Ja – das ist mein Job.
Shownotes
Themen dieser Folge: Sonias Weg zur Freitodbegleitung Was am Tag der Freitodbegleitung passiert Emotionale Herausforderungen & persönliche Stabilität Was Angehörige in den letzten Stunden wirklich brauchen Selbstbestimmung bis zum letzten Moment Warum diese Arbeit für Sonia sinnstiftend ist Nützliche Links: Website: https://www.linus-sterbehilfe.de Instagram: @linus_shdeutschland Über Linus: Linus ist die größte privatärztliche Palliativ-und Sterbehilfeorganisation in Deutschland und begleitet Menschen bundesweit auf ihrem Weg zu einem selbstbestimmten und würdevollen Lebensende.
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00:00:03: Sterbehilfe.
00:00:05: Heiß diskutiert, oft verschwiegen.
00:00:08: Wir reden drüber, ohne Floskeln und ohne Filter.
00:00:12: Das ist
00:00:13: meine letzte Frage.
00:00:15: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcast, meine letzte Frage.
00:00:19: Der Podcast für ein selbstbestimmtes Sterben.
00:00:21: Mein Name ist Dastin und zusammen mit meiner charmanten Kollegin Julia freue ich mich, einen ganz besonderen Gast begrüßen zu dürfen.
00:00:29: der nach einigen Jahrzehnten im Hamsterrad entschieden hat, nochmal komplett neu anzufangen.
00:00:36: Zu Gast ist heute eine unserer Freitodbegleiterinnen, Sonja.
00:00:42: Liebe Sonja, erst mal herzlich willkommen bei uns in Stuttgart.
00:00:45: Ja, herzlichen Dank für die Einladung.
00:00:47: Ja, ich hoffe, du hast gut hergefunden.
00:00:49: Es ist grau, es ist kalt, es ist nass.
00:00:51: Die Bahn hatte Verspätung, aber wir sitzen jetzt gemeinsam hier, wo wir sitzen sollen.
00:00:56: Es ist Mittwoch.
00:00:57: Das heißt, es ist wieder Zeit für eine neue Folge von Meine Letzte Frage.
00:01:01: Liebe Sonja, wir werden uns heute mal mit dir unterhalten.
00:01:05: zum Thema Freitodbegleitungen aus Sicht des Freitodbegleiters bzw.
00:01:09: aus Sicht der Freitodbegleiterin.
00:01:12: Ich hatte gestern das große Vergnügen zu Gast bei einer Schulklasse in Rheinland-Pfalz zu sein.
00:01:17: Die hatten also eingeladen zu sich ins Klassenzimmer und ich habe mich dann den Kindern.
00:01:23: Ich glaube, die waren so im Alter zwischen dreizehn und sechszehn Jahre.
00:01:27: Es gab ein relativ großes Interesse.
00:01:29: Viele Lehrer, die Schuldirektion, sie waren alle dabei.
00:01:32: Und es gab eine ganz tolle Frage von einer Schülerin, die mich fragte.
00:01:38: Was für ein Gefühl ist es eigentlich?
00:01:41: am Bett von jemandem zu sitzen, der jetzt gerade gestorben ist, wenn man bedenkt, dass man ihm dabei geholfen hat, zu sterben.
00:01:50: Du hast das Wort.
00:01:51: Hm.
00:01:52: Wie ist das für dich, Sonja?
00:01:54: Direkt ein hartes Thema zum Einstieg.
00:01:55: Ja,
00:01:56: zunächst einmal ist es schon auch ein sehr intema Moment, der, ja, wie soll ich sagen, ist es, glaube ich, für mich erst mal erleichtern.
00:02:09: weil wir den Patienten quasi darin unterstützt haben, zu gehen.
00:02:14: Und für mich ist dann erst mal so ein erleichternes Gefühl.
00:02:20: Und ja, das ist der erste Moment, glaube ich, könnte ich so beschreiben.
00:02:25: Als ich das gefragt wurde, habe ich so ein bisschen an die Zeit zurückgedacht, als ich noch selber Freitodbegleitungen durchgeführt habe.
00:02:31: Das kommt ja nun... sehr selten vor mittlerweile, weil ich ja in der Verwaltung gefangen bin zwischen Urlaubsanträgen.
00:02:38: Weil du jetzt im Hamsterrat steckst?
00:02:40: Weil
00:02:40: ich jetzt im Hamsterrat bin, genau.
00:02:42: Und es ist so, meine erste Überlegung war, als ich diese Frage gestellt bekam.
00:02:47: Es hängt so ein bisschen von der Ausgangslage ab, glaube ich.
00:02:50: Also es hängt so ein bisschen davon ab, welchen sozialgesellschaftlichen Hintergrund dieser Mensch mitgebracht hat.
00:02:57: Es reden wir von einer älteren Dame, die vielleicht für mal neunzig Jahre alt ist, die schwer krank war, die einfach seit Jahren auch den Wunsch hat, endlich einschlafen zu dürfen.
00:03:06: Aufgrund ihrer schweren Erkrankung.
00:03:07: oder reden wir vielleicht von einem jungen Menschen, der vielleicht zwei, drei junge Kinder hinterlässt.
00:03:12: Also ich glaube, es hängt ja auch immer so ein bisschen von der Ausgangslage des Sterbenden oder der sterbenden Person ab, was man dann selber empfindet und fühlt.
00:03:20: Und was ich auch immer ein Stück weit... berücksichtigt hatte in meinen Überlegungen, wie ich damit umgehen möchte, ist die familiäre Situation.
00:03:30: Also treffst du auf eine Familie, die vorbereitet ist auf das, was da heute passiert, ja, am Sterbebett.
00:03:38: oder ist es denn eben so, dass die Familie tatsächlich unter massiver Anspannung steht, weil sie sich bewusst noch gar nicht damit befasst haben.
00:03:47: Du warst lange Architektin.
00:03:50: Ja.
00:03:51: Oder war es Bauingenieurin?
00:03:52: Nee, Architektin.
00:03:54: Genau, ich habe Architektur studiert und habe aber relativ schnell gemerkt.
00:04:00: Ich habe dann das erste Jahr, dass ich im Architekturbüro gearbeitet habe.
00:04:04: Ich habe ja schnell bemerkt, dass mir so die Verbindung zu Menschen einfach fehlt.
00:04:10: Die Arbeit macht mir totalen Spaß.
00:04:12: Allerdings habe ich für mich dann entschieden, da nochmal einen anderen Weg zu gehen und habe meine erste Yoga-Lehrer Ausbildung gemacht.
00:04:20: Und hab dann einfach immer überwiegend Yoga auch unterrichtet in einem eigenen Studio.
00:04:26: Das hab ich aufgebaut.
00:04:29: Aber es könnte ja gefühlt unterschiedlicher nicht sein.
00:04:31: Einmal Architektin und einmal Yoga-Lehrerin.
00:04:33: Das eine ist ein Pläne anschauen und beurteilen und ausstellen.
00:04:37: Und das andere ist ja das Körperliche.
00:04:38: Aber wie kamst du auch zu dem Thema Architektur?
00:04:41: Da muss ja ein Grundinteresse auch gewesen sein.
00:04:43: Und weshalb
00:04:43: ich zur Architektur gekommen bin?
00:04:45: Das war eigentlich ein Zufall, weil ich in dem ... Zeitpunkt mit sehr vielen Architekten, also Studenten, Kontakt hatte.
00:04:54: Und eigentlich wollte ich Grundschullehrerin werden.
00:04:57: Das war eigentlich eher mein Ziel und mein Umfeld sagte dann so, Sonja, du musst was mit deiner Kreativität machen und du gehst ein in der Theorie im Schulsystem.
