man Mittelweg finden.

00:35:34: Aber wenn eine Person einen Bericht schreibt, auch wenn vielleicht eine zweite noch das mit abnimmt, dann geht es trotzdem immer in eine gewisse persönliche Richtung mit rein.

00:35:43: Das heißt, man müsste in die eine Richtung berichten, das hat mir teilweise schon eher die negative, aber auch in die positive.

00:35:50: Und die mittleren Wege, die finden sich dann

00:35:52: ja auch.

00:35:53: Und du Dastin?

00:35:54: Also ... Ich würde auch sagen, ich hatte ja gestern im Zeitungsinterview mit der Stuttgarter Zeitung, hatte ich ja auch eben gesagt, dass ich mir sehr wünschen würde, dass man alle Facetten innerhalb der Sterbehilfe berücksichtigen sollte oder mit berücksichtigt, weil ich finde, es ist ein Thema, über das sollte man immer kritisch berichten.

00:36:16: Es geht da um das Ende des Lebens, also das höchste Gut, was wir haben auf diesem Planeten, das Leben.

00:36:23: Auf der anderen Seite sollte man aufhören, künstliche Gräben zu erschaffen.

00:36:30: Das kriege ich ganz oft mit, dass eben redakteure Journalisten bei uns anfragen und ich dann eigentlich schon aufgrund der Anfrage weiß, in welche Richtung das schon wieder laufen wird und das auch nicht unterstützen

00:36:41: möchte.

00:36:41: Aber du kannst ja so gut drehen, dass die Journalisten teilweise gar keine Möglichkeit mehr haben, irgendwelche Fragen zu stellen.

00:36:48: Ich

00:36:48: bin halt ein Mensch, ich rede mit meinem Gegenüber sehr offen und ehrlich und ich erwarte, dass mein Gegenüber auch offen und ehrlich mit mir spricht.

00:36:56: Wenn du als Redakteur oder als Redakteur an den Auftrag hast, seitens deines Verlags oder deiner Redaktion einen Artikel zu verfassen, sei es jetzt online oder offline, oder ein Bericht zu erstellen, dann ... muss man sich halt als Sterbehilfe, Organisation oder auch als Organisator die Frage stellen, in welche Richtung soll dieser Artikel gehen.

00:37:15: So und wir haben einfach jetzt wahnsinnig viele Artikel gelesen, die tatsächlich von einzelnen Fällen berichten.

00:37:24: Da waren andere Sterbehilfe, Vereinen und Organisationen, die haben dann vielleicht daneben gegriffen.

00:37:29: Deswegen haben wir einen Leitfaden, moralischen Kompass und deswegen sage ich aber auch ganz klipp und klar, wenn Fehler passieren, müssen die aufgearbeitet werden.

00:37:38: Das ist ganz wichtig.

00:37:39: Man muss schauen, welche Akteure haben welche Fehler zu welchem Zeitpunkt gemacht.

00:37:42: Aber ich kann jetzt nicht deshalb das gesamte Sterbehilfewesen damit reinziehen, weißt du?

00:37:47: Ich kann auch nicht, weil der Versicherungsmarkler von nebenan Mist gebaut hat und mir irgendwas verkauft hat, was ich nicht brauche, sagen, dass jetzt die gesamte Versicherungsbranche bösartig ist.

00:37:56: Weißt du, was ich

00:37:57: meine?

00:37:58: Artikel anschaut, dann geht es in neunzig Prozent vom Artikel um das eine Thema, um ein vielleicht viel Verhalten oder was nicht optimal war.

00:38:06: Und dann aber noch mal in einem Satz werden alle anderen Organisationen mit genannt, das spielt gar keine Rolle.

00:38:12: Also im Artikel, warum fasst man da noch mal auf, ab was gibt noch die, die, die, die, ohne einen Kontext zu schaffen überhaupt zu dem Artikel.

00:38:19: Und das haben wir ja auch so oft schon gelesen.

00:38:21: Aber ich glaube, dass die breite Leserschaft sich damit auch nicht auseinandersetzt.

00:38:24: Also ich glaube, die breite Leserschaft liest eine Überschrift, die liest dann vielleicht noch einen Absatz.

00:38:28: Also wir reden jetzt von der Allgemeinheit, nicht von jedem.

00:38:32: Und dann bilden die sich daraus halt so ihre Meinung.

00:38:35: Aber genau deswegen haben wir ja auch die Social Media Kanäle gegründet, aufgebaut, um da dagegen zu wirken.