00:05:08: Und das war einfach so eine Bauchentscheidung und habe mich dann für Architektur entschieden.
00:05:13: Also das Umfeld hatte ich da sehr geprägt.
00:05:15: Genau,
00:05:15: genau.
00:05:16: Aber
00:05:16: ich hab rausgehört, dass sie vorher schon was mit Menschen machen wollte.
00:05:19: Sie wollte ja Lehrer werden.
00:05:21: Gut, Architektin und Lehrer, das ist ja quasi fast das Gleiche.
00:05:24: Ursprünglich wollte ich eigentlich Krankenschweste
00:05:27: tun.
00:05:27: Ursprünglich.
00:05:28: Also noch mehr am Menschen.
00:05:29: Ja,
00:05:29: noch mehr am Menschen.
00:05:30: Genau, aber ich hatte schon immer ein bisschen Probleme mit meiner Wirbelsäule, mit dem Rücken.
00:05:34: Und mein Vater sagte, du, das musst du dir überlegen.
00:05:38: Und dann hab ich das eben nicht getan.
00:05:39: Und dann lieber für die Wirbelsäule am Schreibtisch sitzen.
00:05:42: Genau, aber die Wirbelsäule ist ja jetzt durch meine Yoga-Praxis auch geschützt.
00:05:47: Du bist über das Yoga tatsächlich auch in die Sterbehilfe gekommen.
00:05:50: Das ist ja so, du hast als Architektin gearbeitet, deswegen habe ich das auch angesprochen und hast nebenbei eben ja sehr intensiv Yoga praktiziert.
00:05:59: Das machst du immer noch tagtäglich, ich glaube sechs, sieben Tage die Woche bestimmt, oder?
00:06:03: Ja, sechs in der Regel.
00:06:04: Ja, und dann hast du beim Yoga ... ... eine unserer Ärztinnen kennengelernt.
00:06:11: Unsere ... ... siebenunddreißig Millionen Follower und Zuhörer kennen sie.
00:06:17: Aus der dritten Folge, unser Lähnchen, ... ... war auch schon zu Gast in der dritten Folge, ... ... eine unserer Ärztinnen bei Linus, ... ... bietet Yoga-Kurse an ... ... oder hat ein Kurs an einem Kurs teilgenommen, ... ... an dem warst du auch dabei.
00:06:34: Ja, nicht ganz.
00:06:35: Sie kamen zu mir in die Jugerschule und so haben wir uns auch kennengelernt.
00:06:38: Oder so rund.
00:06:39: Und stand über meinen Haupt.
00:06:40: Nein, ist nicht schlimm.
00:06:42: Wir haben uns recht schnell angefreundet.
00:06:45: Und darüber, wir haben einen gemeinsamen Retreat, einen Yoga-Retreat gemacht und waren dann spazieren.
00:06:52: Und daraufhin fragte sie mich, ob ich denn nicht ... mir das vorstellen könnte, als Freitodbegleiterin zu arbeiten.
00:07:00: Eigentlich sagte sie, Sonja, ich glaube, das wäre eine gute Aufgabe für dich oder eine Aufgabe, die du gut machen würdest.
00:07:09: So hatte sie das, glaube ich, formuliert damals.
00:07:11: Und das hat sofort mit mir resoniert.
00:07:14: Also ich wusste auch vorher, dass Leni in der Sterbehilfe aktiv ist und war davon auch total beeindruckt damals schon.
00:07:25: Ein Retreat ist eigentlich eine Innenkehr, heißt ja auch Retreat, eine Innensicht.
00:07:31: Das heißt, man nimmt sich einmal aus dem Alltag, sag ich mal, raus und nutzt die Zeit, um mal nach innen zu plicken.
00:07:38: Also man reflektiert sozusagen die Zeit im eigenen Hamsterrad quasi.
00:07:42: Sozusagen, damit man mal aus dem Hamsterrad wieder aussteigen
00:07:45: kann.
00:07:45: Ja, ich erinnere mich nämlich noch sehr genau als Leni mich abends anrief auf dem Handy und sagte, ich hätte hier jemanden, der wäre total gut geeignet im Team.
00:07:55: Und im Team der Freitod-Begleiterinnen.
00:07:58: Und ich sagte dann, na, wen hast du denn da?
00:08:00: Und dann sagte sie, ich habe hier eine Architektin, die mit mir Yoga zusammen praktiziert.
00:08:03: Und ich sagte, jo, das passt ja fast.
00:08:06: Also hat sie dich genauso bearbeitet wie mich bei mir auch.
00:08:08: Aber da gibt es doch die Sonja.
00:08:10: Ich habe dir doch mal von der Sonja erzählt.
00:08:12: Wie wär's denn?
00:08:13: Und
00:08:13: ich dachte mir erst, was sollen wir denn mit einer Architektin, die nebenbei Yoga praktiziert?
00:08:17: Und sie sagte dann aber, nein, du musst sie kennenlernen.
00:08:20: Sie ist auf jeden Fall geeignet und sie wird das Team bereichern, trusten.
00:08:25: Trust the process.
00:08:26: Und ich hab mir dann gedacht, naja gut, wenn Madeleine diesen Wunsch hat, dann werde ich ihn ja natürlich nicht abschlagen und wir laden Sonja dann mal ein.
00:08:37: Ich glaube, du hattest dann auch, bevor wir uns kennengelernt haben, ist sie mit dir losgezogen zu einer Freitodbegleitung.
00:08:45: Das war dann auch sozusagen deine erste Hospitation, denn du wolltest ja erst mal schauen.
00:08:50: wo du mit dabei warst.
00:08:55: Ich weiß, einmal warst du ja mit mir auch mit dabei.
00:08:57: Genau, das war meine erste Begleitung.
00:09:01: Das erste Mal war ich bei zwei Vorgesprächen dabei und das fand ich auch super interessant.
00:09:07: Hat mich auch sehr, sehr bewegt.
00:09:09: Und dann kam die erste Begleitung, bei der ich hospitiert habe.
00:09:13: Also
00:09:14: Vorgespräch für unsere Zuhörer.
00:09:15: nochmal erklärt, das ist eben das, was stattfindet, bevor die Freitodbegleitung stattfindet, dass die durchführende Ärztin oder der durchführende Arzt eben nochmal das letzte Vorgespräch.
00:09:24: beim Patienten führen.
00:09:25: Und da hattest du sie dann quasi begleitet, um einfach mal reinzuschauen.
00:09:28: Genau, genau.
00:09:30: Und deine erste Freitodbegleitung dann als sozusagen als Praktikantin.
00:09:36: Wann hat die Stadt gefunden?
00:09:37: Erinnerst du dich noch?
00:09:38: Wann und wo das war und um welchen Patienten es da ging?
00:09:42: Als war eine ältere Dame im alten Wohnen heim, genau.
00:09:47: Und ich kann mich gar nicht an so viel erinnern.
00:09:50: Ich war sehr aufgeregt.
00:09:52: Und war super aufgeregt, genau.
00:09:55: Und eigentlich eher damit beschäftigt, die Situation irgendwie zu erfassen.
00:10:01: Und ich kann mich gar nicht erinnern, wo das genau gewesen ist, tatsächlich.
00:10:06: Also es war am Rande von Köln.
00:10:08: Das war es auf jeden Fall.
00:10:09: Julia weiß sowas immer.
00:10:11: Julia kann sich an jeden einzelnen Patienten bei Linus erinnern.
00:10:15: Glaubst du das?
00:10:16: Ja.
00:10:16: Und wenn ich Karten kriege von Angehörigen, von vor, wo ich selber noch eine Begleitung gemacht habe, vor ein, zwei Jahren, die mir dann irgendwie zum Todestag oder zum Geburtstag des Verstorbenen eine Karte schicken, noch mal eine Dankeskarte.
00:10:27: Da kommen ja viele Dankeskarten.
00:10:29: glaubst du, dass ich erst manchmal wirklich in die Datenbank schauen muss, wer das war?
00:10:32: Und dann, wenn ich nachlese, dann komme ich auch wieder drauf.
00:10:35: Dann habe ich auch wieder ein Gesicht vor mir und bin auch dankbar und freue mich darüber.
00:10:38: Aber Julia kann sich wirklich an jeden einzelnen Angehörigen eines jeden Patienten erinnern.
00:10:42: Das ist unglaublich.
00:10:44: Oft nicht immer, aber oft.
00:10:45: Sorry,
00:10:45: kleiner Side Step am Rande.
00:10:47: An dem Tag.
00:10:47: Ein bisschen
00:10:48: Lob muss ja auch sein hier.
00:10:49: Oh, danke schön.
00:10:50: Ich weiß auch, es war noch ein anderer Arzt mit dabei bei der Hospitation.
00:10:54: Die Familie war mit dabei, das waren die Kinder.
00:10:57: Tochter und Sohn.
00:10:58: und so und auch ganz, ganz liebe und hatte Angehörige.
00:11:02: Auch dort im Pflegeheim, es lief alles nach Plan.
00:11:05: Es lief alles ganz gut.
00:11:07: Und danach, also wir können da gleich noch mal auch tiefer auf die Emotionen eingehen, aber danach saßen wir dann noch zusammen im Nebenraum.
00:11:13: Ach,
00:11:13: warst du auch mit dabei?
00:11:14: Ich erinnere mich auch so gut.
00:11:16: Weil ich weiß noch genau, dass dann Sonja und ich unten auf die Polizei gewartet haben, auf die Klinikpolizei und die an uns vor uns vorbeigelaufen sind, weil die wirklich so zivil waren, dass sich nur eine Waffe dann am Hosenbund ... herausflitzen habe, sehen und Moment, Moment, ich glaube, sie wollen noch zu uns.
00:11:31: Sie sind bewaffnet, sie möchten bestimmt zu uns.
00:11:33: Genau, so nach dem Motto.
00:11:34: So war das.
00:11:35: Deswegen erinnere ich mich da ganz gut dran.
00:11:37: Okay.
00:11:38: Gut, das hattest du dann deine erste Freitodbegleitung erlebt und warst dabei.
00:11:41: und wann war dann, ich meine, da geht ja wahrscheinlich in so einem Menschen wie dir, der eigentlich mit dem Begleiteten Suizid, so wie wir das ja jeden Tag machen.
00:11:53: Der, das das erste Mal erlebt, da geht ja auch vielen dir vor, oder?
00:11:55: Also ihr seid dann wahrscheinlich nach Hause gefahren und was hast du da dann, was war so dein Gedanke, als du das erste Mal nach Hause gefahren bist, nachdem jemand neben dir eingeschlafen ist?
00:12:05: Ich glaube, ich war erst mal sehr lange still.
00:12:08: Genau, ich war einfach sehr still, weil ich das gar nicht so richtig erfassen konnte, was da in diesem Moment so passiert ist.
00:12:16: Weil es ist ja nicht nur der Moment... dass ein Mensch geht, sondern es ist ja auch ein Moment, der damit verbunden ist, dass Angehörige jemanden verlieren oder einen Verlust haben.
00:12:29: Und ja, ich war erst mal sehr, sehr, sehr still und habe aber direkt auch gemerkt,
00:12:37: das ist
00:12:38: etwas, was ich tun möchte.
00:12:39: Das hat mich irgendwie sehr berührt, dass ich in diesem Moment dabei sein durfte.
00:12:45: Und das war tatsächlich, hatte ich so die Assoziation Als wäre das eine Einladung zu einer Geburt gewesen, weil das so ein intimer Moment gewesen ist, dabei sein zu dürfen.
00:12:58: Es war schon fast wie so eine Einladung.
00:13:03: Aber ich war still.
00:13:04: Ich war still.
00:13:05: Ich bin ja mit Lenny dann zurückgefahren und wir sind beide dann auch einen gerne mal still.
00:13:11: Wann hast du denn gemerkt das erste Mal?
00:13:15: Ich meine, du hattest ja noch deinen eigentlichen Beruf.
00:13:18: bei dem du morgens in meinem Büro standest, du hast viel Yoga gemacht, du hast jetzt dann das erste Mal bei einer Freitodbegleitung mitgewirkt, sozusagen als Zeugin, um dir das mal anzuschauen.
00:13:29: Und hast du gemerkt, das ist mein Weg?
00:13:30: Also ab wann ging das so über?
00:13:32: in den Gedanken, ich lass mein Job in der Architektur sausen und gehe jetzt dann hauptberuflich in die Richtung eines Freitodbegleiters?
00:13:43: Also eigentlich war ... Das mit der Frage schon klar.
00:13:47: Als Leni mich fragte, ob ich mir das vorstellen könnte, als wir im Wald spazieren waren, da war das eigentlich schon klar.
00:13:55: Also ohne zu wissen, was auf mich zukommt, ohne zu wissen, wie sich das anfühlt, war das schon klar.
00:14:01: Das
00:14:01: hat dann auch Gefühl, hat sofort gesagt,
00:14:03: ich kann es mir vorstellen, das wird
00:14:05: schon das Richtige
00:14:05: sein.
00:14:06: Genau, das hat sofort mit mir resoniert.
00:14:08: Also nicht nur geistig, sondern auch, ich habe es so richtig gemerkt.
00:14:12: Das ist das.
00:14:14: Gut, du hast ja natürlich auch schon sehr viel Lebenserfahrung.
00:14:16: Du hast zwei Kinder, du hast viel erlebt im Leben.
00:14:19: Da strahlt sie ganz verliebt, wenn
00:14:20: man sie auf ihre
00:14:21: Kinder anspricht, ganz stolze Mama.
00:14:25: Fällt dir das dementsprechend auch so ein bisschen leichter zu fühlen und zu spüren, was Menschen, die gerade davor sind, zu sterben oder auch Angehörige brauchen am Tag der Freitodbegleitung?
00:14:37: Also, es ist etwas, was du als Mutter auch wahrnimmst, dass du einfach weißt, welche Stellschrauben jetzt zu drehen sind und wo Hilfe zu leisten ist auch?
00:14:46: Ja, ich denke schon, dass es hilfreich ist.
00:14:50: Ich meine, Kinder groß zu ziehen, ist ja schon auch jedes Mal sehr wie, als wäre ich permanent in Ausbildung.
00:14:59: Ich lerne sehr viel über meine Kinder und dementsprechend lerne ich ja auch... darüber, wie ich mit anderen Menschen umgehe, wie viel Raum sie brauchen oder was sie an Bedürfnissen haben.
00:15:10: Und sicherlich ist das eine Unterstützung, dass ich meine Kinder habe oder meine Vergangenheit bis dahin oder auch meine Yoga-Erfahrung, Schüler, die ich begleite.
00:15:21: Und da gibt es sehr, wie soll ich sagen, sehr anspruchsvolle Situationen in der Yoga-Welt.
00:15:31: Wie geht denn dein Umfeld damit um, dass du jetzt in der Sterbehilfe aktiv bist?
00:15:34: Weil es ist ja etwas ganz anderes.
00:15:36: Wissen das viele, dass du das machst?
00:15:38: Oder ist es eher so, dass nur ein ausgewilder Kreis das weiß?
00:15:42: Oder wie geht einfach dein Umfeld damit um?