00:38:46: Insofern würde ich mir einfach wünschen, dass wenn ... oder ja, wenn eine Berichterstattung über Sterbehilfethemen erfolgt, dass die einfach so ein bisschen sich auch mal wieder mit dem Kern befasst und nicht immer damit eine Klientel zu bedienen, die jetzt dann entweder Dauer empört ist, weil es Sterbehilfe gibt oder eine Klientel gibt, die sagt, ich wusste ja gar nicht, dass Sterbehilfe überhaupt möglich ist in Deutschland.

00:39:12: Das war nämlich auch so ein Punkt.

00:39:14: Wir haben nach dem ersten ... Podcast, an dem wir teilgenommen hatten für die ARD-Audiothek, dieser Podcast hieß Blackbox Sterbehilfe.

00:39:25: Und das war auch total surreal, weil ich diese Überschrift bis heute nicht verstanden habe, weil die Redakteurin dort in diesem Podcast Martina Keller eben darüber berichtet, wie intransparent und wie undurchsichtig eben dieses ganze Sterbehilfewesen ist, obwohl wir ihr ja auch angeboten hatten, bei uns vorbei zu kommen und sich ein Bild zu machen, bevor sie diesen Podcast überhaupt in die Produktion gibt.

00:39:50: Natürlich hat sie dieses Angebot nicht wahrgenommen.

00:39:53: Und da war das dann auch so, dass wir auch nicht gut weggekommen sind bei diesem Podcast, aus welchen Gründen auch immer.

00:39:58: Und... Wir aber daraus resultierend eine Bewerberwelle hatten, die wir bis zu dem Zeitpunkt noch nicht erlebt hatten.

00:40:05: Ja, es haben sich so viele gemeldet und gesagt, die haben den Podcast gehört und haben dann gewusst, ah, da existiert ja was, wir googeln jetzt mal.

00:40:12: Das war unfassbar, aber bis heute.

00:40:13: Die Deutschen Podcast hören Patienten, sagen manchmal, ja, also da war ja ein Podcast und ja, der Inhalt, ach, darüber lässt sich streiten, aber sehr schön, ich hab's jetzt gefunden.

00:40:22: Ich bekomme ganz oft Artikel über uns, in denen wir genannt werden oder in denen wir beiläufig thematisiert werden, bekomme ich von Freunden und Bekannten per WhatsApp zugeschickt.

00:40:31: So, ey, ich hab dich gefunden beim Lesen, beim Stöbern, irgendwie im Spiegel, im Sternweis, der Guckuckwo.

00:40:36: Und schau mal, was da über euch geschrieben wurde.

00:40:38: Und ich denk mir dann meistens, ich steh dann abends halt irgendwie keine Ahnung an der Küchentheke und mach Essen und denk mir so, was ist denn das jetzt schon wieder?

00:40:44: Wo kommt denn das her?

00:40:45: Mich hat ja gar keiner gefragt.

00:40:46: Da wird über uns berichtet, obwohl ich gar nicht gefragt wurde.

00:40:49: Das ist auf der einen Seite zwar traurig, aber auf der anderen Seite ist es auch immer überraschend, wie viele neue Bewerber... aus ganz Deutschland, dann auf uns zurollen und sagen, Mensch, ohne diesen Artikel hätte ich nie erfahren, dass Sterbehilfe überhaupt möglich ist.

00:41:04: Ja, und natürlich sortierst du dann auch noch mal durch, ist ja klar.

00:41:07: Aber ich würde sagen, es hilft keinem.

00:41:09: Also diese Berichterstattung, wenn sie denn tendenzieus ist, hilft keinem.

00:41:13: Und ich glaube, dass es ganz wichtig ist, dass man weiterhin festhält, dass Sterbehilfe immer nur eine Option ist und nicht für jeden gedacht und geeignet ist.

00:41:23: Ich würde sagen, wir machen für heute einen Deckel drauf.

00:41:25: Wir haben am ... unsere nächste Folge wird ausgestrahlt, am ... bis dahin sage ich tschüß, wünsche ein frohes Schaffen diese Woche.

00:41:34: War sehr schön mit dir, Caro.

00:41:36: Vielen Dank, dass du mit dabei gehst.

00:41:37: Danke, dass du da warst.

00:41:38: Danke, dass ich dabei sein durfte.

00:41:39: Und bis morgen früh.

00:41:41: Bis morgen früh.

00:41:42: Pünktlich neun Uhr.

00:41:44: Wir schauen auf die Sicht.

00:41:45: Ciao.

00:41:46: Ciao.

00:41:51: Wir reden drüber, ohne Floskeln und ohne

00:41:54: Filter.

00:41:55: Das ist

00:41:56: meine letzte Frage.

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