00:15:44: Und wie gehst du auch mit deinem Umfeld diesbezüglich?
00:15:46: Ja, ich bin da schon sehr offen.
00:15:48: Also ich erzähle das jetzt nicht jedem direkt, aber wenn man mich fragt.
00:15:53: Und mein Umfeld ist tatsächlich auch sehr unterstützend.
00:16:01: Also gerade meine Kinder, vorher mit meinen Kindern darüber gesprochen, wie sie das sehen, weil ich schon auch wollte, wie sie darüber denken.
00:16:11: Das war unmittelbar nach meiner Hospitierung.
00:16:15: Als ich hospitiert habe, habe ich meine Kinder gefragt.
00:16:19: Und das Erste, was mein jüngerer Sohn, der Ole, sagte, ist, ey, Mama, das
00:16:26: passt
00:16:26: voll zu dir.
00:16:28: Und das war so,
00:16:30: und ... Kindermund tut Wahrheit, Kunt.
00:16:31: Ja, die sind ... meine Kinder, der finden auch so ... Es macht super, dass du das machst.
00:16:37: Ich kann mir das so gut vorstellen.
00:16:38: Und verrückterweise, ich hab einen Schüler, mit dem ich sehr eng arbeite, ganz regelmäßig, und dem hab ich das auch erzählt.
00:16:48: Und er sagte, der Sonne, ja, da schließt sich einfach der Kreis.
00:16:51: Es musste jetzt genauso sein.
00:16:54: Das ist genau das, jo, ich
00:16:55: muss ... Also, hast du die Bestätigung bekommen?
00:16:57: Ja, ja, total.
00:16:58: Total.
00:16:59: Es ist ja auch wichtig, dass deine Kinder da dahinter stehen.
00:17:01: Ja.
00:17:02: Dass sie nicht die ganze Zeit sagen, oh Gott, Mama, was machst du denn da überhaupt?
00:17:05: Oder wie kannst du das mit einem gewissen Vereinbaren oder ähnliches?
00:17:08: Es tut ja schon gut zu wissen, die Familie steht ja auch mit dahinter.
00:17:11: Total,
00:17:12: genau.
00:17:12: Und der engste Freundeskreis ist Bescheid und die sind alle sehr, sehr auch irgendwo auch schon berührt davon, dass man so eine Aufgabe auch machen möchte.
00:17:27: Wenn du so eine Bewerbung aus der Zentrale von Linus bekommst, dann kennst du den Fall ja erst mal nur auf dem Papier.
00:17:33: Das heißt, du siehst die Bewerbungsunterlagen, du siehst das, was der sterbewillige Mensch ausgefüllt hat.
00:17:39: Ja.
00:17:40: Ist das dann so, dass du das erst mal so ganz theoretisch für dich absortierst?
00:17:45: Oder ist das etwas, wo du ... Da ist ja jeder Freitodbegleiter bei uns anders, ne?
00:17:49: Einer ist da sehr emotional.
00:17:52: Der andere sieht das vielleicht eher sachlich und nüchternanalytisch.
00:17:55: Und da ist dann für mich die Frage, wie ist das bei dir?
00:17:58: Wenn du jetzt so eine Bewerbung siehst, fängst du an, das für dich schon mal vorab abzusortieren, dass du weißt, was auf dich zukommt.
00:18:06: Oder ist das für dich jedes Mal so eine Wundertüte, die du einfach so entgegennimmst und nicht weiß, was drinnen ist?
00:18:13: Ja, ich versuche schon über das Gesuch, schon auch so reinzufühlen, was mich erwartet in dieser Situation.
00:18:20: Und ich gehe da eher, wie soll ich sagen, nicht ganz so verkopft rein.
00:18:27: Ich lese das die Bewerbung und demnach weiß ich so ungefähr, was mich erwarten könnte.
00:18:35: Aber es ist tatsächlich immer wieder eine Überraschung, was dann auf mich, was mich dann letztendlich erwartet.
00:18:43: Du nimmst dir dann vor der Freitodbegleitung, bevor die eigentliche Freitodbegleitung stattfindet, noch mal Kontakt auf?
00:18:48: Ja, genau.
00:18:49: Ich rufe an.
00:18:50: Wen ruft du an?
00:18:51: Ich rufe den Patienten an und stelle mich kurz vor Frage nach der Befindlichkeit und höre auch manchmal zu.
00:19:03: Die sind dann schon auch sehr zugewandt und möchten einfach kurz mal am Telefon sprechen.
00:19:07: Das tut ja vielen auch gut, einfach noch mal zu sprechen.
00:19:11: Also natürlich, manche finden auch keinen Ende, wo man dann auch auf die Uhr schaut und denkt, okay, jetzt ist eine Stunde vielleicht vorbei.
00:19:16: Aber es tut ja einfach gut, weil es muss ja auch einen Vertrauen zwischen euch entstehen können.
00:19:21: Du bist jemand Fremdes, unsere Ärzte.
00:19:23: Wir sind eine allesfremde Person.
00:19:25: Wie du sagst, über ein Geburt, das ist ja so ein intimer Moment.
00:19:28: Und das Schlimmste, was passieren könnte, ist, da steht jemand und man sagt, ich kann die Person überhaupt nicht leiden oder wie unfreundlich.
00:19:35: Deswegen ist ja auch wichtig, diesen Kontakt aufzunehmen.
00:19:38: Und
00:19:38: es hilft dir auch dir, dass du nicht in diesen fremden Haushalt kommst und dann denkst, oh je, was ist denn hier jetzt?
00:19:45: Ja, es ist auch genauso, wie du sagst, Julia.
00:19:49: Innerhalb kurzer Zeit entsteht da ja so ein Vertrauensverhältnis und es ist total schön, auch noch mal vorher die Stimme gehört zu haben.
00:19:58: Vielleicht auch mal, manchmal ist es auch so ein Videocall, haben wir auch schon gehabt, dass ich kurz ein Videocall hatte, um einfach den Menschen zu sehen, den ich dann begleiten darf.
00:20:13: Und ich glaube, wir hatten das in Folge zwei besprochen.
00:20:15: Ich glaube, diese ausufernde Dankbarkeit über die Kontaktaufnahme und auch über diese Zeit, die man sich nimmt, die ist ja vor allem dem Umstand geschuldet, dass viele Menschen, die schwer krank sind oder auch jetzt verschiedene Krankheiten haben.
00:20:29: Es nicht mehr gewohnt sind, dass man sich Zeit für sie nimmt und auch ihnen zuhört, was sie bewegt, was sie genau haben, weil sie das aus den Krankenhäusern, Kliniken, aber auch aus vielen Hausarztpraxen einfach nicht mehr kennen.
00:20:41: Und wir erleben ja eben, dass viele Ärzte einfach die Zeit nicht mehr haben im Zuge dieser Behandlungen.
00:20:50: nochmal auf den Patienten genau einzugehen.
00:20:52: Und deswegen ist natürlich diese Dankbarkeit, wenn du als Freitodbegleiterin da Kontakt aufnimmst und auch dir die Zeit nimmst, zuzuhören über die eigenen Wünsche, die eigenen Anregungen, die eigenen Ängste auch, über den bevorstehenden Tod vielleicht.
00:21:07: An sich anzunehmen letzten Endes.
00:21:09: Und hast dann aber natürlich den Vorteil, du kommst ja dann am Tag der Freitodbegleitung zum Patienten, zur Patientin.
00:21:17: Und die Familie, die Patienten kenn ich ja dann auch schon.
00:21:19: Du hast ja mit ihnen bereits Vorab schon Kontakt gehabt, so wie unser Arzt oder unsere Ärztin auch.
00:21:23: Ihr seid ja dann im Zweierteam unterwegs.
00:21:26: Erklärt doch mal den Zuhörern und Zuhörerinnen, die vielleicht jetzt noch nicht so tief im Thema Sterbehilfe sind in Deutschland, wie so ein klassischer Ablauf aussieht, wenn du als Freitodbegleiterin dabei bist.
00:21:41: Ja, wir treffen ein, wir ... kommen an den Ort und begrüßen erstmal natürlich den Patient oder Patientin und die Angehörigen.
00:21:55: Und dann schauen wir einfach erstmal, schaffen uns einen Überblick, wie die Beschaffenheit, wie die Situation gerade vor Ort ist, was vielleicht auch gerade gebraucht wird.
00:22:09: Dann in der Regel unterhalten wir uns mit dem Patienten oder mit der Patientin oder mit den Angehörigen und fragen nach der Befindlichkeit und kommen dann ins Gespräch.
00:22:21: Und ja, der nächste Schritt ist dann tatsächlich das Formelle.
00:22:26: Wir müssen dann noch so ein paar Formulare ausfüllen miteinander, die Freitodverfügung und die Freistellung der gerandten Pflicht.
00:22:35: Das müssen wir uns dann nochmal ganz kurz unterschreiben.
00:22:40: Und
00:22:40: was wird damit bestätigt?
00:22:42: Mit der Freitutverfügung wird bestätigt, dass der Patient die Patientin sich ausführlich über die Möglichkeit des Freituts informiert hat, dass der Wille besteht und dass sich der Patient die Patientin sich der Tragweite auch bewusst ist, was da passiert.
00:23:05: Und mit der Freistellung der Grantenpflicht entbindet man auch den Arzt oder die Ärztin, dass man den Patienten wiederbelebt oder auch die Angehörigen, wenn da jemand als Ärztin oder Arzt da ist, dass dann eine Entbindung quasi sind dann freigestellt.
00:23:23: Und dann unterschreiben sie, und das ist tatsächlich auch der Moment, wo ich durchatme, weil mir das schon fast ... Das ist schon super wichtig, dass wir das machen.
00:23:36: Aber ich bin dann immer froh, wenn wir dieses Formelle abgearbeitet haben und dass wir uns den Patienten widmen können.
00:23:44: Danach klärt der Arzt oder die Ärztin den Patienten auf.
00:23:50: Gibt noch mal den Ablauf durch, wie das stattfindet und dann.
00:23:59: Jetzt bin ich ein bisschen aufgeregt, genau.
00:24:04: Nach der ersten Abklärung folgt dann die Infusion.
00:24:10: Das heißt, die Ärzte und der Arzt legt eine Infusion und bespricht das dann nochmal im Ablauf, weil davor wird erst mal ein Probelauf.
00:24:23: Mit Kochsalz-Lösung.
00:24:24: Die
00:24:24: Infusion dient erst mal den Probe-Durchlauf.
00:24:27: Genau.
00:24:28: Für alle Zuhörerinnen und Zuhörer, Sonja wirkt etwas aufgeregt.
00:24:32: Es arbeitet in ihr.
00:24:34: Diese Infusion, die du ansprichst, dient ja den Probe-Durchlauf letzten Endes.
00:24:38: Da wird einfach ganz normal Kochsalz in den Körper gelassen, um erst mal zu schauen, ob überhaupt auch das Ganze dann durch den Körper läuft und es keine Auffälligkeiten gibt.
00:24:49: Ja, und auch, dass der Patient, dass auch selbst öffnen kann.
00:24:55: Das wird ja auch geübt.
00:24:56: Genau nicht, genau.
00:24:58: Ja, die Tata-Schaffung muss bei den Patienten, bei Patienten liegen.
00:25:01: Richtig.
00:25:01: Da wird dann einfach mal geschaut.
00:25:02: Das ist der Patient, die Patientin in der Lage, eben diese Kochsalzlösung einfach aufzudrehen am Ventilrädchen.
00:25:07: Wie erlebst du die Stimmung in den Haushalten?
00:25:11: Während dieses Probedurchlaufs, denn da gibt es ja auch ganz große Unterschiede.
00:25:15: Die einen können es kaum abwarten, die anderen sind dann eher verunsichert.
00:25:20: Hast du schon mal das Gefühl gehabt, da ist jemand, der abbrechen möchte?
00:25:24: Nein.
00:25:25: Das ist nämlich auch eine Frage gewesen gestern.
00:25:28: Ich gebe heute nur Fragen der Schüler weiter.
00:25:30: Ja, gar nicht.
00:25:31: Ich bin
00:25:31: stellvertretend heute für die Schüler im Einsatz.
00:25:34: Kindermund tut
00:25:34: Wahrheit.
00:25:36: Kindermund tut Wahrheit.
00:25:38: Heute geht es hier um Kinderschulklassen und Fragen über Fragen.
00:25:41: Nein, ich hatte gestern tatsächlich eine Frage.
00:25:44: von einer Schülerin, die mich fragte, gab es schon mal jemanden, der abgebrochen hat.
00:25:50: Und ich erinnere mich wirklich, wir haben jetzt wahnsinnig viele Menschen begleitet bei Linus seit Gründung.
00:25:56: Und ich erinnere mich wirklich an einen einzigen Fall, der abgebrochen hat.
00:26:01: Das war ein Fußballfan.
00:26:04: Es war Samstag Nachmittag, es war kurz vor Anstoß.
00:26:07: Wer sich mit Fußball auskennt, der weiß, Bundesliga, jeden Samstag, fünf, zehn Uhr, dreißig Anstoß in Deutschland, ja.
00:26:13: Und es war ein Fan des VfB Stuttgart, der am Bodensee lebte und der wollte das Spiel noch sehen.
00:26:23: Also die Ärztin und ich, wir standen dann im Wohnzimmer und haben dann halt so im Türrahmen gestanden.
00:26:29: Wir waren ja jetzt dann da und der saß dann mit seinem VfB Stuttgart-Schal und seiner Dose Bier, saß er auf dem Sofa, Skyleaf, da wird Fußball übertragen.
00:26:41: Er sagte dann so ganz genervt, nein, heute noch nicht.
00:26:45: Ich möchte jetzt ganz gerne das Spiel noch sehen.
00:26:49: Es ist ja auch immer nicht bekannt, wann der VfB spielt.
00:26:51: Das war ganz überraschend an dem Tag wahrscheinlich.
00:26:53: Es war auf jeden Fall sympathisch auf der einen Seite.
00:26:58: Es war sehr sympathisch auf der einen Seite, auf der anderen Seite.
00:27:00: Also er starb dann knapp eine Woche später.
00:27:03: Aber das war der einzige ... an den ich mich erinnern kann, der tatsächlich gesagt hat, er bricht ab.
00:27:09: Hattest du denn schon mal Patienten, Patientinnen, die vielleicht, also wichtig ist ja auch zu erwähnen, du klärst auch auf darüber, dass abgebrochen werden kann jederzeit, dass es nicht Schlimmes ist und auch nichts ist, wofür man ein schlechtes Gewissen haben muss.
00:27:24: Wir können gerne über ein Anlass noch mal wiederkommen, ob das nach ein paar Wochen ist, nach ein paar Monaten ist.
00:27:30: Wir können aber auch gar nicht mehr wiederkommen, wenn das ein wunschtes Patienten ist.
00:27:34: Hast du sowas in der Art schon mal erlebt?
00:27:36: Nee, gar nicht.
00:27:37: Gar nicht nur grad.
00:27:38: Gestern Abend war das total sehr berührend auch.
00:27:42: Wir haben gestern Abend, hatten gestern Abend eine Begleitung.
00:27:45: Es war ein älterer Herr, also wirklich auch wirklich Urur alt.
00:27:50: Und der kam dann so ins Reden und hat uns einfach so viele Geschichten erzählt und er hatte so eine Freude am Erzählen.
00:27:58: Und das hat dann, wir haben, glaube ich, eine Stunde fast zugehört.
00:28:03: Und das war, der wollte einfach reden und dann war der fertig.
00:28:09: war dann einfach soweit und das war ein sehr schönes Erlebnis, eben auch einfach diesen Raum zu lassen.
00:28:14: Erzählt doch einfach, wir hören dir zu.
00:28:16: Und das war wirklich eine sehr schöne Begleitung auch gestern Abend.
00:28:20: Manche haben ja einfach noch was auf dem Herzen.
00:28:22: Das einfach raus muss.
00:28:23: Also was ich auch schon erlebt habe, wenn doch noch Konflikte vorher vielleicht in der Familie waren, die nicht geklärt werden konnten, dass dann auch sowas nochmal angesprochen wird, uns gegenüber, man sich einfach das von der Seele redet, dass man in Ruhe gehen kann.
00:28:36: Schöner Moment auch.
00:28:38: Man muss halt immer natürlich schauen, dass es nicht ausufert auch.
00:28:41: Weil es ist ja so von dem Zeitpunkt, an dem wir kommen, wir führen ja auch Zeitprotokoll.
00:28:46: Und wenn da jetzt viele Stunden dazwischen wären, zwischen der Ankunft und der Durchführung, wäre dann auch, wer dir die Frage war, sich der Patient unsicher oder ist da irgendwas vorgefallen?
00:28:55: Also muss man auch immer als Begleiter schauen, okay, wie viel Raum und Zeit kann man geben?
00:29:00: an welchem Punkt, müsste man vielleicht sagen, okay, wir müssten entweder jetzt das Ganze abbrechen oder doch so langsam mal vielleicht die Infusionsnadel legen, ohne Druck zu machen.
00:29:09: Weil wir üben ja keinen Druck aus, wir gehen nach den Patienten.
00:29:13: Aber wir haben ja trotzdem immer im Hinterkopf, wir führen Zeitprotokoll und da dürfen halt auch keine Fragen aufgeworfen werden.
00:29:20: Ich muss sagen, paradoxerweise, also ich erinnere mich jetzt heute im Zuge dieses Gesprächs auch immer wieder an deutlich mehr Situationen, als ich damals noch als Freitodbegleiter unterwegs war zu Beginn in der Gründungsphase.
00:29:33: Und ich hab paradoxerweise während meinen Freitodbegleitungen äußerst wenig auf den Patienten geachtet.
00:29:41: Echt?
00:29:42: Ja, ich war zu eighty-fünf Prozent immer mit den Angehörigen befasst.
00:29:47: Weil ich mir dachte, Der Arzt oder die Ärztin sind ja für den Patienten da.
00:29:52: Das heißt, ein Linusarzt und ein Freitodbegleiter sitzen ja jeweils links und rechts vom Bett, so im klassischen Sinne.
00:29:58: Der Arzt kümmert sich um den Patienten.
00:30:00: Der hat den vollen Fokus auf den Patienten.
00:30:03: Der Patient ist medizinisch inhaltlich versorgt jetzt.
00:30:07: Das heißt, der ist für mich in dem Fall raus.
00:30:15: Aber die Angehörigen, wer kümmert sich um die?
00:30:18: Und wie oft habe ich da gesessen oder da gestanden und gesehen, dass die verzweifelte Tochter, der verzweifelte Sohn oder die Ehefrau, der Ehepartner damit im Raum stehen und gar nicht wissen, wie ihn jetzt geschieht?
00:30:29: Die wissen zwar, was passiert, wir haben ja vorher Aufklärungsgespräche geführt, aber emotional sind sie ja doch oft verloren gewesen.
00:30:36: Durcheinander.
00:30:38: Und ich habe es immer als meine Aufgabe gesehen, als Freitodbegleiter.
00:30:42: die Angehörigen abzuholen, mit ins Boot zu holen, ihnen die Angst zu nehmen und sie dann auch in diesen Prozess so einzubinden, dass der Trauerprozess an der Stelle auch jetzt starten darf.
00:30:54: Das darf jetzt alles sein.
00:30:56: Und meine Aussage war immer, Frau oder Herr XY, sie müssen nicht funktionieren bei mir, sie können einfach sein, wer sie sind, setzen sie, legen sie sich mit dazu.
00:31:08: Machen sie das was ihn gut tut, zünden sie sich eine Zigarette an jetzt im Schlafzimmer, wenn es sein muss.
00:31:15: Holen sie sich einen Schnaps, aber seien sie einfach jetzt, wer sie sind.
00:31:19: und das habe ich gemerkt, das hat den Angehörigen unheimlich geholfen.
00:31:24: Also ich glaube, dass der Aspekt der Freitodbegleitung gar nicht so sehr auf.
00:31:32: den Kontext der Freitodbegleitung an sich zugeschnitten sein sollte, sondern ich glaube, dass der Freitodbegleiter, und das ist ja auch ein großer Fokus, den wir bei Linus haben, die Angehörigen einfach deutlich stärker mit einbeziehen muss, weil die bleiben ja zurück.
00:31:47: Ja, absolut.
00:31:48: Aber ich finde also bei mir persönlich, ich empfinde das R wie eine Art schönes Ping-Pong-Spiel, also oft.
00:31:56: sind ja auch die Patienten gar nicht in der Lage, die Tür zu öffnen.
00:31:59: Dann öffnen erst mal die Angehörigen die Tür und dann fragt man auch die Angehörigen schon mal, bevor man zum Patienten geht, wie geht's ihnen denn damit?
00:32:05: Wie geht's ihnen denn heute?
00:32:06: Das heißt, da fängt man oft mit den Angehörigen an.
00:32:09: Dann kümmert man sich um die Patienten, Smalltalk, aber auch eben das Formelle auch nochmal aufklären.
00:32:15: Dann ist das erledigt und dann meistens, während die Infusion gelegt wird, kommt man wieder ins Gespräch mit den Angehörigen.
00:32:21: Also ich finde, das ist immer eher so ein Hin und Her.
00:32:23: Zum Schluss beim Einschlafen, dann wieder der Fokus auf den Patienten und danach wieder auf die Angehörigen.
00:32:28: Also, ich finde, so ist es bei mir auf jeden Fall.
00:32:31: Du switcht quasi.
00:32:32: Ja, jeder
00:32:33: hat seinen Anteil.
00:32:33: Du bist ja auch eine Frau, du kannst ja auch switchen.
00:32:35: Ich kann halt nicht switchen.
00:32:36: Weißt du, wie ich meine?
00:32:37: Also Multi-Task-Engel, brauchen wir jetzt nicht drüber reden.
00:32:39: Aber es tut ja auch den Angehörigen gut, wenn die sehen, dass du ja zum Patienten ... um dem es geht, zum sterbewilligen Person auch gut bist.
00:32:45: Das tut denen ja im Nachhinein auch
00:32:46: gut.
00:32:47: Ich finde das schön, dass wir das ambivalent sehen.
00:32:49: Also ich finde es schön, dass es kein eingefahrenes Muster gibt nach Vorschrift, sondern dass jeder Freitodbegleiter und jede Freitodbegleiterin so ihren eigenen Schwerpunkt haben.
00:32:57: Bei mir war es einfach, waren es immer die Angehörigen, die bei mir im Schwerpunkt waren.
00:33:02: Bei dir waren es beide, weil du es kannst.
00:33:07: Das ist spannend auf jeden Fall.
00:33:09: Ja, total.
00:33:09: Was berührt dich denn?
00:33:11: an deiner Arbeit als Freitodbegleiterin am stärksten?
00:33:17: Was berührt mich am stärksten?
00:33:22: Das ist eine gute Frage, ist eine große Frage.
00:33:25: Ich glaube, in erster Linie, was mich da zutiefst berührt, ist, dass die Familie oder die Angehörigen, die Anwesenden, dass sie einer Situation aus gesetzt sind, die mit sehr viel Schmerz verbunden ist und das ist der Moment, der mich zutiefst berührt.
00:33:48: Weil ich sehe, dass die Anwesenden und der, der verstärben möchte, da diesen, diesen Schmerz in sich tragen.
00:34:01: Und wie als würde ich deren Schmerz auch irgendwie so mit, mit fühlen, als wäre ich mit in diesen Moment eingebunden.
00:34:11: Und ja, das ist eigentlich das, was mich zutiefst berührt.
00:34:17: Und
00:34:17: wie gehst du dann nach hinein damit um, also wenn du von der Begleitung wegfährst?
00:34:22: Weil es ist ja schon auch viel emotionale Last, die man ja auf sich trägt dann in dem Moment.
00:34:28: Ja.
00:34:30: Es kommt immer drauf an, es ist unterschiedlich, wie die Begleitung auch gelaufen ist, so wie Dustin auch sagte, welche Situationen wir quasi vorfinden.
00:34:40: Und meistens bin ich eher still und bin für mich und möchte das irgendwie so auch reflektieren.
00:34:50: Aber dann gibt es auch Situationen, da rufe ich sofort auch Linie an.
00:34:55: Oder schreibe dir, wenn ich was ganz Besonderes irgendwie ... erlebt habe, was mich sehr berührt hat, dann kommuniziere ich einfach mit, meistens mit, mit Leni und, oder schreibe die auch manchmal.
00:35:10: Sehr auch schön, also dass du auch keine Ängste hast, also auch Leni gegenüber oder mir gegenüber oder auch anderen gegenüber einfach zu sagen, okay das sind das wahr und das... brauche ich jetzt einfach, darüber zu reden, das zu äußern.
00:35:21: Das ist ja auch bei uns im Team uns allen ganz, ganz wichtig, dass man miteinander reden kann, damit jemand einfach seine Arbeit macht und gut ist.
00:35:28: So Feierabend, sondern man einfach sagt, hey, es gab auch manchmal eben gar keine besondere Situation, was auch manchmal angenehm ist, dass man sagt, hey, es lief alles noch plan, hat gepasst, gut.
00:35:37: Auch das kann
00:35:38: gut.
00:35:38: Ja, wir hatten das in der letzten Ärztekonferenz ja auch besprochen.
00:35:41: Da ging es einfach darum, dass ich gesagt habe, dass Supervision ... Und auch, dass sich umeinander kümmern.
00:35:50: Nicht statisch sein sollte.
00:35:52: Und auch nicht gebunden sein sollte an Termine oder an irgendwelche Fristen.
00:35:56: Sondern ich glaube, Supervision sollte dann stattfinden, wenn sie gebraucht wird.
00:36:00: Also, wenn das Bedürfnis da ist, mit jemandem zu sprechen, dann einfach jemanden anzusprechen und zu sagen, also ich habe heute das und das erlebt.
00:36:07: Und das lässt mich nicht los.
00:36:10: Komma Weil.
00:36:11: X, Y, ja.
00:36:13: Das ist, glaube ich, ein ganz entscheidender Punkt.
00:36:16: Du kriegst ja auch... Wir werden ja oft kritisiert in der Öffentlichkeit.
00:36:19: Hast du in deinem persönlichen Umfeld, bevor wir dazu kommen, schon Kritik erlebt für deine Tätigkeit?
00:36:24: Gab es schon Kritik?
00:36:26: Gar nicht ganz im Gegenteil.
00:36:27: Für deine Tätigkeit als Freitodbegleiterin?
00:36:30: Ich persönlich auch nicht.
00:36:32: Wir werden medial natürlich immer wieder angegriffen.
00:36:35: Ich habe jetzt einen Artikel gelesen in der Welt, im Online-Portal von Welt.de.
00:36:43: Da bin ich durch Zufall drauf gestoßen.
00:36:45: Und da hat ein Psychologe, der mir überhaupt nicht sagt der Name, eben erklärt, dass zwei Drittel aller Sterbewilligen in Deutschland psychisch krank sein.
00:37:00: Und dass er auch überhaupt nicht nachvollziehen kann, wie man diese Tätigkeit ausüben kann, also sprich, Menschen zu begleiten.
00:37:07: War
00:37:07: das studiumbasiert?
00:37:08: Natürlich
00:37:09: nicht.
00:37:10: Natürlich nicht.
00:37:11: Also einfach nur anekturtische Evidenz.
00:37:13: Genau,
00:37:13: es war einfach
00:37:14: wieder nur
00:37:15: Vollgasattacke.
00:37:16: Das sind dann genau die gleichen Artikel, die dann Menschen hervorbringen, die uns dann irgendwie als, weiß ich nicht, Abzocker und Vertreter des teuflischen Systems bezeichnen.
00:37:25: Traurig eigentlich.
00:37:26: So wie das veröffentlicht wird dann, ja.
00:37:28: Ja, ich finde, sie sollten vielleicht auch einfach mal so zwei Wochen dann mit den Patienten verbringen.
00:37:32: Ich biete
00:37:32: regelmäßig an, tatsächlich.
00:37:33: Also ich biete tatsächlich regelmäßig vielen Redakteuren und auch Journalisten, die bei uns anfragen, die Presseanfragen stellen, an, Teil von uns zu sein für zwei, drei Wochen, ganz ungeschönt, einfach sich mal mit bei uns ins Büro zu setzen, auch mal die Freitodbegleitungen dann mit durchzuführen, dabei zu sein.
00:37:52: Angenommen wurde diese Angebot noch nie.
00:37:55: Geschrieben wurde aber dennoch ganz, ganz viel.
00:37:58: Und das ist halt natürlich sehr traurig.
00:38:00: Aber es hat mich jetzt einfach mal interessiert, ob du persönlich schon mit Kritik konfrontiert worden bist.
00:38:05: Weil ich selber lese mal ganz viel Kritik aus bestimmten Richtungen, aber jetzt so wirklich konfrontiert.
00:38:11: zwischenmenschlich hat mich auch noch nie dich jemand, Julia?
00:38:14: Nee,
00:38:14: also wenn dann hatte ich auch letztens den Fall, dass eine Patientin mich darauf angesprochen hat, dass sie doch ein Artikel gelesen hat über uns und sie das auch irgendwie alles gar nicht versteht, weil auch die ganz oft sind ja die ... Kontexte zwischen Titel und Inhalt, nicht passend.
00:38:31: Also ganz oft, das steht berichtet über Sterbehilfe und plötzlich geht's gefühlt rum, welche Schuhe trägt man.
00:38:36: Also es sind einfach so zwei unterschiedliche Sachen, dass er das die Patienten auf mich zukommt am Telefon und sagen, na ja, ich hab das in das gelesen, aber hey, das ist doch gar nicht so, oder?
00:38:46: Also die hinterfragen das schon selbst auch oft.
00:38:49: Aber jetzt auch in meinem Umfeld, nie.
00:38:52: Also wenn dann auch das dann Artikel gesehen werden und mir geschickt werden, so hast du das schon mitbekommen.
00:38:56: Aber sonst
00:38:57: ... Na ja, Sonja bietet das ja an gerade, ne?
00:38:59: Sie sagt ja auch, wer skeptisch ist, der hat ja jederzeit die Möglichkeit, Einblick zu nehmen.
00:39:05: Und es ist ja nichts, was hinter verschloss Natur im Geheimnis vollen oder verborgenen passiert, sondern das ist ja etwas, was man sehr transparent darstellen kann.
00:39:13: Begründet wird natürlich die Ablehnung gegenüber Sterbehilfe.
00:39:17: Zum einen eben mit der falschen Behauptung, dass die Masse aller Sterbewilligen psychisch krank sei, dass es völliger Blödsinn.
00:39:23: Und zum anderen eben, dass man ... So eine Masse alternasiv befürchtet eben, so eine Art Massenselbstmord, was ja auch völliger Blödsinn ist.
00:39:32: Aber was bedeutet denn für dich eigentlich selbstbestimmtes Sterben?
00:39:35: Selbstbestimmtes Sterben.
00:39:36: Ja, also ich packe hier heute ein nachem anderen aus, wie du merkst.
00:39:40: Das
00:39:40: war jetzt keine Frage, die ich weitergebe.
00:39:42: Das hat jetzt tatsächlich keiner der Schüler gefragt gestern.
00:39:46: Das ist jetzt mal eine Frage, die von mir kommt.
00:39:48: Aber da muss jeder Gast durch, ob groß oder nicht groß, aber jeder Gast hier muss durch die Frage, was bedeutet für dich selbstbestimmtes Sterben?
00:40:00: Selbstbestimmtes Sterben bedeutet für mich die Möglichkeit, zu haben, also die Möglichkeit tatsächlich zu haben in Würde und in Respekt und dann in Akzeptanz auch zu gehen.
00:40:16: Also einfach diese Möglichkeit zu haben, diese freie Entscheidung mit vollem Bewusstsein, mit Bewusstheit zu gehen.
00:40:23: Das ist schon etwas... was schon auch großartig ist.
00:40:30: Vor allem, wenn man ein sehr selbstbestimmtes Leben auch immer hatte und vielleicht durch viele Krankheiten dann im Laufe der Zeit dann eben schon fast nicht mehr selbstbestimmt ist, sondern bestimmt wird, ist das dann quasi geistig, die einzige Möglichkeit einfach zu sagen, ich bin jetzt noch geistig so klar.
00:40:54: Und jetzt möchte ich wenigstens das noch selber bestimmen, wie ich sterben möchte und keiner übernimmt die Verantwortung dann für mich, sondern ich möchte noch einmal hier die Verantwortung für mich selber tragen.
00:41:09: Also der Sinn liegt sozusagen im Begriff selbst.
00:41:13: Selbst.
00:41:14: Bewusstheit.
00:41:15: Selbst.
00:41:16: Genau.
00:41:17: Wenn du nochmal die Wahl hättest, dein Architekturstudium, wo du ja auch von außen eher das Gefühl hättest, Denn Umfeld biegt dich dahin, das zu
00:41:25: machen.
00:41:26: Ich meine, jetzt sind ja auch einige Jahre Jahrzehnte vergangen seitdem.
00:41:29: Würdest du das anders sehen und sagen, du hast dich da, also das war nicht ganz selbstbestimmt und siehst das jetzt mehr im Fokus, dass es sozusagen man sich einfach für viele Möglichkeiten selbst entscheiden sollte oder?
00:41:42: Ich glaube, jede Entscheidung, die wir treffen, ist selbstbewusst.
00:41:47: und bewusst.
00:41:48: und ob es hinterher vielleicht dann einen anderen Weg gibt.
00:41:53: Ich glaube jeder Moment den wir haben ist bewusst in irgendeiner Form und selbst entschieden.
00:42:01: Ob es dann nun der richtige Weg oder der falsche Weg gewesen ist, das gibt es glaube ich gar nicht.
00:42:09: Ich glaube es gibt es nicht.
00:42:11: Alles ist selbst und bewusst.
00:42:15: Das ist ja auch das, was wir sagen mit dem Bezug auf die Sterbehilfe, also auf den medizinisch assistierten Suizid.
00:42:21: Es ist eine Möglichkeit.
00:42:22: Es gibt viele Möglichkeiten.
00:42:24: Es wird halt zu wenig darüber aufgeklärt, sei es Pflege zu Hause, Hospice, eben Sterbehilfe.
00:42:29: Und da fällt das ja oft runter.
00:42:30: Aber wir sagen ja auch nicht, das ist der Weg.
00:42:32: Wie du sagst, es gibt keinen richtigen oder falschen Weg in dem Sinn.
00:42:35: Aber man sollte ja einfach die Möglichkeiten kennen und sagen, okay, ich entscheide mich dafür.
00:42:39: Genau, es ist diese Entscheidungsfreiheit, die man hat, nochmal zu sagen, ich bin ... Das ist das einzige, was man mir eben nicht mehr nehmen kann.
00:42:48: Man muss mich vielleicht aufs Klub bringen oder man muss mir noch die Schuhe anziehen, jetzt die Jacke anziehen oder keine Ahnung, etwas machen.
00:42:57: Aber das geistige Gut kann man hier, kann man mir nicht nehmen.
00:43:01: Ich bin noch voll da und möchte selber entscheiden und dem Leid und dem Schmerz ein Ende.
00:43:11: Ein Ende.
00:43:12: Bereiten.
00:43:13: Bereiten.
00:43:14: Zusetzen.
00:43:15: Ja, stimmt.
00:43:16: Zusetzen.
00:43:16: Danke, Dustin.
00:43:19: Ein Ende werden wir jetzt auch unserer heutigen Folge setzen.
00:43:22: Ja, ihr könnt uns natürlich kontaktieren, entweder über unsere Homepage oder gerne auch bei Instagram und Alinos.
00:43:29: Unterstrich SH Deutschland.
00:43:31: Nehmt Kontakt auf, wenn ihr Fragen habt, Anliegen, Nöte, Anregungen.
00:43:37: Und wir haben tatsächlich viel zu wünschen.
00:43:40: Frohe Weihnachten zum Beispiel.
00:43:42: Guten Rutsch ins neue Jahr.
00:43:44: Guten Rutsch ins neue Jahr.
00:43:47: Schöne Geburtstagsfeiern, falls jemand Geburtstag hat.
00:43:49: Falls jemand Geburtstag hat.
00:43:51: Ein magisches, dreieiliges Königsfest.
00:43:55: Habe ich noch irgendwas vergessen, Sonja?
00:43:57: Ein frohes neues Jahr.
00:43:58: Das haben
00:43:59: wir doch schon gerade.
00:44:02: Wir wünschen euch auf jeden Fall viele schöne Feiertage, tolle Ferien.
00:44:06: Alles Gute auf jeden Fall.
00:44:08: Und sehen uns im neuen Jahr wieder mit einem spannenden Gast.
00:44:13: Caroline aus der Öffentlichkeitsarbeit bei Linos.
00:44:16: Ihr kennt sie aus Folge drei.
00:44:19: Wird sich bemühen, wieder jemanden zu präsentieren, der unsere fesselnden großen Fragen beantworten wird.
00:44:27: In diesem Sinne macht es gut.
00:44:29: Wir machen den Deckel drauf.
00:44:31: Alles Liebe, vielen Dank, liebe Sonja, dass du heute da warst.
00:44:33: Ich danke euch, vielen Dank.
00:44:34: Bis ins
00:44:35: nächste Jahr.
00:44:35: Tschüss.
00:44:36: Bye-bye.
00:44:37: Sterbehilfe
00:44:39: heißt diskutiert,
00:44:40: oft verschwiegen.
00:44:41: Wir reden drüber ohne Floskeln und ohne Filter.
00:44:45: Das ist meine letzte Frage.
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